Kunstrasenplatz in Schmidt: Ernüchterung statt Euphorie

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
5017681.jpg
Dieses Foto des Schmidter Rasenplatzes entstand im vorigen Frühjahr beim Junioren-Fußballfest, als 1000 Kinder und Jugendliche auf der Sportanlage an der Eichheckstraße zu Gast waren. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Ein Kunstrasenplatz – das wäre das Richtige für Schmidt. Drei Senioren- und elf Jugendmannschaften, dazu die Alten Herren, sind im Spielbetrieb des Turn- und Sportvereins Schmidt aktiv. Durch einen Kunstrasenplatz könnten die Trainings- und Spielbedingungen wesentlich verbessert werden. Deshalb machte sich eine „Projektgruppe Kunstrasen“ vor ca. einem Jahr an die Arbeit, um die Möglichkeiten hierfür abzuklopfen.

Der Belegungsplan für die beiden Sportplätze platzt aus allen Nähten. Es sind nicht selten drei oder vier Trainingseinheiten, die an einem Tag absolviert werden müssen. Ein ausgeklügeltes System bedarf immer wieder der Abstimmung, damit alle Mannschaften vernünftig trainieren können und gute Bedingungen für ihre Spiele vorfinden. Die Kleinsten trainieren auf einer privaten Wiese, sie konnten im Platzbelegungsplan beim besten Willen nicht untergebracht werden.

Natürlich kommt im Winter erschwerend hinzu, dass sowohl der Aschen- als auch der Rasenplatz wochenlang nicht bespielbar sind. Die Begegnungen müssen dann im Frühjahr in „englischen Wochen“ nachgeholt werden, wodurch sich die Mannschaften des TuS manches Mal im Nachteil gegenüber ihren Kontrahenten sehen.

Das Projektteam – Wolfgang Kirfel, Heinrich Stollenwerk, Norbert Wirtz, Daniel Heck und Marco Schmunkamp – krempelte die Ärmel hoch und zog eine Menge von Informationen ein. Sie sind alle in der Jugendarbeit des TuS engagiert und wissen, wovon sie sprechen. Sie bevorzugten als Standort den jetzigen Rasenplatz, erforschten die zurzeit gegebenen Grundlagen und ließen keine Gelegenheit aus, ihre Sportkameraden für das kühne Unternehmen zu motivieren und zu begeistern.

In ersten Gesprächsrunden hörte man schon einige Fußballer und vor allen Dingen den Jugendleiter, Frank Hammes, davon schwärmen, wie viel besser es sich auf Kunstrasen spielt: „Der Ball rollt tatsächlich dahin, wo man ihn hingeschossen hat, und wird nicht durch Unebenheiten abgelenkt“, erklärte Frank Hammes und schloss sich den Hoffnungen des Projektteams an: „Sollte das realisiert werden können, wird es eine unvergleichliche und funktionelle Sportanlage in Schmidt geben, die an Attraktivität kaum zu steigern sein wird.“

Der Vorstand des TuS sah mit Staunen und einiger Bewunderung, wie die Pläne der Projektgruppe immer mehr Gestalt annahmen; man konnte sogar auf der Homepage des TuS die „Platzgestaltung“ anklicken, wie sie nach der Vorstellung der Planer sein könnte. Man hatte sich Gedanken gemacht, wie mit möglichst hoher Eigenleistung das Unternehmen zu stemmen wäre, und unternahm sozusagen Klimmzüge, um eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Vorsichtig kalkuliert, wäre ein Grundstock von 190.000 Euro nötig gewesen. Was dem Vorstand Kopfzerbrechen machte: So ein Kunstrasen hält nicht ewig, nach 16, spätestens nach 20 Jahren, ist ein neuer Belag fällig. Und dann müsste man wieder eine sechsstellige Summe aufbringen.

Nach gründlichen Überlegungen kam die Ernüchterung: Zuschüsse gibt es so gut wie keine für das Projekt, man müsste im Verein und im Ort Schmidt die Mittel aufbringen. Die bittere Erkenntnis führte dazu, dass nun die Arbeit der Projektgruppe ruht. Marco Schmunkamp hierzu: „Wir haben uns auf den Weg gemacht, ohne jegliche Fremdhilfe, sprich Unterstützung durch Land oder Kommune, solch ein Projekt zu realisieren. Hier an dieser Stelle müssen wir dann zusammenfassen, dass eine Umsetzung ohne Zuschüsse Dritter aus der jetzigen Bewertung heraus für den Verein als nicht tragbar zu bewerten ist.“

Die Arbeit war nicht vergebens, so sehen es die fünf Planer; sollte es einmal Zuschüsse geben, „dann werden wir da sein und das fertige Konzept erneut einer Prüfung unterziehen“, versprechen sie.

Der TuS Schmidt wird also vorerst weiter auf Asche und Rasen spielen; die Mannschaften gehen jedoch hoch motiviert in die Rückrunde.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert