Leprahilfe hat in der Eifel hohen Stellenwert

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Die Gebrüder Jaccard: Die Leprakreise in der Region Eifel gehen auch auf ihre Initiative zurück.

Nordeifel. Die aktiven Helfer der 1978 entstandenen Leprakreise in der Region Eifel sind schon über Jahre und Jahrzehnte zur Stelle, um durch Hilfsprojekte und Basare die an Lepra erkrankten Menschen in Entwicklungsländern durch Geld - und Sachspenden zu unterstützen.

Diese Spenden dienen der Arbeit des 59-jährigen französischen Leprachirurgen Dr. Remy Rousselot, der im Leprahospital „Ghandiji Seva Niketan“ (die ausgestreckte Hand Gandhis) in Bhubaneswar im indischen Bundesstaat Orissa die kostenlose chirurgische Behandlung der deformierten Gliedmaßen der Erkrankten vornimmt und die Rehabilitation der geheilten Patienten durchführt. Außerdem spendeten die Leprakreise der Region Eifel an die französischen Arbeiterpriester Pierre und Raymond Jaccard, die in Kamerun über viele Jahre Prothesen für Leprakranke herstellten und die Einheimischen anleiteten, Prothesen mit den Möglichkeiten vor Ort selbst herzustellen.

Am Anfang heilbar

Lepra ist im Anfangsstadium durch Medikamente heilbar, allerdings befällt die Krankheit im weiteren Verlauf die sogenannten „kalten“ Körperstellen wie Zehen oder Finger und führt zu Nervenversagen und Gefühllosigkeit der Gliedmaßen, wodurch Amputationen von befallenen Körperteilen notwendig werden. Schließlich führt die Krankheit bei Nichtbehandlung zu einer Behinderung zweiten Gerades aufgrund der bleibenden Schädigung der Haut, der Augen, der Nerven und der Gliedmaßen. Jährlich erkranken rund 200 000 Menschen an der „Krankheit der Armut“, die u.a. durch mangelnde Hygiene in den südlichen, ärmeren Ländern wie Indien, Indonesien, Brasilien auftritt. Lepraerkrankte sind Ausgestoßene in ihren Ländern und werden beispielsweise in Indien in extra angelegten Bereichen, abgeschottet von der Zivilisation, zumeist sich selbst überlassen.

Jetzt feierten Pierre Jaccard und Raymond Jaccard, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Aktivitäten in Kamerun inzwischen aufgeben mussten, anlässlich ihres 60. und 55. Priesterjubiläums am 25. September ein „Festival der Hoffnung“, bei dem auch Vertreter der Leprakreise Roetgen und Imgenbroich in Person von Ottmar Hilgers und Alfred Berzborn eingeladen waren. Diese übermittelten bei der Feierstunde im französischen Besancon Glückwünsche und Grüße aus der Eifel.

Ottmar Hilgers koordiniert mit Pater Alfons Schuhmacher die seit 35 Jahren bestehende Leprahilfe der Region Eifel, die sich aus 55 einzelnen Leprahilfsgruppen zusammensetzt und ein Teil der Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn e.V. ist.

Pater Alfons ist der 2. Vorsitzende und geistliche Beirat der 1982 gegründeten Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn e.V.. Er ist Amtsnachfolger des 2012 verstorbenen Pater Roland Bramkamp, der die Mission mit ins Leben rief und mit hohem Engagement über Jahrzehnte begleitete.

Das erste Treffen

Pater Roland traf 1977 auf seiner Reise nach Kamerun im Leprakrankenhaus in Yaoundé erstmalig auf die Brüder Jaccard, woraus sich ein jährliches Treffen am letzten Januar-Sonntag, dem seit 1954 ins Leben gerufenen Weltlepratag , im Franziskanerkloster in Vossenack entwickelte. Aufgrund der Erlebnisse dieser Reise entstand die Gründungsidee der Leprahilfe in der Region Eifel. Im Jahr 1999 fand ein Treffen der Eifeler Leprakreise in Imgenbroich anlässlich des Weltlepratages statt, das auch die Gebrüder Jaccard und Missionsreferent Pater Roland besuchten. Die beiden Priester verbringen ihre letzten Lebensjahre als geistliche Betreuer in Klöstern in der Schweiz.

Für alle an der Leprahilfe Interessierten kann eine Filmkassette in französischer Sprache über die Missionsarbeit bei den Lepraerkrankten in der ganzen Welt bei Ottmar Hilgers ausgeliehen werden.

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