Schmidt - Lebendige Geschichte auf dem „Kreuzweg des Friedens“

Lebendige Geschichte auf dem „Kreuzweg des Friedens“

Von: P. St.
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In der Kirche St. Hubertus Schmidt wird Geschichte lebendig. Das Projekt „Kreuzweg des Friedens“ haben Johannes Foemer (re.), stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, gemeinsam mit Adalbert van Londen und Konrad Schoeller (li.), der 20 Jahre Kirchen-Rendant war und jetzt als historischer Berater fungierte, gemeinsam auf den Weg gebracht. Foto: P. Stollenwerk

Schmidt. Auf Schritt und Tritt wird man in der Nordeifel auch heute noch mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges konfrontiert. Fragmente des Grauens, wie Bunkeranlagen oder Munitionsreste gehören für die Menschen immer noch zum Alltag.

Im Winter des Jahres 1944/45, als es im Grunde genommen schon nichts mehr zu verteidigen gab, brachte der Krieg großes Leid über die Soldaten und Zivilbevölkerung in der Region. Auch in der Umgebung von Schmidt hinterließ das unendliche Maß der Zerstörung und des Tötens tiefe Spuren.

In den zurückliegenden drei Jahren hat sich die Pfarre St. Hubertus Schmidt intensiv mit dem Projekt „Kreuzweg des Friedens“ beschäftigt. Dieser Weg durch das Kalltal ist insgesamt zehn Kilometer lang und führt den Wanderer zu zehn Stationen, die in einem direktem Zusammenhang zum Kriegsgeschehen stehen.

Panzerspuren, Erdlöcher, Gedenkkreuze oder ein kurzer amerikanischer Dokumentarfilm zu den Kriegsereignissen rund um Schmidt, der am Startpunkt des Kreuzweges im Nationalpark-Infopunkt in der Pfarrkirche abgerufen werden kann, sind zu sehen.

Obwohl die Rureifel-Touristik den Weg längst in ihr touristisches Programm aufgenommen hat, da die militärischen Relikte der „Schlacht im Hürtgenwald“ sich zum Besuchermagneten entwickelt haben, möchte die Pfarre Schmidt mit einem Gottesdienst am Mittwoch, 8. Mai, 10.30 Uhr, ganz offiziell den Kreuzweg eröffnen und das Projekt im Rahmen einer Teilwanderung auch noch einmal vorstellen.

Verbunden ist die Feier auch mit der Ausstellung „Jugend im Dritten Reich“, die in der Kirche zu sehen ist, und zeigen soll, „was der Krieg aus Menschen macht“, sagt Initiator Konrad Schoeller, der 20 Jahre als Rendant der Pfarre im Kirchenvorstand wirkte, und nun unter dem Begriff „Regio Oratio“ ein Informationsangebot für Einheimische und Touristen ins Leben gerufen hat, das kritisch und informativ das Kriegsgeschehen betrachtet.

Beim Kreuzweg des Friedens, den Schoeller fachlich begleitet hat, wie auch bei der Ausstellung komme es darauf an darzustellen, „die lokalen Erinnerungen in den Kontext des Krieges und eines verbrecherischen Regimes einzuordnen“. Häufig trete bei der historischen Auseinandersetzung mit dem Kriegsgeschehen dieser Aspekt zugunsten des rein militärischen Geschehens und der Kampfhandlungen im Hürtgenwald ein wenig in den Hintergrund. Dies dürfe man aber nicht isoliert betrachten.

Der Anlass, mit dem Kreuzweg des Friedens „ein Zeichen zu setzen“, betont Mitinitiator Adalbert van Londen vom Schmidter Kirchenvorstand, sei das Splitterkreuz gewesen. Dieses aus Munitionsresten gestaltete Kreuz wurde 2008 vom Heimatbund Schmidt auf dem Kirchenvorplatz aufgestellt.

Vor fünf Jahren dann übernahm der Kirchenvorstand die Initiative, dieses Mahnmal in einen Kreuzweg einzubinden. Das Projekt geriet dann ein wenig ins Stocken, weil die Akteure der Pfarre St. Hubertus zwischenzeitlich auf mehreren Ebenen gefordert waren.

Dass man mit diesem Angebot kirchlicher Friedensarbeit richtig liegt, beweist der gute Zuspruch; auch bereits mehrere Schulklassen finden in Schmidt anschauliche Beispiele dafür, dass der Krieg Gewalt und Grausamkeit erzeugt und kein strategischer Feldzug ist.

„Geschichte sollte lebendig und im Zusammenhang dargestellt werden“, betont van Londen, „da sehen wir uns auch seitens der Pfarre in der Verantwortung.“

Nicht zuletzt sehe man den Kreuzweg des Friedens auch als einen Beitrag, „um Kirche lebendiger zu gestalten“.

Im zweiten Halbjahr 2013 wird sich der Schmidter Kirchenvorstand einem neuen pastoralen Schwerpunkt zuwenden: Das Thema lautet dann „Schöpfung bewahren“, was noch einmal die Verantwortung der Menschen für ihre Welt in den Blickpunkt rücken soll.

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