Roetgen - Lach-Yoga: Vom künstlichen zum echten Lachen

Lach-Yoga: Vom künstlichen zum echten Lachen

Von: Nina Leßenich
Letzte Aktualisierung:
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Guter Start in den Tag: Beim „1-Meter-Lachen“ stellt man sich vor, mit den Händen ein Maßband auseinanderzuziehen. Dabei berührt man zuerst den Ellbogen, dann die gegenüberliegende Schulter und in der Endstellung werden beide Arme zur Seite ausgestreckt. Dabei herzhaft lachen. Foto: nile
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Guter Start in den Tag: Beim „1-Meter-Lachen“ stellt man sich vor, mit den Händen ein Maßband auseinanderzuziehen. Dabei berührt man zuerst den Ellbogen, dann die gegenüberliegende Schulter und in der Endstellung werden beide Arme zur Seite ausgestreckt. Dabei herzhaft lachen. Foto: nile
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Guter Start in den Tag: Beim „1-Meter-Lachen“ stellt man sich vor, mit den Händen ein Maßband auseinanderzuziehen. Dabei berührt man zuerst den Ellbogen, dann die gegenüberliegende Schulter und in der Endstellung werden beide Arme zur Seite ausgestreckt. Dabei herzhaft lachen. Foto: nile
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Guter Start in den Tag: Beim „1-Meter-Lachen“ stellt man sich vor, mit den Händen ein Maßband auseinanderzuziehen. Dabei berührt man zuerst den Ellbogen, dann die gegenüberliegende Schulter und in der Endstellung werden beide Arme zur Seite ausgestreckt. Dabei herzhaft lachen. Foto: nile

Roetgen. Anne Sintic spannt den rechten zum linken Arm und zieht ihn dann zurück nach rechts, als würde sie einen unsichtbaren Bogen spannen. Bei jeder Bewegung stößt sie ein freudiges „Ho“ oder „Ha“ aus. Dann reißt sie beide Arme in die Luft, streckt sich soweit es geht und „lacht sich kaputt“.

Die Situation wirkt auf Außenstehende ein wenig albern – soll sie aber auch: Anne Sintic aus Roetgen macht Lach-Yoga. „Lach-Yoga ist vor allem ein Gute-Laune-Training“, erklärt Sintic. Erfunden worden sei es vor 20 Jahren von dem indischen Arzt Dr. Madan und seiner Frau Maduri Kataria.

„Im Deutschen gibt es zwei Sprichwörter: ‚Lachen ist gesund‘ und ‚Lachen ist die beste Medizin‘. Dr. Madan hat sich gefragt, warum man die medizinisch nachweisbaren, positiven Auswirkungen des Lachens nicht aktiv nutzt“, sagt Sintic. So sei schließlich Lach-Yoga entstanden.

Sintic selbst wurde auf den Sport aufmerksam, als in ihrem Bekanntenkreis jemand an Depressionen erkrankte. „Ich habe damals ein Geschenk für meinen Bekannten gesucht und in einer Bahnhofsbuchhandlung ein Buch über Lach-Yoga entdeckt“, erinnert sie sich. „Zuerst habe ich gedacht ‚Das kann man doch nicht machen‘. Aber dann habe ich das Buch gelesen und wusste: Das ist genau das Richtige!“

Sie selbst sei damals Mitte 30 gewesen und habe auch bei sich selbst bemerkt, dass das Lachen in ihrem Leben immer weiter in den Hintergrund rückt. „Im Beruf und als Mutter muss man viel funktionieren. Einfache Dinge wie Lachen kommen da oft zu kurz“, meint sie. Eine Tatsache, die sich sogar mit wissenschaftlichen Zahlen belegen lässt: Während Kinder durchschnittlich 400 Mal am Tag lachen, lacht ein Erwachsener in der Regel nur noch rund 15 Mal täglich.

Frei und albern sein

Nach anfänglichen Hemmungen, sich „zum Affen zu machen“, nahm Sintic an einem Seminar in Köln teil. „Natürlich war die Situation ein wenig befremdlich“, erinnert sie sich. „Aber ich habe es total genossen, einfach frei und albern sein zu können!“ Denn genau darum geht es beim Lach-Yoga: Frei heraus lachen, kichern, sich vor Lachen kugeln und sich dadurch vital fühlen.

„Die gesundheitlichen Aspekte beim Lach-Yoga sind enorm“, weiß Sintic. Beim Lachen wird die Atmung intensiviert, der Körper wird mit mehr Sauerstoff versorgt und die Durchblutung aktiviert. Zudem setzt der Körper beim Lachen Glückshormone frei – man fühlt sich entspannt, heiter und gut gelaunt.

Für Sintic das Beste am Lachen auf Knopfdruck: „Man braucht keinen Grund zum Lachen. Dem Körper ist es egal, ob wir lachen, weil wir einen guten Witz gehört haben, oder ob wir es bewusst provozieren – die körperliche Reaktion bleibt die gleiche.“ So komme man ganz automatisch vom künstlichen ins echte Lachen.

Neben den gesundheitlichen Effekten schätzt die Lach-Yoga-Trainerin aber auch die gesellschaftliche Relevanz des Lachens. „Lachen verbindet Menschen und sorgt für ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl“, meint sie. Besonders in Deutschland, wo in der Regel eher ein „kaltes Miteinander“ herrsche, sei dies wichtig. „Lachen entspannt das Leben“, ist sich Sintic sicher.

Offenheit mitbringen

Wer sich am Lach-Yoga versuchen möchte, müsse laut Sintic eigentlich nur eines mitbringen: Offenheit und den Mut, sich Neues zu trauen. „Lach-Yoga ist für jeden geeignet, der bereit ist, etwas lustiges und albernes zu machen“, sagt sie.

Profitieren würde davon jeder: Denn wer regelmäßig Lach-Yoga praktiziere, der lache auch in seinem Alltag häufiger. „Statt sich über blöde Situationen zu ärgern, kann man sich auch einfach darüber kaputtlachen“, sagt Anne Sintic. Und auf Krisen mit guter Laune zu reagieren, könne wohl kaum schaden.

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