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Kunst der Gregorianik: Eine schöne Stimme ist nicht alles

Von: Christoph Hahn
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Sie sind die fünf Sänger von
Sie sind die fünf Sänger von Mariawald: Michael Ferges, Dieter Kremer, Jürgen Dahmen, Peter Mellenthin und Ernst Schoddel (von links) bilden an hohen Feiertagen in Deutschlands einzigem Trappistenkloster die Gregorianik-Schola. Foto: Scheuvens

Mariawald. Zu einem Gottesdienst im überlieferten römischen Ritus gehört gregorianischer Gesang wie das Salz zur Suppe - so auch im Kloster Mariawald. Weithin ausschwingende Melodien im getragenen Rhythmus bereichern das liturgische Geschehen nicht zuletzt in der Heiligen Messe.

Aber da die Zahl der Mönche in Deutschlands einziger Trappistenabtei überschaubar ist, vermögen die Stimmen der Ordensleute den Gesang nicht allein zu tragen. Darum sorgen zumindest an den hohen Feiertagen des Kirchenjahres fünf Männer aus der Region für den richtigen Ton: Mit dem Heimbacher Kantor Peter Mellenthin und dessen pensionierten Kollegen Michael Ferges aus Kommern stellen sich der Floisdorfer Ernst Schoddel, der Bliesheimer Jürgen Dahmen und ihr Mitstreiter Dieter Kremer aus Heimbach in den Dienst der Kirche.

Dabei wohnt nur Mellenthin, im Zivilberuf nicht nur Chorleiter und Organist, sondern auch Lehrer am Gymnasium in Schleiden, relativ nahe beim Kloster. Die restlichen vier Sänger nehmen teils längere Anreisen auf sich, um sich auf den Höhen des Kermeters hören zu lassen. Zum einen bittet Peter Mellenthin einmal die Woche - am Donnerstag - zur Probe. Dann noch die Gottesdienste: Sie finden meist zu einer moderaten Zeit um 10 Uhr am Sonntag statt - aber nicht immer: Die Christmette beginnt um Mitternacht, die Osterliturgie um 5 Uhr in der Frühe. Wenn andere Menschen ins Bett gehen oder sich noch einmal im Bett herumdrehen, dann sind die Mitglieder des Gregorianik-Quintetts schon zur Stelle.

Uralte Tradition der Chormusik

Sie pflegen eine uralte Tradition der Chormusik, die ihren Namen Papst Gregor dem Großen verdankt, der vor etwas mehr als 1400 Jahren eine Sammlung von wichtigen Werken dieser Gattung anlegen ließ. Die Gesänge begleiten nicht nur - wie etwa der Introitus zu Beginn, das Kyrie oder das Agnus Dei - die Heilige Messe, sondern unter anderem auch das Stundengebet von den Vigilien in der Nacht bis zur Komplet, die den Tag abschließt. CD-Aufnahmen der Mönche der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz hatten in jüngster Zeit der Gregorianik einen starken Popularitätsschub verschafft.

Seit rund zwei Jahren begleitet die Schola inzwischen die Gottesdienste in Mariawald, berichtet Kantor Mellenthin. Zunächst habe er Sänger des Heimbacher Kirchenchores mit in die Abtei genommen. Wenig später habe ihn Ernst Schoddel, der als Imker in Mariawald ehrenamtlich mitarbeitet, angesprochen. Zudem war Schoddel in seinem Heimatort Floisdorf, in dem bis 2002 Pfarrer Heinz Jumpertz die heilige Messe in der überlieferten Form feierte, der traditionelle Ritus immer zugänglich. Selbst in dem zu Erftstadt zählenden Ort Bliesheim geboren, kennt Mellenthin von daher schon seinen Kollegen Ferges, der bis zum Wechsel nach Kommern eine Stelle in Weilerswist innehatte - und auch Jürgen Dahmen. Aus Heimbach kam Peter Kremer hinzu - und fertig war das Quintett.

Die Schola von Mariawald

Schwierig war es nicht, aus den fünf Mitwirkenden ein Ensemble zu schmieden, meint Profi und Praktiker Mellenthin. Die Grundvoraussetzung, ergänzt er schelmisch, war eine ziemlich einfache: „Wenn sie denn alle singen können . . .” Dabei sei eine schöne Stimme nicht alles: „Das Wichtigste ist die korrekte Deklamation des Textes”, hebt der Kenner hervor. Melodie und Verständlichkeit der Worte in Einklang - nicht zuletzt darin bestehe die Kunst der Gregorianik. Und ganz nebenbei sind die fünf Sänger darüber zu Freunden geworden. Zu hören ist die Schola am Sonntag, 26. Februar, 10 Uhr, beim Hochamt.
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