Kurios: Dreister „Bankraub“ in Lammersdorf

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Hartmut Kreutz mit Enkel Marko am Tatort des Bankraubes: Die dort aufgestellte gemeindeeigene Ruhebank wurde vor seinen Augen zerstört und abtransportiert. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Die hölzernen Ruhebänke, welche die Gemeinde Simmerath alljährlich im Frühjahr an verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet aufstellt, sind gern benutzte Ruheplätze für Einheimische und Touristen. Mitunter sind einzelne Exemplare auch schon etwas in die Jahre gekommen und machen nicht mehr den frischesten Eindruck. Dies und die Tatsache, dass alle Bänke mit eisernen Fußteilen ausgerüstet sind und Metall momentan hoch im Kurs stehen, wurde vor kurzem einer Bank zum Verhängnis.

Das gute Stück, das in Lammersdorf neben der Kapelle an der Ecke Hoscheidter Straße/Im Venn stand, war offensichtlich einem Schrotthändler ins Auge gefallen. Dabei bestanden zum Tatzeitpunkt durchaus noch gute Chancen, dass die Bank gerettet und der dreiste Täter zur Rechenschaft gezogen werden konnte.

Hartmut Kreutz (70), der in nahe gelegenen Straße Im Venn wohnt und gerade mit seiner Frau von einer Fahrradtour auf dem Vennbahnweg zurückgekehrt war, hatten laute Schlaggeräusche neugierig gemacht. Als er diesen nachging, stieß er am Kapellchen an der Hoscheidter Straße auf einen Mann, der mit einem Hammer dabei war, die gemeindeeigene Ruhebank, die auch von Kreutz gelegentlich genutzt wird, am helllichten Tag gezielt zu zertrümmern.

Hartmut Kreutz, der im übrigen eine Seniorensportgruppe (Ü45) trainiert, glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als er sah, was da zugange war. Auf seine Frage „Was machen Sie denn da?“ bekam er freundlich aber bestimmt zur Antwort: „Das sehen Sie doch. Die Bank ist kaputt und ich nehme sie mit.“ Auch als Kreutz ihn darauf aufmerksam machte, dass es sich bei der Bank um das Eigentum der Gemeinde handele und er nun die Polizei verständigen würde, machte der Täter, dessen Pkw nebst Anhänger mit Dürener Kennzeichen am Straßenrand abgestellt war, unverdrossen mit dem Zerlegen der Bank weiter, während Kreutz mit der Polizei telefonierte.

Nachdem er dort den Tatvorgang geschildert und die Kennzeichen von Pkw und Anhänger mitgeteilt hatte, erhielt er zu seinem Erstaunen von polizeilicher Seite die Mitteilung, dass man sofort das zuständige Ordnungsamt informieren werde.

Kreutz verstand die Welt nicht mehr und frug vorsichtshalber noch einmal nach: „Kommen Sie nicht vorbei?“ Erstaunlicherweise wartete auch der „Bankräuber“ noch einige Zeit ab, bevor er sich mit Holz- und Eisenteilen der Bank von dannen machte.

Als Hartmut Kreutz einige Zeit später nochmals am Tatort erschien, hatte sich dort dann auch ein Mitarbeiter des Simmerather Ordnungsamtes eingefunden. Diesem gelang es, den Täter zu personifizieren, und ihn dazu zu bewegen, stehenden Fußes die Bank oder vielmehr deren Einzelteile am Simmerather Bauhofes abzuliefern. Seine kleinlaute Entschuldigung, dass er sich bei der Demontage „nichts Böses“ gedacht habe, schützte ihn nicht vor einem juristischen Nachspiel, da die Gemeinde Strafanzeige erstattete.

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