Rurberg - Landesbetrieb zur Baumfällaktion: „Wir waren in Zugzwang”

Landesbetrieb zur Baumfällaktion: „Wir waren in Zugzwang”

Von: P. St.
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Auf einer Breite von rund 50 Metern wurde der Hang entlang der L166 oberhalb von Rurberg aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht durch den Landesbetrieb Straßenbau von Bäumen befreit. Einige Anwohner der Wieskuhl zeigen dafür kein Verständnis. Foto: P. Stollenwerk

Rurberg. „Ausgerechnet am Ostersamstag bricht der Landesbetrieb Straßenbau NRW aus Simmerath in die Osterruhe in Rurberg ein und zerstört mit lautem Sägegedröhn und Baggereinsatz den schützenden Grünstreifen am Hang der Rurberger Umgehungsstraße,” ärgert sich Volker Hepple aus Rurberg über eine Abholzungsmaßnahme oberhalb der Straße Wieskuhl, die am Dienstag beendet wurde.

In der Kurve der L 166 oberhalb des Ortes eröffnet sich nach dem Entfernen von rund 60 Bäumen auf einer Breite von 50 Metern zwar jetzt ein unverstellter Blick auf den Nationalpark Eifel und Vogelsang, doch für Volker Hepple und auch einige andere Anwohner wurde „ein bedauerlicher Kahlschlag hinterlassen”.

Nach einem Ortstermin in Anwesenheit eines Baumexperten sei im Auftrag des Landesbetriebs hier eine Firma tätig geworden, erläutert auf Anfrage der Lokalredaktion Klaus Dollmann, Leiter der Straßenmeisterei Simmerath.

Beim einem Orkansturm in diesem Winter waren einige Bäume auf ein unterhalb des Hanges liegendes Privatgrundstück an der Wieskuhl gekippt. Dabei war auch ein Zaun beschädigt worden. „Wir mussten unseren Verkehrssicherungspflicht nachkommen, nachdem die Eigentümer Bedenken anmeldeten, dass beim nächsten Sturm weitere Bäume das Grundstück gefährden könnten,” begründet Dollmann die Maßnahme. „Wir waren in Zugzwang.”

Volker Hepple dagegen zeigt sich enttäuscht, dass gesunde Bäume gefällt wurden. „Das ist kein schöner Beitrag zum Thema "Unser Dorf soll schöner werden"”, und die Aktion trage auch nicht zur Verbesserung der Umgebung des Nationalparks bei.

Außerdem sehen die Anwohner jetzt noch den negativen Nebeneffekt, dass sich durch den fehlenden Grünschutz das Geräuschniveau von Motorrädern verstärken werde „und der Feinstaub des allgemeinen Verkehrs sich ungehindert über Teile der Ortslage Rurberg ausbreiten kann.”

Schließlich zweifelt Volker Hepple auch die Stabilität des Steilhangs an, nachdem die Bäume entfernt wurden. Er hofft nun, dass der Hang neu bepflanzt wird oder eine Schallschutzwand errichtet wird.

Diese Hoffnung kann Klaus Dollmann nicht teilen, der auch das Argument des Lärmschutzes nicht gelten lässt. Wissenschaftliche Studien hätten ergeben, dass Verkehrslärm ein subjektives Empfinden darstelle, und dieser als störender und lauter empfunden werde, wenn man ihn sehe. In der Tat aber sei die Lärmminderung durch Bäume „gleich null.”

Da der Hang nicht komplett ausgeräumt worden sei, werde hier bald schon wieder „alles grün” werden.
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