Landwirte beenden die Vorbereitungen für das Erntedankfest

Von: Julia Bäumler
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Ein atemberaubender Anblick: Beim Erntedankfest 2011 besiedelten Schaulustige die komplete Eupenerstraße. Besucher kommen von überall um den berühmten Mützenicher Erntedankezug zu sehen. Foto: Heiner Schepp

Mützenich. Gerade kommt Elmar Victor, der Vorsitzender der Ortsbauernschaft Mützenich e.V. zurück und kann endlich und erleichtert sagen: „Alles ist fertig, der Abend kann kommen!”

Es ist Freitagmittag und nach einjähriger Planung sind die Vorbereitungen für das lang erwartete und alljährliche Erntedankfest in Mützenich abgeschlossen.

„Denn nach dem Erntedankfest ist vor dem Erntedankfest.”, erklärt der seit zwölf Jahren amtierende, und dadurch erfahrene, Vorsitzende des Vereins. Schon eine Woche nach dem Erntedankfest des vergangenen Jahres begannen die Arbeiten der Ortsbauernschaft.

Die Zeltmietung, der Zug am Sonntag, die Meldung der Fahrzeuge bei der Städteregion, und noch vieles mehr stand für das kommende Jahr wieder an Organisation an.

„Mit ungefähr 50 Mitgliedern sind wir ein eingespieltes Team. Jeder hat seine Aufgabe und so kann eigentlich nichts schief gehen. Durch unser festes Organisationskonzept traten bei der Planung auch keine Hürden auf.”

Dies kann Elmar Victor noch getrost von diesem Jahr behaupten. Doch schon beim nächsten Erntedankfest könnte ihr Gerüst ins Wanken kommen, wenn die erhöhten GEMA-Gebühren ihnen vielleicht einen Strich durch die Rechnung machen werden. Das sei jedoch ein Problem, von dem man jetzt noch nicht wissen könne, welche Ausmaße es überhaupt annehmen würde und wie weit es das Fest betreffen werde.

Trotz dieser anstehenden Neuheit im folgenden Jahr kann Elmar Victor bis jetzt freudig behaupten: „Es sind uns bis jetzt noch keine Steine in den Weg gelegt worden.”

Ganz ohne Hilfe steht die Ortsbauernschaft an diesem Wochenende jedoch nicht da - Sowohl die Landfrauen, als auch der TV Mützenich und die freiwillige Feuerwehr Aphoven stehen mit beiden Helferhänden bereit.

Dabei stellen die Landfrauen und auch der TV Thekenpersonal für die Feierlichkeiten im Zelt, sind aber auch wenn es ums Fegen und die Toilettenreinigung geht tatkräftig dabei. Eine Woche vor Beginn der Feierlichkeiten verkaufen die Mitglieder des Turnvereins zudem schon die ersten Sträußchen, die sozusagen der Eintritt zum Erntedankzug am Sonntag sind.

Für alle weiteren Zuschauer des Zuges stehen die Helfer an den Ortseingängen bereit und verkaufen die Sträußchen. Selbstverständlich beruhe der Verkauf auf einer freiwilligen Basis, jedoch weckt die Überzeugung, selbst für einen geringen Preis kein Sträußchen zu kaufen Unverständnis beim Vorsitzenden der Ortsbauernschaft.

Zwar seien es nicht viele Leute, die sich gegen den Erwerb eines Erntedanksträußchens sträuben, aber trotzdem ist es ärgerlich, dass es immer wieder Leute gibt, die unser Fest nicht unterstützen.

Der Zug startet am Sonntag um 14.30 Uhr und auch hier ist alles organisiert - zumindest fast alles: nicht wenige der Mitglieder der 35 Gruppen, werden noch den Samstag in der Scheune verbringen, um noch die letzten Feinheiten an ihren noch geheimen Projekten erledigen zu können, um dann morgen den Zug mit ihren prächtigen Wagen bereichern zu können.

Die Ortsbauernschaft hat jedoch ihren Teil getan und kann sich bis zum Erntedankball wenigstens noch ein bisschen erholen. Die Fahrzeuge wurden alle bei der Städteregion angemeldet, die Sperrung der Straße und das dazu notwendige Aufstellen der Schilder übernimmt die Stadt Monschau, und die Parkeinweisung wird durch die ansässige Löschgruppe Mützenich der Freiwilligen Feuerwehr Monschau vollzogen.

Wer sich nun immer noch Gedanken darüber macht, wo er denn sein Auto abstellen könnte, der kann beruhigt sein, denn die Parkplätze seien alle ausgeschildert, versichert Victor.

Die beste Sicht auf den Zug, und somit auch eine höhere Chance, die ein oder andere Köstlichkeit zu erhalten, gäbe es übrigens im Schiffenborn, rät der Vorsitzende. Die Eupenerstraße sei meist sehr überfüllt und nur die Ecke zwischen Eupenerstraße und dem Bruch biete noch eine Standpunkt Alternative.

Doch wen wundern diese Massen an Menschen noch? Nachdem vergangenes Jahr rund 10.000 Besucher den Erntedankzug bewunderten, werden dieses Jahr ähnlich viele Menschen erwartet. Das Erntedankfest gibt es schon seit 59 Jahren.

Die Anfänge des Erntedankzuges liegen schon 65 Jahre zurück: Am 14.Februar 1947 gründete sich die Ortsgruppe „Mützenich des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes”. Diese Gruppe setzte sich mit Themen wie der Zwangswirtschaft, der Sozialversicherung oder dem Lastenausgleich auseinander.

Erst acht Jahre nach dem Kriegsende kam etwas mehr Fröhlichkeit in den Verein und dieser beschloss das sonst nur kirchliche Erntedankfest nun größer zu gestalten. Und folglich zog der Erntedankumzug das erste Mal durch Mützenich.

„Erntedank in Mützenich - Bei strahlendem Wetter eine Beteiligung wie ze Kermes”, schreibt der Heimatblick am 6. Oktober 1953. Und auch wenn es in den 50er und 60er Jahren den ein oder anderen Ausfall gab, ging der kulturelle Brauch nicht verloren und ist das stolze Aushängeschild von Mützenich.
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