Längster Gottesdienst fällt trotz Regen nicht ins Wasser

Von: maxs
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Sie bauten eine kleine Kirche aus Holz, Kordel und Draht: Die Jugendlichen konnten bei mehreren Aktionen aktiv werden. Foto: M. Stollenwerk
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Auch ein Selfie mit Martin Luther war möglich beim evangelischen „Gottesdienst-Experiment“ in Monschau. Foto: M. Stollenwerk

Monschau. „Wir bauen eine kleine Kirche, nur aus Holzstäben, Kordel und etwas Draht“, erklärten Ida, Greta, Max und Enrik. Die vier Jugendlichen saßen in der Monschauer Stadtkirche und waren zu Gast auf einem interaktiven, experimentellen Gottesdienst-Experiment, das vom Jugendreferent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, Axel Büker, sowie von Jens-Peter Bentzin, dem Pfarrer der evangelischen Stadtkirche, initiiert wurde. Der konkrete Anlass war das 500. Reformationsjubiläum in diesem Jahr.

„Wir fertigen ein Bild aus Wolle an, dessen verschiedene Farben die unterschiedlichen Menschen zeigen und deren Gleichberechtigung verdeutlichen sollen“, erklärten zwei junge Damen, die sich ebenfalls an dem Experiment beteiligten.

Dabei konnten sich alle Gäste an verschiedenen Plätzen in der Altstadt selbst am Geschehen beteiligen oder auch einfach zuschauen. Es war jedem Gast selbst überlassen, sich seinen Gottesdienst aus den verschiedenen Elementen zusammenzustellen. In der Stadtkirche gab es beispielsweise einen Bibel-Vorlese-Marathon. Hier wurde das Neue Testament der Bibel nach einer Übersetzung von Martin Luther vorgelesen. Jeder hatte die Möglichkeit, selber eine Passage vorzulesen oder lediglich ein paar Minuten zu verweilen.

Lauter und stimmungsvoller ging es am Marktplatz zu. Hier versuchten vier Bands, trotz des teilweise lange andauernden Regens, für gute Stimmung zu sorgen. Auch wenn das ungemütliche Wetter wohl viele Gäste davon abhielt, nach Monschau zu kommen, ließen sich diejenigen, die dennoch da waren, die Stimmung auch vom Regen nicht vermiesen.

Vom Eifelsteig zur Bühne

„Wir wandern im Moment auf dem Eifelsteig und wussten von der Veranstaltung in Monschau gar nichts. Aber wir werden gleich sicherlich mal an der Bühne vorbeischauen“, sagten Jan aus Hannover und Joscha aus München. Die beiden jungen Männer waren völlig durchnässt, wirkten aber dennoch gut gelaunt und machten sich auch sogleich auf den Weg in Richtung Bühne.

Zur gleichen Zeit fand in der Stadt eine Fotoaktion statt. „Mein Blick auf die Welt – Meine Sicht der Dinge“ war der Slogan, unter dem die Veranstaltung stand. Hintergrund der Aktion war es, ausgerüstet mit dem Handy, in Fünfergruppen durch Monschau zu ziehen und Orte, Szenen und Menschen ins Bild zu setzen. Die Fotos wurden anschließend im DIN-A3-Format ausgedruckt und im Kreuzgang des Auklosters ausgestellt.

Am Roten Haus war ebenfalls eine Bühne aufgebaut. Auch hier gab es verschiedene Lesungen und Musik zu hören. Ebenfalls auf dem Programm stand ein Poetry-Slam-Contest. Dies ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbst geschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Einer der Teilnehmer des Wettbewerbs war Jörg Bertermann aus Roetgen, der unter einem Zelt saß, um sich vor dem Regen zu schützen, und auf seinen Einsatz wartete.

„Abendmahl“ mit Wurst und Käse

Diese und viele weitere Aktivitäten wurden für die Besucher organisiert, bevor um 18 Uhr ein gemeinsames „Abendmahl“ auf dem Marktplatz stattfand. Dabei hatte jede Gruppe einen Korb bekommen, unter anderem mit Brötchen, Wurst und Käse, aus dem dann gemeinschaftlich gepicknickt wurde.

„Diese Aktion findet so zum erste Mal in Monschau statt“, sagte Heinz Wolke, Mitarbeiter der christlichen Kirchengemeinde von Alsdorf, Würselen, Hoengen und Broichweiden. Bisher sei der Zuspruch trotz des Wetters erfreulich positiv. Auch wenn dies an den einzelnen Ständen nicht immer so wirke.

Um 21 Uhr stand auf dem Marktplatz eine gemeinsame Verabschiedung an. Wer das Experiment dann immer noch verlängern wollte, hatte die Möglichkeit, ab 21.30 Uhr am Nachtprogramm teilzunehmen und anschließend im Jugendgästehaus Monschau zu übernachten.

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