Lesermeinung: Zusammenführung der Grundschul-Standorte

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
Schulbegleiterin Jutta Smit-Br
Schulbegleiterin Jutta Smit-Bruns kümmert sich an der Heckenlandschule in Höfen um die individuelle Förderung der insgesamt zehn Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Umsetzung der Inklusion ist eine von vielen Anforderungen, die sich an kleinteiligen Schulen immer schwieriger gestalten. Foto: Heiner Schepp

Monschau. „Noch vor zehn Jahren schulten wir 180 Kinder an fünf Grundschul-Standorten in der Stadt Monschau ein. In diesem Jahr waren es 91, im kommenden Jahr 71. Die Zahlen sinken innerhalb der nächsten fünf Jahre bis auf 60 Kinder. Wir beginnen die Diskussion mit allen Betroffenen und Interessierten.”

Das schreibt Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter in einer Facebook-Gruppe mit dem bewusst provokanten Namen „Leere Schulen? = Leere Dörfer!” Eine Woche, nachdem das Thema „Zusammenlegung der Monschauer Grundschulen” in einer eigenen Diskussionsgruppe des sozialen Netzwerks aufgegriffen wurde, haben bereits 67 Internetnutzer das Thema abonniert und sich schon viele Personen dort - überwiegend kritisch - zum Thema geäußert.

Ihre Meinung kundgetan haben auch schon etliche Leser im Internet-Forum www.eifeler-meinung.de, wo unsere Zeitung ebenfalls Gelegenheit gibt, zur Zentralisierung des Grundschulbereichs in der Stadt Monschau Stellung zu beziehen.

Die Diskussion darüber, wie lange die Grundschulen noch in unseren Dörfern bleiben können und sollten, ist bereits seit einigen Jahren im Gange, nämlich seit die Schulentwicklungszahlen deutlich zeigen, wo demografisch die Reise hingeht. Offiziell eröffnet ist die Debatte im poltischen Raum seit dem 18. September, als sich der Monschauer Schulausschuss nach der Debatte über die Sekundarschule mit den „Perspektiven der Grundschulstandorte” befasste.

„Schulqualität nicht der Grund”

„Die Parallen zum Sekundarbereich sind überdeutlich”, stellte Schulrat Christoph Esser, bei der Städteregion zuständig für den Grundschulbereich, im Monschauer Schulausschuss fest. Wie bei den weiterführenden Schulen wird der Rückgang der Schülerzahlen von Jahr zu Jahr gravierender und alleine daraus ergebe sich die Veränderungsnotwendigkeit. „Das hat im Falle Monschau weder etwas mit der Qualität der Schulen, noch mit einer schwierigen Gebäudesituation zu tun”, bekräftigte Esser.

Der Schulrat möchte die Diskussion über eine Zusammenlegung der Grundschulen „Ihnen vor Ort überlassen”, empfiehlt dabei aber, „die Betroffenen zu Beteiligten zu machen”, sprich: Eltern und Lehrer in die politische Diskussion miteinzubeziehen. Als Schulrat könne er nur seinen fachlichen Rat beisteuern, und da sehe er fast ausschließlich Vorteile eines gemeinsamen Grundschulstandortes.

An einer dreizügigen Gemeinschaftsgrundschule Monschau sei ein deutlich umfassenderes Unterrichts- wie auch OGS-Angebot möglich, ebenso seien Angebote wie GU-Förderung („Gemeinsamer Unterricht”) und Erziehungsberatung dann für alle Kinder und ihre Familien besser nutzbar. Die Schulleitungen müssten heute „aus der Not der Kleinteiligkeit ihrer Schule manchen Kompromiss eingehen” - diese Probleme werde es an einer durchgängig dreizügigen Schule nicht geben, glaubt Esser. Von heute drei Schulleitungen bleibe nur noch eine übrig, dafür werde es an einer größeren Grundschule eine(n) Konrektor(in) und ein Leitungsteam geben, sagte der Schulrat. Gleichsam stellvertretend für ihre Leitungskolleginnen Marion Wernerus (GGS Imgenbroich/Konzen) und Gertrud Faymonville (KGS Mützenich/Kalterherberg) stellte Sabine Hammerschmidt von der Höfener Heckenlandschule Vor- und Nachteile gegenüber. „Es ist ein Schatz, den wir da aufgeben”, konstatierte die Schulleiterin und schilderte Ausschuss und Schulrat die Heckenland-Einrichtung als wahres Lernparadies für Kinder. „Hier finden die Kinder beste Bedingungen zum Lernen und Wachsen, in einem wunderschönen Gebäude im Grünen, in einer vertrauten, kleinen Gemeinschaft. Das geben wir nicht gerne auf”, sagte Hammerschmidt, räumte aber auch ein, dass bei fortschreitender Einzügigkeit „manche Projekte zu einer immer größeren Belastung” würden und manches „einfach zu viel für ein kleines Kollegium” werde.

Mit 13 OGS-Kursen sei die die Grundschule Höfen derzeit noch gut aufgestellt, die Frage sei aber, wie lange das Angebot bei sinkender Schüler- und Ganztagskinderzahl zu halten sei, meinte Sabine Hammerschmidt, die schließlich die menschliche Seite beleuchtete: „Ein Fünf- oder Sechsjähriger fühlt sich an einer kleinen Schule einfach wohler. Die Ängste, die manches Kind an einer großen, neuen Schule habe, sollte man nicht unterschätzen”, gab die Höfener Schulleiterin den Entscheidungsträgern mit auf den Weg.

Bis zur Entscheidung aber wird es noch eine Weile dauern - der Schulausschuss beschloss mit Blick auf die zurzeit dringlichere Beantragung der Sekundarschule zunächst, mit der Erarbeitung eines Konzepts für die Grundschulen erst im kommenden Kalenderjahr zu beginnen.

Dennoch (oder gerade deshalb) möchten wir allen Lesern schon jetzt frühzeitig Gelegenheit geben, ihre Meinung kundzutun - per E-Mail, Brief oder unter http://www.eifeler-meinung.de.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert