Lese-Performance im Hof-Café: „Der Rote Lambert“

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Der rote Lambert ist Torfstecher und soll beim Wildern einen Mord begangen haben.

Kalterherberg. Eine Lese-Performance mit Ludwig Mathar (Text), Erika Domenik (Schauspiel), Bernward M. Müller (Realisation) des Theatrino findet am Freitag, 2. Oktober, 20 Uhr im Hof-Café in Kalterherberg statt. Das seit rund 20 Jahren in Rocherath ansässige Theater Theatrino hat sich etwas vorgenommen.

„Wir möchten eine spannende Geschichte aus der Region - für die Region auf die Bühne bringen. Eine kleine, feine Sache, aufgeführt an schönen Spielorten“, sagt Regisseur Bernward Müller.

Auf der Bühne steht eine einzige Person: die Schauspielerin Erika Domenik. An einem schlichten Pult stehend beginnt sie eine Lesung, die sich mehr und mehr zu schauspielerisch gestalteten Szenen entwickelt – mit Gestik und Mimik, mit Musik und Geräuschen.

Worte und Sätze werden im Auge des Zuschauers zu lebhaften Bildern. Grundlage der Performance ist eine Erzählung des Schriftstellers Ludwig Mathar, der 1882 in Monschau geboren wurde und in zahlreichen Romanen und Erzählungen das Leben der Menschen aus dem Hohen Venn und der Eifel vor rund 100 Jahren beschrieb.

Die Lese-Performance nimmt den Zuschauer mit in eine längst vergangene Zeit, in die Jahre um 1900. Hinein in eine dörfliche Gesellschaft – mit holzschnittartig typischen Charakteren: Da gibt es die nichtsnutzigen Wilderer, die sich abmühenden Torfstecher und Bauern oder die Witwe, die tapfer ihr mühevolles Leben meistert - ganz ohne die Hilfe großtönender Männer.

Einem Torfstecher namens Lambert wird vorgeworfen, gemordet zu haben. An der preußisch-belgischen Grenze, mitten im Hohen Venn, irgendwo zwischen Sourbrodt und Jalhay, soll er beim Wildern das Verbrechen begangen haben…

Dank einer unerwarteten Begebenheit gelingt es dem „Roten Lambert“, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, nach viel Not und Pein. In Wirklichkeit war der arme Torfstecher nie ein Mörder gewesen.

Zitat aus der Erzählung Mathar´s: „In aller Herrgottsfrühe hatte Mareie-Cathrine ihren liederlichen Mann, gerade als sie zur Messe gehen wollte, erschossen vor der Tür ihrer Hütte gefunden…Ganz friedlich, in seinem zerflickten blauen Leinenkittel lag er da… Mareie-Cathrine gewahrte zu ihrem Entsetzen das pulververbrannte Loch in der Kittelbrust… Der ist doch nicht etwa …? Aber Jean Pierre, der Ferkesstecher, muckte und duckte sich nicht mehr. Er war mausetot…“

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