Monschau - „Ladies in Black“ sorgen für strahlende Gesichter

„Ladies in Black“ sorgen für strahlende Gesichter

Von: Carmen Krämer
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Teambesprechung mit Alemannia-Trainer Stefan Falter (vorne): Dass Selina Stollenwerk (Nr. 13), die die Bewerbung für die Aktion „Spiel deines Lebens“ initiiert hatte, einmal mit ihrem Vorbild Karolina Bednarova (rechts) in einer Mannschaft stehen würde, hat sie in ihren kühnsten Träumen nicht erhofft... Foto: Carmen Krämer
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Ein Erinnerungsfoto, dass die TuRa-Mädels wohl noch ihren Enkeln zeigen werden: Kreis- und Bundesligaspielerinnen, bunt gemischt und strahlend, betrieben am Sonntag in der Hauptschul-Sporthalle beste Werbung für ihren Sport. Foto: Carmen Krämer
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Die Autogramme der Bundesligaspielerinnen standen bei den jungen Besuchern hoch im Kurs. Foto: Carmen Krämer

Monschau. So aufgeregt waren Selina Stollenwerk und ihre Teamkolleginnen noch nie. „Letzte Nacht habe ich nicht gut geschlafen und davor auch nicht wirklich“, antworteten die Volleyballmädels durchweg auf die Frage wie es ihnen in den letzten Tagen ergangen sei. Ihre Gefühle seien eigentlich unbeschreiblich.

Und auch wer sich sonst vielleicht nicht so sehr für Ballsport begeistern kann und nur aus Neugierde am Sonntag in der Hauptschulhalle in Monschau vorbeischaute, wurde von den emotionalen Augenblicken mitgerissen. Als Alemannias Hallensprecher André Schnitker zuerst Aachens „Ladies in Black “ und anschließend die „Ladies in Red“ des Tura Monschau ankündigte, spürte man Gänsehaut am ganzen Körper und eine knisternde Spannung in der Luft. Es war das „Spiel des Lebens“ für die U18 Kreisliga-Volleyballerinnen aus dem kleinen Eifelstädtchen – noch nie haben sich die Mädels so sehr über jeden einzelnen Punkt gefreut.

Sie waren auf Initiative von Selina Stollenwerk dem Aufruf des Telekommunikationsdienstleisters NetAachen und des Zeitungsverlags gefolgt und hatten sich mit einem selbstgeschriebenen Gedicht und den meisten Stimmen auf Facebook den Sieg des Wettbewerbs ergattert.

Von dem Moment an, als klar war, dass die Bundesliga-Spielerinnen in die Eifel kommen würden, war nichts mehr wie vorher. Die Aufregung aller stieg von Tag zu Tag, die Mädels haben teilweise fünf Mal in der Woche trainiert und es gab einiges zu organisieren. Und da hat der gesamte Verein, wie es in der Eifel üblich ist, mitgeholfen. „Wir als Vorstand freuen uns wahnsinnig für die Mädels. Wer hat schon die Möglichkeit, mal gegen eine Bundesligamannschaft zu spielen?“, freut sich der erste Vorsitzende des Tura Monschau, Jörg Fricke.

Dass hier alle an einem Strang ziehen, ist auch Bernd Born von Net Aachen aufgefallen. „Wir freuen uns, dass die Monschauer gewonnen haben, denn wir haben hier eine tolle Gastfreundschaft kennengelernt. Außerdem ist es toll, was der Verein hier auf die Beine gestellt hat“, erklärt er.

Jetzt war es endlich so weit: Die Eifeler Mädels standen ihren großen Vorbildern in zwei Sätzen gegenüber. Zwar hatten sie sich keine großen Chancen gegen die Profis ausgerechnet, aber verloren dennoch nur mit 8:25 (1. Satz) und 9:25 (2. Satz). Danach wurden die Mannschaften gemischt, und für Selina Stollenwerk ging in Erfüllung, was sie vor diesem Wettbewerb nicht zu träumen gewagt hatte: Sie durfte mit ihrem großen Vorbild Karolina Bednarova in einer Mannschaft spielen.

Wie Selina zuvor schon erwartet hatte, kam nun ein besserer Spielfluss zustande und die Mädchen gaben alles, so dass die Ergebnisse dieser Partien sehr ausgeglichen waren. Auf die Frage, was es für ein Gefühl sei, einmal mit ihren Vorbildern in einer Mannschaft zu spielen, antworteten Julia Esser und Selina Stollenwerk: „Wir sind sprachlos. Man kann das Gefühl überhaupt nicht beschreiben. Es hat einfach nur Spaß gemacht!“ Und auch den sympathischen Aachenerinnen hat der Ausflug in die Eifel gefallen. Lucy Wicks, die an diesem Tag nach 16 Jahren in der Eifel ihren letzten Auftritt als Profispielerin hatte, zeigte sich sehr angetan von der Aktion: „Ich bin ein wenig traurig, dass ich nun mit dem Profivolleyball aufhöre. Aber heute war ein toller Tag, wir hatten viel Spaß und die Idee ist großartig!“

Dieser Meinung ist auch Alemannia-Trainer Stefan Falter, der seine Mannschaft seit fast fünf Jahren trainiert: „Solche Events machen wir sehr gerne. Wenn man die strahlenden Augen der Tura Mädels sieht, war das eine sehr gute Idee, hierher zu kommen“, ist er überzeugt. „Wir spielen schließlich gern Volleyball und versuchen, die Freude an dem Sport weiterzugeben.“ Die Querelen der letzten Wochen und die Tatsache, dass die Alemannia-Spielerinnen nächste Saison wohl unter anderem Namen in der Bundesliga baggern, schmettern und pritschen werden, spielte an diesem großen Tag in Monschau übrigens kaum eine Rolle.

Und auch die integrative Kindertagestätte in Monschau kann sich freuen, denn der Erlös einer Trikotversteigerung wird der Einrichtung zu Gute kommen. Letztlich waren sich alle einig: „Die Aktion war eine super Sache und sollte unbedingt wiederholt werden!“

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