Legendäre Rockgruppe Barclay James Harvest begeistert Besucher

Von: P. St.
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Eindrucksvolles Konzert vor eindrucksvoller Kulisse: Barclay James Harvest eröffneten das 17. Monschau-Festival auf der Burg. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Der Halbmond hatte schon über dem Burggemäuer Position bezogen, als sich das Publikum von den Sitzen erhob und einstimmte in „Hymn“ und „Live ist for living“. Ihre beiden größten Hits mit hohen Mitsing-Faktor hatten sich Barclay James Harvest feat. Les Holroyd bis zum Schluss des Konzertes aufgehoben.

Damit brachte sich die legendäre Softrockband vor den rund 1100 Besucher auf der Burg noch einmal nachdrücklich in Erinnerung. Die Band aus den 1970er Jahren eröffnete am Freitagabend auf der einmaligen Naturbühne über den Dächern der Altstadt das 17. Monschau-Festival. „Haut rein!“, rief vor der Zugabe ein Zuschauer, aber das ist nicht der Stil der Band.

Mit typischen sphärischen Klängen startete das Konzert, und Beifall brandete auf, als das einzig verbliebene Gründungsmitglied der 1998 in zwei Teile der zerfallenen Band, Les Holroyd (68), mit wehender und inzwischen ergrauter Mähne zu seinem rosafarbenen Bass griff. Typisch für die Band ist ihr mehrstimmiger Gesang, der von fetten Keyboard-Akkorden getragen wird. So breitet sich ein orchestral dominierter Klangteppich aus, der durch seinen Gleichklang eher selten zu wilden Tanzorgien herausfordert. Harmonie und Haltung scheinen für die fünfköpfige Band das oberste Gebot zu sein.

Les Holroyd ist ein eher wortkarger Bandleader, der das Publikum freundlich begrüßte („It‘s a great pleasure here tonight“), dafür aber seine hochgelagerte Stimme noch sehr gut konserviert hat und den Gesang der Band prägt. Davon konnten sich auch zwei Dutzend Mithörer überzeugen, die auf dem gegenüberliegenden Kierberg den über das Tal hinausgetragenen Klängen lauschten, aber auch die mussten feststellen, dass die Band trotz ihrer damals ungeheuren Popularität eher arm an großen Hits geblieben ist. Barclay James Harvest ist ein typischer Ableger der Rockmusik aus den 1970er Jahren – einer Zeit, als die Musik noch nicht am Kommerz orientiert war und die Bands keine Probleme damit hatten, endlos lange instrumentale Mittelteile in ihre Songs einzubauen.

Den zweiten Konzertteil begann Barclay James Harvest ganz akustisch geprägt. Mit vier Gitarren machten sie in einen Abstecher in die Welt der folk- und country-geprägten Songs, die ebenfalls typisch für die 1970er Jahren waren.

Das Konzert angesagt und die Band vorgestellt hatte zuvor Roger Handt, der im Ruhestand lebende frühere legendäre WDR2-Moderator. Er verkündete vollkommen richtig, dass es „nicht regen wird“, und stimmte die Besucher auf die zehn Festival-Tage in Monschau ein, unter anderem auf die Verdi-Oper Aida. Hier war natürlich La Traviata gemeint, aber das war den Barclay James Harvest-Fans vollkommen schnuppe.

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