Monschau - Kunstrasen nicht im Alleingang

Kunstrasen nicht im Alleingang

Von: hes
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Auf einer großen Tafel wirbt
Auf einer großen Tafel wirbt der SV Kalterherberg seit Monaten - bislang recht erfolgreich - um Spenden für sein Projekt Kunstrasen. Die Politik aber sähe gerne den Schulterschluss mit den Foto: Heiner Schepp

Monschau. Der SV Kalterherberg muss vorerst auf einen Umbau des Kleinspielfeldes auf seiner Platzanlage „Auf der Höhe” in ein Kunstrasenfeld warten.

Der Schulausschuss der Stadt Monschau stellte den entsprechenden Antrag des Sportvereins am Dienstagabend zurück und wird sich bei den Haushaltsberatungen für 2012 erneut damit befassen. Gleichzeitig soll der Vorstand weitere Bemühungen anstellen, die Nachbarvereine TV Höfen und Bergwacht Rohren, mit denen man eine erfolgreiche Jugendspielgemeinschaft pflegt, für das Projekt zu gewinnen.

2009 hatten die genannten Vereine - damals noch gemeinsam - erstmals das Projekt an die Stadt Monschau herangetragen. Eine vom SVK beauftragte Schätzung kam auf knapp 110 000 Euro Kosten für die 55 mal 35 Meter große Anlage, die Tauglichkeitsprüfung des Untergrundes für den Bau eines solchen Belages verlief positiv.

Gleichzeitig begann der Sportverein mit der Akquise von Sponsoren und Spendern für das ehrgeizige Projekt, bis heute wurden nach Angaben des Kalterherberger Vorstands alleine im Ort selbst 42 000 Euro für den Bau eines Kunstrasenfeldes gewonnen.

„Der Verein ist das Projekt beherzt und engagiert angegangen”, lobte denn auch CDU-Sprecher Benno Palm im Sozialausschuss die Bemühungen des SV Kalterherberg. Die Politik müsse diese ehrenamtlichen Bemühungen honorieren und Wege aufzeigen, wie man das Projekt verwirklichen könne.

Allerdings sei es unerlässlich, dass die drei Vereine Konsens erzielen würden „und wieder an einem Strang ziehen”, so Benno Palm. Wegen der fehlenden Einigkeit der drei Vereine hatte die Verwaltung sogar vorgeschlagen, „das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt abzulehnen” und zunächst „die Beteiligten der Spielgemeinschaft zu einem Konsensgespräch einzuladen. „Nach sehr kontroverser Diskussion in der Fraktion”, wie der CDU-Sprecher einräumte, habe man sich aber auf die Formulierung „zurückstellen” statt „ablehnen” verständigt, sagte Benno Palm, und Roland Krökel pflichtete dem für die SPD bei.

Bernd Händler (Grüne) ging noch einen Schritt weiter, er forderte eine Art „städtischen Gesamtplan” auch für diese Sportstätten. „Die demografische Entwicklung und die finanzielle Situation der Stadt lässt es einfach nicht mehr zu, in jedem Stadtteil alles zu haben”, lehnte Händler das „Gießkannenprinzip” bei der Finanzierung solcher Projekte ab. Es sei aber auch für die Eltern heute kein Problem mehr, ihr Kind zum Sportverein ins Nachbardorf zu fahren, „das ist heute Alltag und Realität”, weiß der Grünen-Sprecher aus eigener Erfahrung. Dem pflichtete Benno Palm bei, in der sehr erfolgreichen Mädchenfußballabteilung seines Heimatsportvereins, des TV Konzen, spielten Juniorinnen aus einem Dutzend - nicht nur Stadt-Monschauer - Ortschaften rings- um, „die wenigsten davon kommen aus Konzen”, hat er beobachtet.

Bürgermeisterin Margareta Ritter zog den Vergleich zu anderen Bereichen: „Die reine Lehre sagt, dass es aufgrund der Bevölkerungsentwicklung bald keinen Sinn mehr macht, in jedem Ort einen Sportplatz, eine Schule, einen Leichenhalle, ja nicht mal eine Kirche zu haben.” In der Praxis werde dieses System aber „von Menschen gelebt, die sich engagieren”, und deshalb dürften solche Bemühungen, wie nun vom Sportverein in Kalterherberg gezeigt, nicht scheitern, rief auch die Bürgermeisterin die beiden Kooperationspartner zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Und beinahe mahnend verwies sie auf das gleichfalls gescheiterte, sehr ähnliche Projekt in der Nachbarschaft: In Monschau sollte der Aschenplatz „Flora” ebenfalls in ein Kunstrasenfeld umgewandelt werden, „doch die kooperierenden Vereine waren noch nicht so weit, dafür auch entsprechende Opfer zu bringen”, erinnerte Ritter.

So weit soll es nun im Falle Kal-terherberg nicht kommen, die Verwaltung wird in Kürze den SV Kal-terherberg, TV Höfen und Bergwacht Rohren erneut zu einem Gespräch einladen und deutlich machen, dass das Projekt nur gemeinsam gestemmt werden kann.
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