Staukarte

Landesstraße 166: Rüttelstreifen statt Streckensperrung

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Mit Beginn des Frühjahres werden auch die Biker vor allem am Wochenende wieder in Massen die Eifel erobern. Dabei müssen sie sich allerdings bald auf Rüttelstreifen auf der L 166 einstellen. Foto: Karl-Heinz Hoffmann
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Klein, aber effektiv: Rüttelstreifen, die flotte Motorradfahrer bremsen sollen, werden zu Beginn des Sommers versuchsweise in Höhe der Jugendherberge Rurberg aufgebracht. Foto: Archiv

Nordeifel. So sicher es ist, dass im Winter Schnee in der Eifel fällt, so sicher kann man auch eine Bank darauf setzen, dass die Motorradfahrer im Frühjahr vor allem an den Wochenenden wieder in Massen das hiesige Naturparadies mit seinen herrlichen Ausblicken und wunderbaren Kurven erobern.

Das dürfte auch zu den anstehenden Ostertagen wieder der Fall sein, wenngleich das Wetter noch Beständigkeit vermissen lässt.

Fahrfreude kontra Lärmbelästigung ist dann vorprogrammiert. Die Kritik vieler Bürger, besonders in den Rurtalorten, ist ist in den letzten Jahren nicht verstummt. Dabei müssen sich die Biker auf eine gravierende Einschränkung einstellen, denn auf einer der beliebtesten Motorradstrecken in der Nordeifel, der Landstraße 166 zwischen Kesternich und Rurberg, sollen sogenannten Rüttelstreifen in den Fahrbahnbelag eingebaut werden. Die intensiv diskutierte Maßnahme scheint nun langsam Gestalt anzunehmen.

Nach einem Ortstermin im September 2015, an dem Vertreter der Städteregion Aachen, der Gemeinde Simmerath, des Landesbetriebs Straßenbau und der Polizei teilgenommen hatten, wurde die probeweise Aufbringung der Rüttelstreifen in Höhe der Jugendherberge beschlossen, da es in der Vergangenheit hier immer wieder zu Unfällen kam.

Bei diesen Rüttelstreifen handelt es sich nach Auskunft des Landesbetriebs Straßenbau um zwei Zentimeter hohe und vier Zentimeter breite Asphaltstreifen, von denen je vier Stück im Abstand von einem Meter auf der Fahrbahn aufgebracht werden.

Zum aktuellen Stand teilte Bruno Wilden, Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung der Gemeinde Simmerath mit, dass die Schikane laut Mitteilung des Landesbetriebs Straßenbau Ende Mai/Anfang Juni an besagter Stelle eingebaut werden soll.

Die im vorigen Jahr im März nach dem großen Motorrad-Symposium der Gemeinde Simmerath, an dem 20 Kommunen zwischen dem Sauerland und Rheinland-Pfalz im Rurberger Antoniushof teilgenommen hatten, entfachte Diskussion zu möglichen Streckensperrungen, scheint hingegen vom Tisch zu sein.

Im Raum stand damals, ähnlich der seit Jahren bestehende Streckensperrung zwischen Steckenborn und Woffelsbach (L 128), eine zeitlich befristete Sperrung (zum Beispiel nachts sowie an Wochenenden bis 9 Uhr) der L 166 zwischen Kesternich und Rurberg. Laut Mitteilung der Gemeinde Simmerath und Rurbergs Ortsvorsteher Sander Lutterbach wird „diesem Ansinnen derzeit nicht gefolgt“.

Damit schließt man sich dem Beschluss des Simmerather Tiefbau-, Verkehrs- und Denkmalausschusses vom Mai vergangenen Jahres an, womit die Sperrung dieser als Rennpiste bekannten Strecke letztlich nur als letztes mögliches Mittel in Frage kommt.

Ob man nun mit den Rüttelstreifen das Problem der lautstarken Heizer und Raser in den Griff bekommt, muss abgewartet werden.

Die Polizei setzt im Kampf gegen den Motorradlärm weiterhin bei der Kontrolle der Geschwindigkeit an. Bekanntlich besteht ein Zusammenhang zwischen Tempo und Lärm, doch zurzeit gibt es keine Möglichkeit für die Polizei, das Fahrgeräusch eines Motorrads auch gerichtsfest sicher festzustellen. Das Standgeräusch liegt meist im vorgeschriebenen Rahmen, weshalb die Polizei verstärkt bei den Geschwindigkeitskontrollen ansetzt.

Von Seiten der Biker-Union wurde dazu seinerzeit eine andere Auffassung vertreten. Man verwies auf entsprechende Messmethoden, wonach der Lärmpegel objektiv feststellbar sei.

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