Roetgen - Kulturführer durch die Eifel: Hubert vom Venn stellt Buch vor

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Kulturführer durch die Eifel: Hubert vom Venn stellt Buch vor

Von: P. St.
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Eifeler  aus Überzeugung: Hub
Eifeler aus Überzeugung: Hubert vom Venn präsentiert gemeinsam mit Claudia Küpper von der Roetgener Buchhandlung „Lesezeichen” sein neues „Heimatbuch.” Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Urlaub im Süden findet Hubert vom Venn eigentlich gar nicht so schlecht, „aber bitte nicht weiter als Bitburg”, lacht er, und für einen Moment weiß man nicht, ob er das aus tiefer Überzeugung sagt oder ob er findet, dass es mal wieder an der Zeit ist, zur Unterhaltung der Anwesenden einen kleinen Kalauer einzustreuen.

Der in Roetgen lebende Kabarettist (59) mit journalistischer Grundausbildung ist auf jeden Fall immer für eine Überraschung gut. Mal bringt er sich als Gastronom („Venns Landhaus”) ein, dann taucht er plötzlich als Direktkandidat der Freien Wähler für die NRW-Landtagwahl auf und zwischendurch lässt immer wieder seine literarischen Fähigkeiten aufblitzen.

So auch in seiner jüngsten Veröffentlichung mit dem ausführlichen Titel „In Wanderschuhen über brodelnde Erde - aber niemals mit roten Socken.”

Der Leser darf sich auf ein etwas anderes „Heimatbuch” freuen. Mit Humor und Hingabe, mit Ironie und geschärftem Blick schlägt sich Hubert vom Venn querbeet durch die Eifel und verarbeitet seine Betrachtungen und Erlebnisse in einer unterhaltsamen Wandererzählung.

Das beginnt bereits mit dem Lesezeichen, auf dem 10 Dinge zu finden sind, „die man gesehen haben muss” bzw. „mit denen man auf jeden Fall auffällt.”

Und womit fällt man in der Eifel auf? Wenn man zum Beispiel in der Eifel „morgens zu Fuß zum Bäcker geht, als Mann bei einem Anruft ans Telefon geht oder seine Kinder in eine Waldorfschule schickt.”

Als Kabarettist hat Hubert vom Venn in 20-jähriger Bühnentätigkeit 1500 Mal in seinen Programmen versucht, das Wesen des Eifelers an sich zu ergründen. Somit darf man beim Autor also gewisse Grundkenntnisse über das Wesen der Menschen tief im Westen voraussetzen.

Hubert vom Venn ist nicht immer zärtlich mit den Eifelern umgegangen, aber das ändert nichts daran, dass er überzeugter, bekennender, ja inzwischen ein fanatischer Eifeler ist, wenngleich er einer Generation angehört, die früher schon einmal die Eifeler Herkunft im Holperdeutsch verleugnete: ”Ich bin so aus bei zwischen Köln, Aachen und Koblenz.„

Wie Hubert vom Venn seine Hingabe zu Eifel interpretiert, kann man ab nächster Woche in seinem Soloprogramm (Premiere 2. Mai, 20 Uhr, Venns Landhaus Roetgen) feststellen. Rechtzeitig zum Tourneestart ist nun das „Heimatbuch Eifel” erschienen. Darin machen sich beiden Eifelbummler Pit und Karl auf Entdeckungsreise: Ob im Hohen Venn, im Nationalpark Eifel, an der belgischen Grenze oder an der Mosel, überall stoßen die beiden Wandervögel auf Eifeler Besonderheiten.

Der Leser lernt auf diese Weise nicht nur die Blumen am Wegesrand oder die Teufelsschlucht an der luxemburgischen Grenze kennen, er nähert sich vor allen den Menschen, dem Vereinsmenschen, dem Pendler, dem Neu-Eifeler, den Eifeler Müttern oder dem Eifeler als Bauherrn.

Auf diese Weise ist eine bunte Sammlung von Anekdoten, ein spaßorientierter Wanderführer ein kulturelles Mehrgang-Menü, entstanden. Hubert von Venns unterhaltsame Sichtweise auf seine Heimat ist eine individuelle Erkundungstour, die die Eifel wieder ein bisschen populärer macht und ihre Bewohner aus dem Dunkel der Vorurteile ins rechte Licht rückt.

Ein schräger Blick auf Regionen und Kulturen

In der Reihe „Heimatbuch” des Conbook-Verlages Meerbusch ist das angenehm handliche Buch von Hubert vom Venn unter dem Titel „In Wanderschuhen über brodelnde Erde - aber niemals mit roten Socken” erschienen.

Der Band umfasst 256 Seiten, kostet 11,95 Euro (ISBN: 978-3-934918-95-5) und ist überall im Buchhandel erhältlich.

Der Conbook-Verlag hat mit zwei Buchreihen für Aufmerksamkeit gesorgt. In der Heimatbuch-Reihe werden Städte und Regionen (bisher erschienen sind u. a. München, Berlin, Wien, Tirol, Ostfriesland) aus persönlichen und etwas schräg gehaltenen Blickwinkeln betrachtet.

Die zwei Buchreihe („Fettnäpfchenführer”) begibt sich auf eine vergnügliche Reise durch das Gefahrenfeld kultureller Eigenheiten.

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