Lärmpolizei für einen gesunden Arbeitsplatz

Von: rpa
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Yvonne Hamacher, Leiterin der Kindertagesstätte St. Johannes in Lammersdorf, freut sich mit den Kindern über den Erfolg im BKK-Wettbewerb, in dem es um gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen und um das Wohlbefinden der Erzieherinnen ging. Foto: R.Palm

Lammersdorf. Wenn die Kinder zu laut sind, dann greift die Lärmpolizei ein und zeigt den „Krachmachern” das Stoppschild. Und diejenigen, die besonders leise sind, werden am nächsten Tag als Lärmpolizisten mit Polizeimarke und Stoppschild ausgerüstet.

Was für die Jungen und Mädchen spielerisch ist, gehört im Katholischen Familienzentrum St. Johannes der Täufer mit zum Konzept „Gesunder Arbeitsplatz”.

Der BKK-Landesverband NRW hatte die Kindergärten und Kindertagesstätten im vergangenen Mai im Rahmen der Initiative „Fit von klein auf” zu einem Wettbewerb aufgerufen. Das Thema lautete „Gesunder Arbeitsplatz Kita”. Dabei ging es um die betriebliche Gesundheitsförderung für das fachpädagogische Personal.

Zum Konzept der Kita St. Johannes, so erläutert Yvonne Hamacher, gehöre es, den Lärm zu reduzieren und die Pausen genau einzuhalten. Zudem gibt es eine Art Rotationssystem, das heißt, die Erzieherinnen wechseln ständig ihren Arbeitsablauf, um einseitige Bewegungen zu verhindern.

Auch können die Erzieherinnen in der „Rückenschule” ihre Muskeln und Wirbelsäule stärken, um Rückenschmerzen zu lindern oder vorzubeugen. Die Lammersdorfer Kita wurde für ihr Konzept mit dem dritten Preis ausgezeichnet, worüber sich Yvonne Hamacher, die seit August 2009 Leiterin ist, sehr freut. Das Preisgeld des Wettbewerbs von 750 Euro will die Kita nutzen, um spezielle Stühle für die Erzieherinnen anzuschaffen.

Seit fast drei Jahren ist St. Johannes zertifiziertes Familienzentrum und somit neben dem „Kita-Alltagsgeschäft” auch Bildungs- und Begegnungsstätte für Menschen in mehreren Generationen. Derzeit werden in der Kita zwölf Kinder unter drei Jahren betreut.

Der Betreuungsbedarf für U3-Kinder steigt immer weiter und damit wachsen auch die Anforderungen an die Mitarbeiterinnen. „Vor allem die Jüngsten”, so erläutert Yvonne Hamacher, „brauchen ein hohes Maß an Zuwendung, Aufmerksamkeit und Pflege”.

Arbeits- und Rahmenbedingungen werden daher für das pädagogische Personal in den Kitas ein zentrales Thema, wenn es um die Gesundheitsförderung geht. „Für Träger und Leitung ist es eine besondere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass eine aktive Gesundheitsförderung betrieben wird, die alle Beteiligten berücksichtigt”, erläutert Yvonne Hamacher.

In der Kita St. Johannes arbeiten derzeit acht pädagogische Mitarbeiterinnen, die 59 Kinder in drei Gruppen betreuen, dabei gibt es 20 Ganztags-Plätze. „Nur wenn es unseren Mitarbeiterinnen gut geht, können sie auch effektiv arbeiten und gut für unsere Kinder sein”, erklärt Yvonne Hamacher, warum ihr die Teilnahme am Wettbewerb so wichtig war.

Und sie ist vom Ergebnis überzeugt: „Den Kindern tut die Kita gut, sie können sich hier gut entwickeln.” Allerdings sagt sie nachdrücklich: „Die Familie kann eine Kita nicht ersetzen, sie kann sie aber ergänzen”. So gehört auch zum erzieherischen Konzept in der Kindertagesstätte, dass die größeren den kleineren Kindern helfen.

Umbau der Kita muss dringend beginnen

Die Kindertagesstätte in Lammersdorf braucht dringend mehr Platz. Eigentlich sollten Um- und Anbau schon fertig sein, doch bislang wurde mit den Arbeiten noch nicht einmal begonnen. Der Baubeginn ist weiterhin ungewiss, denn noch sind die zugesagten Gelder des Landes nicht da. Und ohne die neuen und größeren Räume kann die Kita St. Johannes der Täufer längst nicht alle Kinder aufnehmen.

Auf der Warteliste stehen derzeit sogar die Namen von 15 Kindern unter drei Jahren. Dabei hat der Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Städteregion Aachen schon Mitte März grünes Licht für die dritte Ausbaustufe der U3-Betreuung gegeben. Zur Bestandssicherung von 16 U3-Plätzen sei ein Anbau nötig, hatte der Ausschuss entschieden. Dieser Anbau sollte, so war damals im Ausschuss zu hören, im November fertig sein. Finanziert wird das Projekt vom Träger also der katholischen Kirche und größtenteils vom Land NRW. Geplant sind ein neuer Schlafraum und eine neue Mehrzweckhalle. Vorgesehen ist zudem, einige Gruppenräume umzubauen und zu erweitern.

Auch Kita-Leiterin Yvonne Hamacher hofft, dass die Gelder (rund 300.000 Euro) bald fließen, sodass mit den Bauarbeiten bald begonnen werden kann. Denn sonst können zum neuen Kindergartenjahr ab dem 1. August 2011 längst nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden.

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