„KunstHierHer“ im Aukloster: Vier Künstler und was sie bewegt

Von: mon
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Der Schirmherr der Ausstellung „KunstHierHer“, Helmut Etschenberg (von links), und die Künstler Susanne Patzke (Malerei), Jantien Sturm (Malerei), Andreas Herrmann (Fotografie) und Ulrich Berghoff (Bildhauerei) vor einer Fotografie von Andreas Herrmann, Ausschnitt des Mahnmals in Berlin. Foto: Vera Monterey

Monschau. Zum zweiten Mal präsentierten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KunstHierHer“, initiiert von der Malerin Susanne Patzke, vier Künstlerinnen und Künstler ihre Werke im Monschauer Aukloster: Jantien Sturm (Malerei), Andreas Herrmann (Fotografie) und Ulrich Berghoff (Bildhauerei), neben den eigenen Arbeiten von Susanne Patzke (Malerei).

„Einen sehr schönen Querschnitt der Kunst kann man hier erleben “, so Helmut Etschenberg, Schirmherr der Ausstellung „KunstHierHer“. Eben die Kombination verschiedener Kunstrichtungen und Stile mache die Ausstellung so „sehenswert“. Dabei ging großer Dank an Patzke, die mit ihrem Engagement seit 2011 Künstlern der Region Jahr für Jahr ermöglicht in einem machbaren finanziellen Rahmen ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Welche Exponate die Beteiligten zeigen, bleibt den Künstlern überlassen, es werde „nicht sortiert“. Neben der Ausstellung im Kreuzgang informierte ein Kurzfilm über die vier Künstler und ihrem Anliegen und unterstützte das „künstlerische Verstehen“ des Betrachters.

Insgesamt 28 Exponate, klein- und mittelformatige Ölbilder, waren von Susanne Patzke zu sehen, die neben dem Thema „Das Rote Haus“ auch die Themen „Kind“ und „Wasser“ darstellen. So zum Beispiel das Bild „Gardasee“, Öl auf Leinwand, welches ihre eigene Tochter in unendlichem Blau zeigt, sehr stark in den Farben und im Ausdruck.

Jantin Sturm repräsentierte sich mit elf Exponaten ihrer sehr ausdrucksstarken und expressionistischen Kunst, stets das Thema „Mensch und Anatomie“ zum Thema. In den Porträts und Ausschnitten versteht sie es, die Persönlichkeit des Menschen auszudrücken, wie zum Beispiel in den drei kleinen Exponaten „autoporträtiste Tess“ (Öl auf Artboard) oder dem großformatigen Bild „Hände“. „Wunderschöne Bilder und handwerklich unheimlich gut“, bestätigte Edith Bachmann, Besucherin aus Roetgen und selbst von Fach. Es sei dem Betrachter überlassen, wie er das Bild interpretiere. Es könnten „helfende Hände sein oder hilfesuchende“. Die Licht- und Schattendarstellung sowie die Farbgebung, meist in Grau-,Weiß- und Rottönen, unterstreichen den starken Ausdruck Sturms Bilder.

Der Fotograf Andreas Herrmann war mit 16 Exponaten (Fotografie auf Canvas) zu dem Thema „Architektur und Landschaft“ zugegen. „Die Fotografie lebt vom Sehen“, erklärte Herrmanns, der in Aachen Architektur, Kunst und Kunstgeschichte studiert hat und als Pressefotograf tätig ist. Das wohl beeindruckendste Exponat Hermanns stellte das Triptychon, eine dreigeteilte Fotografie, mit dem Titel „Holocaust-Mahnmal Berlin“ dar (200 mal 300 cm). Durch Licht und Schattenwurf erscheint es bestechend scharf und doch verwirrenden durch die dadurch erzeugte Tiefe. „Ich möchte den Augenblick erhaschen“, so Andreas Hermanns.

Mit zwölf Werken repräsentierte sich der Bildhauer Ulrich Berghoff, der in Aachen an der Akademie für gestaltende Handwerker Bildhauerei studierte. Seine bevorzugten Materialien sind zwar Hartgestein, Sandstein, Marmor und versteinertes Holz, jedoch auch das aussagekräftige Gipsmodell „Moses“ stieß auf ein vielfältiges Echo, das den Künstler in seinem Können bestätigt: ein körperloser Kopf, der wie ein Geist die Menschheit betrachtet, als durchschreite er die Zeit.

Alle vier Künstler tragen so auf vielfältige und faszinierende Art und Weise durch die Ausstellung ihrer Exponate zu der Erhaltung und dem Bestand der Kunst bei, insbesondere in einer Zeit, in der ganze Kulturstätten vernichtet werden, ein Lichtblick für die Zukunft. So war es nicht verwunderlich, dass Helmut Etschenberg während seiner Ansprache eben jene Länder erwähnte, deren Kulturen sinnlos zerstört werden und damit ein Erbe der nächsten Generationen. „Die Freiheit der Kunst ist nicht selbstverständlich“, so Etschenberg.

Die nunmehr fünfte Auflage der Ausstellungsreihe „KunstHierHer“ in dem imposanten Kreuzgang des Auklosters mit der musikalischen Untermalung des Gitarristen Pierpaolo Exposito aus Italien und der Bewirtung durch das Café Weekend war abermals ein großer Erfolg und bewies, dass die Gegebenheiten des Städtchens mehr als geeignet sind, Kunst in allen Variationen, vereinte internationale Kulturen, Musik und Literatur hier stetig zu etablieren.

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