Landet Monschaus Müll in Simmerather Tonnen?

Von: dm
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Familien, bei denen Windeln zur Entsorgung anfallen, haben es nicht leicht, schon gar nicht im neuen Monschauer Wiegesystem, wo die schweren Einmalwindeln kräftig zu Buche schlagen. Nun gibt es zumindest eine kleine Entlastung. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Wohin entsorgen die Bürger der Stadt Monschau ihren Müll? Zum Teil vielleicht in der Gemeinde Simmerath? Die Sorge darüber wurde nun im Simmerather Umweltausschuss zumindest unterschwellig laut.

Die Kalkulation der Müllgebühr müsse eine „solide Grundlage haben”, mahnte Alex Stiel, Sprecher der CDU-Fraktion im Umweltausschuss. Eine Kalkulation ohne „solide Grundlage” sei eine „gefährliche Sache”, sagte Stiel, der sich dann „über die Kalkulation in Monschau sehr wunderte”.

In der Zeitung hatte Alex Stiel gelesen, beim Restmüll gehe die Stadt Monschau in der Kalkulation der Gebühr von einem Gewicht von etwa 50 Kilogramm je Bürger aus. (Seit Beginn des Monates Mai wird in der Stadt Monschau der Müll in jeder Mülltonne gewogen und dann nach Gewicht abgerechnet).

Die Grundgebühr für ein 60-Liter-Gefäß wurde in Monschau auf 38,80 Euro festgesetzt. Im vergangenen Jahr lag die Gebühr für ein 50-Liter-Gefäß bei fast 160 Euro.

Zur neuen Grundgebühr von 38,80 Euro kommt noch eine Gebühr von 28 Cent je Kilo Müll, wobei in den aktuellen Gebührenbescheiden von einer Müllmenge von 60 Kilo je Bürger ausgegangen wird, was einer Gebühr von 33,60 Euro entspricht.

Aus der Statistik, die Abfallberater Georg Kleinen nun für Simmerath vorstellte, waren auch die Zahlen aus der Stadt Monschau (wie von allen Kommunen im Kreis Aachen) aufgelistet. Danach war in Monschau im vergangenen Jahr eine Restmüll-Menge von rund 140 Kilo je Bürger angefallen.

„Wie ist es möglich, dass nun je Bürger mit 90 Kilo weniger Restmüll kalkuliert wird?” war die Frage im Simmerather Umweltausschuss, zu der Abfallberater Georg Kleinen sich nicht äußern wollte. „Wo geht der Rest des Restmülls hin?”

Die Sorge in Simmerath: Ein Teil des Mülls der Bürger aus Monschau könnte irgendwie in den Tonnen von Bürgern der Gemeinde Simmerath landen.

122 Kilo pro Einwohner

Je Bürger in der Gemeinde Simmerath notierte der Abfallberater für das Jahr 2008 an Hausmüll 122 Kilo, das sind 7,6 Kilo je Einwohner weniger als im Jahr zuvor.

„Die Bürger wissen, dass gutes Sortieren Vorteile bringt”, freute sich Alex Stiel über den Rückgang beim kommunalen Hausmüll, der zusammen 1904 Tonnen auf die Wage brachte, das sind 35,7 Prozent des gesamten Müllaufkommens in der Gemeinde.

An Wertstoffen wurden 2302 Tonnen entsorgt, darunter 1299 Tonnen Papier und 370 Tonnen Glas. Der Sperrmüll hatte ein Gewicht von 261 Tonnen (380 Tonnen im Jahr zuvor).

Beim Hausmüll liegt der Durchschnitt im Kreis Aachen bei 134 Tonnen, damit liegt die Gemeinde Simmerath mit 122 Tonnen zwölf Tonnen unter dem Kreisdurchschnitt.

Alle Müll-Fraktionen zusammen betrachtet, hat im vergangenen Jahr jeder Simmerather Bürger (15.613 Einwohner) 341,6 Kilo Müll gemacht.

Noch ein paar Zahlen aus der Statistik für die Gemeinde Simmerath: Je Bürger wurden 83,2 Kilo Altpapier entsorgt (der Kreisdurchschnitt liegt bei 77,6 kg); an Altglas kamen in den Containern 370 Tonnen zusammen, das entspricht einer Menge von 23,7 Kilo je Bürger.

Die Verwaltung beklagt abermals, dass einige Container-Standorte in der Gemeinde erheblich verschmutzt sind, weil dort widerrechtlich Müll abgelagert wird.

Die Personal- und Entsorgungskosten des wilden Mülls müssen die Bürger insgesamt über die Müllgebühr bezahlen.
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