Kuschelbetten für den langen Eifelwinter gespendet

Von: Heiner Schepp
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Sie sorgen gemeinsam dafür, dass die Menschen in der Notunterkunft Haag im nahenden Winter gut gebettet sind (hinten von links): Impuls-Inhaberin Dagmar Kausch mit Tochter Syrina, Einrichtungsleiterin Marianne Bothen-Frehr, Selma Kerinc und Katja Kaußen von der Raiffeisenbank Simmerath sowie vorne Cafer Hekim, Heimleiter in der ehemaligen Hauptschule Monschau vor den Kartons mit den gespendeten Betten.

Simmerath/Monschau. Immer noch zeigt sich der Eifeler Herbst von seiner milden Seite, bis auf einen Tag im Oktober hat der Winter noch nicht angeklopft. Ab dem kommenden Wochenende aber sehen die mittelfristigen Wetterprognosen auch für die Nordeifel einen ersten richtigen Wintervorstoß.

Und da kommt eine bemerkenswerte Spende gerade recht: In einer gemeinsamen Aktion haben Dagmar und Jörg Kausch vom Simmerather Betten-Fachgeschäft Impuls und die benachbarte Raiffeisenbank Simmerath nun 120 wärmende Oberbetten plus dazu passende Kopfkissen im Gesamtwert von rund 4000 Euro für die Flüchtlingsnotunterkunft des Landes in Monschau bereit gestellt.

Bislang schlafen die aktuell 270 Menschen in der ehemaligen Hauptschule in Etagenbetten mit einfachen Wolldecken des Roten Kreuzes. Das dürfte jedoch bald, wenn die Temperaturen draußen frostig werden und die Heizung der großen Schlafräume (ehemalige Klassenzimmer) im Nachtbetrieb läuft, zu kühl sein, insbesondere für Menschen, die aus ganz anderen klimatischen Verhältnissen nach Deutschland gekommen sind. „Deshalb ist dies eine wunderbare Aktion“, dankte Marianne Bothen-Frehr, die für die Bezirksregierung Köln die Landesunterkunft leitet, den Geld- und Ideengebern.

Für Dagmar und Jörg Kausch ist es nicht das erste Mal, dass sie die Flüchtlingsarbeit unterstützen. Schon häufiger haben sie gebrauchte, aber gut erhaltene Matratzen oder auch Bettengestelle zur Verfügung gestellt, meist für die Unterkunft in Langschoß. So sollte das Simmerather Fachgeschäft vor einigen Monaten infolge des besitzerwechsels im Hotel Horchem 30 Matratzen entsorgen, die noch in sehr gutem Zustand waren. „Da ist es eine weitaus bessere Verwendung, solche Dinge weiterzugeben, statt sie zu entsorgen“, spricht Dagmar Kausch von einer „Selbstverständlichkeit“. Auch Lattenroste, die noch voll funktionsfähig sind, würden in den Unterkünften gerne genommen.

Da man die Unterstützung ein wenig breiter streuen möchte, entschlossen sich Dagmar und Jörg Kausch, diesmal für eine Einrichtung in Monschau zu spenden. Dagmar Kausch erzählt, wie die jüngste Spendenaktion zustande kam: „Die Bettwaren-Hersteller Badenia und Lück kamen uns mit dem Einkaufspreis für die 120 Oberbetten und Kopfkissen entgegen und die Raiffeisenbank signalisierte sogleich Unterstützung in der Aktion.“ Die synthetischen Oberbetten stellen eine erhebliche Verbesserung in puncto Wärme und Hygiene gegenüber den bisherigen Decken dar.

Ein Kommen und Gehen

Am Freitag rückte der Transporter aus Monschau an, um die erste Ladung mit großen Kisten abzuholen. Schon in der Nacht zum Samstag schlummerten die ersten Bewohner der Unterkunft in der neuen Bettwäsche.

Kissen und Decke sind indes waschbar, so dass beides problemlos den „Besitzer“ wechseln kann, wenn Bewohner die Einrichtung verlassen. Nach wie vor herrscht in der Notunterkunft Haag ein großes Kommen und Gehen, wie Marianne Bothen-Frehr berichtet. „Vergangen Mittwoch sind 153 neue Personen eingetroffen“, erzählte die Einrichtungsleiterin, darunter diesmal sehr viele Familien und fast 50 Kinder. Andere Menschen, die seit einigen Wochen in Monschau ein wenig heimisch geworden waren, haben die ehemalige Hauptschule indes verlassen, weil sie registriert und einer anderen Kommune zugewiesen wurden, wo sie nun ihr Asylverfahren abwarten.

Die Nachricht, dass sehr viele Kinder auf der Haag angekommen seien, veranlasste das Ehepaar Kausch, gleich noch ein paar Katzen-Kopfkissen extra für Kinder nachzuordern. Der Eifelwinter also kommen.

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