Legende startet die Königsetappe

Von: ale
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Hermann Mertens, Henri Beckers und Rudi Altig vor den startbereiten Wettkampfteilnehmern. Ob der Altmeister nicht doch am liebsten mitmachen würde...? Foto: Anneliese Lauscher

Monschau. Die „Triptyque Ardennais”, ein internationales Amateur-Radrennen, führte am Samstag durch Monschau. Hier wurde den Sportlern ein begeisterter Empfang bereitet, und Rudi Altig, die deutsche Radsportlegende, gab vor dem Rathaus das Startzeichen.

Im Rathaus hatte die Stadtverwaltung vorher zu einem Empfang eingeladen; Sponsoren und Förderer sowie Gäste aus Politik und Sport trafen ein und Rudi Altig. Von Peter Theissen, dem stellvertretenden Bürgermeister, wurden die Gäste im großen Sitzungssaal willkommen geheißen.

Rudi Altig zögerte nicht, sich ins Goldene Buch einzutragen, und Verwaltungsrat Hermann Mertens drückte seine Freude aus: „Ich bin sehr froh, ein Sportidol meiner Jugend in meiner Heimatstadt begrüßen zu dürfen. Diese internationale Radsportveranstaltung wertet unsere Stadt auf. Und wir werden Sie, Herr Altig, nicht gehen lassen, ohne unseren Senf dazu zu tun!”

Drei Gemeinden in einem Boot

Man kam rasch in ein angeregtes Gespräch, an dem sich auch die Bürgermeister der belgischen Nachbargemeinden beteiligten. Die „Triptyque Ardennais” nimmt ihren Kurs in den nächsten drei Jahren von St. Vith über Monschau nach Eupen, und die drei Gemeinden Monschau, Bütgenbach und Eupen sind „in einem Boot”, wie Henri Beckers, der Präsident des Ostbelgischen Radsportverbands und Initiator des Rennens, betont. „Wir sind begeistert von der tollen Zusammenarbeit.”

Die Gelegenheit zum Gespräch mit Rudi Altig wurde eifrig genutzt. Jeder Radsportinteressierte kennt ihn, seine legendären Rennen in den 60-er Jahren und spektakulären Erfolge sind in lebendiger Erinnerung. Ob er heute noch radelt, wollten wir wissen. „Ich hab eine Million Kilometer gefahren, das reicht”, meinte er. Nur so zum Hobbyfahren steigt er noch manchmal aufs Rad, ansonsten wandert er gern. „Gut marschieren, so fünf, sechs Stunden”, das macht dem 73-jährigen Freude.

Auf die aktuelle Dopingdiskussion angesprochen, reagiert er leicht genervt: „Im vorigen Jahr hat man in Deutschland 41 Dopingsünder erwischt, drei davon waren Radsportler. Aber die Medien haben sich auf den Radsport konzentriert. Wenn ich sage, geht doch mal bei „Rock am Ring” kontrollieren, bekomme ich zur Antwort, dass man beim Publikum kontrolliert, aber nicht bei den Bands! Doping ist nicht allein ein sportliches Problem, es ist ein gesellschaftliches Problem. Ich bin für Kontrollen, aber dann in allen Sportarten. Wenn du nicht trainiert bist, aber was schluckst, bist du nicht gut!”

Dass er mitunter sogar als „radelnde Apotheke” bezeichnet wird, kommentiert er folgendermaßen: „Ich war viermal Weltmeister - mit Brennesseltee und Honig. Aber ich habe einem Journalisten erzählt, was ich alles genommen hätte. Ich habe alles aufgezählt, was erlaubt ist, ich wollte ihn ärgern. Und er hat alles aufgeschrieben.”

Und dann begab man sich nach draußen, wo die kalte Sophie sich erbarmte und ein paar Sonnenstrahlen schickte. Ein glücklicher Zufall war es, dass sich das Blasmusikorchester aus Meerdonk bei Antwerpen in der Stadt befand; die Musiker/Innen hatten einen Ausflug gemacht und erfreuten nun die Gäste mit flotten Weisen, swingenden Melodien und einem Bert-Kaempfert-Medley.

Dann kamen die Hauptakteure, die Radsportler, der übliche beeindruckende Tross von Begleitfahrzeugen vorneweg. Mit „Rudi”-Rufen begrüßten sie den Sportsmann, der für viele auch heute noch ein Vorbild ist. Und Rudi Altig schwenkte die Fahne zum Start, sie rauschten vorbei in ihren bunten Trikots - von anfänglich 190 waren auf dem anspruchsvollen Parcours noch 170 „Harte” übrig geblieben - begleitet und angefeuert vom Applaus der Zuschauer. 154 Kilometer der Königsetappe lagen vor ihnen über Höfen, Bütgenbach nach Eupen.
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