Landwirte sehen in der Region gute Perspektiven

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Die Partner des Leader-Projektes stellten im Rahmen der Abschlussveranstaltung unter anderem eine Broschüre mit Porträts landwirtschaftlicher Betriebe aus der Eifel vor. Hintere Reihe von links nach rechtes: Wilfried Pracht, Bürgermeister Gemeinde Nettersheim, Hans-Gerd Kleinjans, Geschäftsführer Kreisbauernschaft Aachen, Dr. Michael Schaloske, Leiter Zentrum für Ländliche Entwicklung beim NRW-Umweltministerium, Reinhold Müller, Vorsitzender LAG Eifel, Bürgermeister Gemeinde Dahlem, Erich Gussen, Vorsitzender Kreisbauernschaft Düren, Ewald Adams, Leiter Kreisstellen Aachen-Düren-Euskirchen Landwirtschaftskammer NRW, Hans Schorn, Vorsitzender Kreisbauernschaft Euskirchen, Alexander Sobotta, Regionalmanager LEADER-Region Eifel. Vordere Reihe von links nach rechts: Susanne Lock, stellv. Leiterin Kreisstellen Aachen-Düren-Euskirchen Landwirtschaftskammer NRW, Hans-Martin Steins, Dezernent Kreis Düren, Günter Rosenke, Landrat Kreis Euskirchen.

Nettersheim. Unter dem Titel „Eifeldialog“ fand in Nettersheim die Abschlussveranstaltung zum Leader-Projekt „Zukunft der Landwirtschaft in der Eifel“ statt. Rund 120 Landwirte, Verwaltungsvertreter und Fachinteressierte waren der gemeinsamen Einladung der Landwirtschaftskammer und des Zentrums für ländliche Entwicklung beim nordrhein-westfälischen Umweltministerium gefolgt.

Im Rahmen des Projektes wurden eine Strukturanalyse der Landwirtschaft in der Eifel durchgeführt, Workshops zu landwirtschaftlichen Zukunftsthemen angeboten und der Dialog zwischen Landwirtschaft, Verwaltung und Bürgern durch Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit gefördert.

Ewald Adams, Leiter der Landwirtschaftskammer in Düren stellte die Befragungsergebnisse vor. Demnach blicken die 1300 Landwirte aus den Eifelkommunen in NRW selbstbewusst in die Zukunft. Auf den Eifeler Bauernhöfen herrscht Vielfalt anstatt Monokultur. Hier wird nicht nur gemolken, sondern es werden auch Pferde, Mutterkühe, Schweine, Geflügel und Schafe gehalten, und auf den Ackerflächen werden Getreide, Raps und Mais angebaut. In jedem zweiten Betrieb sind Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes und sogenannte Agrarumweltprogramme fest etabliert. Fast ein Viertel der Betriebe ist Energieerzeuger.

Adams: „Ohne Landwirtschaft und den ländlichen Raum kann die Energiewende nicht funktionieren. Die Eifeler Landwirte zeigen, dass viele Wege zum betrieblichen Erfolg führen können. Bedingung dafür ist, den eigenen Weg konsequent zu gehen. Im Hinblick auf die Nachfolger unterscheiden sich Landwirte nicht von Bäckern, Metzgern oder anderen Handwerksbetrieben. Mangels Nachfolger werden in Zukunft noch viele Landwirte mit dem Übergang zur Rente ihre Betriebe aufgeben“.

Die frei werdenden Flächen und das Vieh würden von den Berufskollegen übernommen, die so ihre Wettbewerbsfähigkeit in der globalisierten Welt verbesserten. Ob im Hauptberuf oder im Nebenerwerb, eines haben die befragten Landwirte gemeinsam: Sie lieben ihren Beruf, denn er ist eng mit der Natur verbunden und er schafft ein hohes Maß an Freiheitsgefühl und Zufriedenheit. Adams: „Die Landwirte leben gerne in ihrer Region, sind in hohem Maß zu ehrenamtlichem Engagement bereit und überzeugt, dass ihre Heimat voller Lebensqualität steckt. Die von den Landwirten in Jahrhunderten geschaffene Kulturlandschaft besitzt ihren charakteristischen Charme, den sie gerne erhalten wollen. Nichtsdestotrotz erwarten die Landwirtsfamilien Anstrengungen zur Verbesserung der Infrastruktur und gezielte Förderung des Freizeit- und Kulturangebots. Schöne Landschaft allein ist aus Sicht der Landwirte noch keine Zukunftssicherung.

Die Landwirtschaft ist zwar nur ein kleiner Wirtschaftszweig, aber sie ist fest verankert in der Region, bietet selber etwa 1000 Arbeitsplätze und durch ihr Wirtschaften viele Einnahmechancen für die heimischen Handwerker und Dienstleister. Das kann dauerhaft aber nur erfolgreich sein, wenn ihre betrieblichen Erfordernisse in der Gesellschaft und Politik auf Verständnis treffen. Konflikte sind nicht immer auszuschließen, entscheidend ist, dass sie einvernehmlich geklärt werden können“.

Vier Landwirte mit ganz unterschiedlichen Betriebsschwerpunkten gaben einen Einblick in ihren Alltag und ihren persönlichen Blick in die Zukunft. Die Junglandwirtin Catharina von Hoegen berichtete, warum Sie sich für diesen besonderen Beruf entschieden hat. Gottfried Busch aus Kreuzau, dessen schottische Hochlandrinder über die Drover Heide ziehen, zeigte, welchen wichtigen Naturschutzbeitrag die Landwirtschaft leisten kann.

Roswitha Hermeling aus Blankenheim beeindruckte die Zuhörer mit ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement neben ihrem Beruf als Milchbäuerin. Wilhelm-Josef Schäfer aus Heimbach schließlich setzt in seinem Betrieb neueste Technik ein, die durch reduzierten Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz auch zum Umweltschutz beiträgt.

Am Rande der Veranstaltung stellte die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die Broschüre „Eifel finde ich gut“ mit Porträts landwirtschaftlicher Betriebe aus der Eifel vor.

Zwei Studenten der Kunsthochschule Köln hatten zudem drei Junglandwirte mit einem außergewöhnlichen Film begleitet, der ebenfalls präsentiert wurde. Rund 36.000 Euro aus dem Leader-Programm der Europäischen Union flossen in das Projekt „Zukunft der Landwirtschaft“. Die Städteregion Aachen, die Kreise Düren und Euskirchen sowie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen brachten zusammen einen Eigenanteil in gleicher Höhe ein.

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