Landwirte aus der Eifel demonstrieren in Brüssel

Von: ag
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Nordeifel/Brüssel. An den Protesten der Milchbauern in Brüssel haben sich auch Landwirte aus der Eifel beteiligt. Am Sonntag haben sie sich mit 20 Traktoren in Petergensfeld getroffen, fünf davon kamen aus dem Raum Monschau/Simmerath.

Von dort ging es nach Battice, wo man auf die belgischen Kollegen traf. Als am Montag die Agrarminister der 28 EU-Mitgliedsstaaten zu einer außerordentlichen Ratssitzung in Brüssel zusammenkamen, um Lösungen für den Milchsektor zu diskutieren, hatten sich Tausende Milchbauern auf den Straßen versammelt und ihrem Ärger Luft gemacht.

Sie blockierten mit ihren Traktoren die Straßen und verharrten vor Straßensperren, die von Hunderten Polizisten gesichert wurden. Die Landwirte setzten Heu in Brand und die Polizei antwortete mit Wasserwerfern.

Zu den Landwirten aus der Eifel, die sich an den Protesten beteiligt haben, gehören Hubert Frohn aus Kesternich und Markus Legge aus Imgenbroich, die für das Lokalteam Aachen des Bundes deutscher Milchviehhalter (BDM) sprechen. Die jungen Kollegen aus Belgien seien „etwas anders drauf“, die deutschen Landwirte seien im Vergleich eher zahm und die französischen Kollegen seien noch etwas extremer als die Belgier, erklärt Frohn mit Blick auf die Proteste.

Er und Legge finden diese Form aber angemessen. „Wenn sich einer in die Ecke stellt und weint, dann beachtet das keiner“, sagt Frohn. „Das ist ja keine Fan-Aktion mit Fähnchen und Huh-Huh-Rufen, schließlich geht es um die Existenz“, sagt Legge.

Die beiden Landwirte sind zufrieden mit der Aktion. Sie sei aber nur ein Puzzleteil von vielen, es müssten immer wieder neue Teile hinzugelegt werden, sagt Frohn. Wer gedacht habe, direkt ein Ergebnis im Sinne der Milchbauern zu erreichen, müsse enttäuscht sein. Die Mühlen der Politik seien nun mal langsam. Es sei darum gegangen, der Politik das Ausmaß der Krise deutlich zu machen und das sei gelungen.

„Wir wollen einen Systemwechsel und nicht die 500 Millionen Euro, die uns in Brüssel angeboten wurden. Das wäre ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Frohn. Nun gelte es auch auf kommenden Veranstaltungen präsent zu sein und am Ball zu bleiben. „Der Druck muss aufrecht erhalten werden“, stößt Legge in das gleiche Horn.

Nicht zufrieden sind sie mit der Beteiligung ihrer Kollegen an der Protestaktion. „Viele Kollegen schlafen lieber noch fünfmal darüber, bevor sie sich an irgendeiner Form von Protest beteiligen. Aber was nutzt es, wenn sie selbst nicht davon überzeugt sind“, sagt Frohn. Die Landwirtschaftskammer würde den Kollegen dazu raten, ihre Milch über die Börse am realen Markt vorbei über Kontrakte zu vermarkten. „Das ist vielleicht machbar, aber nicht zielführend, um auf einen vollkostendeckenden Milchpreis zu kommen. Außerdem sei das Ganze nicht nachhaltig. Frohn spricht von einer Perversion. Landwirte sollen nicht zu Börsenspekulanten gemacht werden. Legge meint, es müsse Aufklärungsarbeit geleistet werden, „weil viele Kollegen gar nicht wissen, was der BDM will. Sie denken an eine neue Milchquote, aber das wollen wir nicht. Wir wollen Mechanismen, die den Markt regulieren, vor allen in Krisenzeiten“, erklärt Legge.

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