„Legosteine“ aus Beton bremsen Erdrutsch bei Einruhr

Von: P. St.
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Felsgestein an der B 266 vor Einruhr machte sich jetzt selbstständig. Eine Beton-Barriere aus „Legosteinen“ soll bis auf weiteres die Verkehrsteilnehmer schützen. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. Mächtig in Bewegung geraten ist Felsgestein an der Bundesstraße 266. Wenige hundert Meter vor dem Ortseingang Einruhr lösten sich aus der steilen Böschung rund 100 Tonnen Geröll, das rund 15 Meter den Hang hinabrutschte, aber hinter der Leitplanke am Rande des Rad/Gehweges zum Stillstand kam.

Am vergangenen Freitag hatten Mitarbeiter der Straßenmeisterei Simmerath festgestellt, dass sich das Gestein gelöst hatte. Eine kurzfristig eingeholte geologische Fachbewertung hatte zur Folge, dass umgehend eine Verkehrssicherungsmaßnahme zu treffen war, da die akute Gefahr bestand, dass sich weiteres Material selbstständig machte.

Am Mittwoch wurde nun als Sofort-Maßnahme auf dem Radweg eine massive Beton-Barriere auf einer Länge von 25 Meter errichtet. Sogenannte „Legosteine, jeder rund zweieinhalb Tonnen schwer sollen dafür sorgen, dass eventuell weiter abrutschendes Gestein für Fußgänger, Radfahrer und Autoverkehr keine Gefahr mehr darstellen kann.

Die aufwändige Absicherungsmaßnahme dürfte für einige Zeit erhalten bleiben, denn der Landesbetrieb Straßenbau wird nun zunächst einmal prüfen, wie man dem Naturereignis verfährt.

Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau, der die Maßnahme betreut, möchte als erstes eine geologische Untersuchung in Auftrag gegeben, deren Ergebnis entscheidend dafür sein wird, welche Maßnahmen zur langfristigen Hang-Stabilisierung erforderlich sind. Aus Sicht des Geologen, so Arnd Meyer, sei ein Felsabbruch an dieser Stelle als eher ungewöhnlich einzuschätzen. Der Fachmann habe sich bei ersten Einschätzung verwundert gezeigt.

Nach bisherigen Erkenntnissen muss es wohl der im zurückliegenden Winter mehrfach stattgefunde plötzliche Wechsel zwischen strengen Forstperioden und Tauwetter gewesen sei, der das Abrutschen des Felsgesteins begünstigte.

Eine akute Gefahr, so die Einschätzung der Fachleute, ist nach der Sicherungsmaßnahme nicht mehr gegeben, zumal das abgerutschte Gestein in gewissem Maße jetzt zu einer Stabilisierung der Böschung beiträgt und daher vorerst auch unberührt bleibt.

Aufpassen müssen auf der abschüssigen Strecke aber nun die Radfahrer, denen nur ein schmaler Streifen auf dem Radweg verbleibt, so dass sie zum Absteigen aufgefordert werden. Der Radweg wird zu einem kleinen Teil auch in die Fahrbahn hinein verschwenkt, um etwas mehr Platz gewinnen. Dies führt zwar zu einer leichten Verengung der Fahrbahn, die aber auch weiterhin zweispurig befahrbar sein wird. Eine Baustellenampel ist nicht erforderlich.

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