„KulturfestivalX“: Singende Comedy-Truppe macht Kirche zum Theater

Von: kf
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„LaLeLu“ in der Lammersdorfer Kirche St. Johann Baptist: Sanna Nyman, Tobias Hanf, Jan Melzer und Frank Valet. Foto: Katharina Isabel Franke

Lammersdorf. Mit rund 250 Besuchern ausverkauft war die Lammersdorfer St.- Johann-Baptist-Kirche, als die A-Capella-Comedy-Truppe „LaLeLu“ aus Hamburg mit ihrem 14. Programm „Muss das sein?!“ gastierte. Die Veranstaltung fand im Rahmen des „KulturfextivalX“ der Städteregion Aachen statt, das in diesem Jahr zum 15. Mal über die Bühnen der Region ging.

Die Kulisse des Abends war ungewöhnlich. Vor dem Altar hing ein schwarzer Vorhang, der Opfertisch wurde zur Getränkeabstellmöglichkeit umfunktioniert, und viele bunte Lichter und Nebelmaschinen sorgten dafür, dass ein kleines Theater entstand. Bereits die ersten Aussagen von Mitglied Jan Melzer setzte den Ton für den Rest des Abends: „Ich bin deutsch. Schlechte Laune in Trump – ähhh Trumpf.“

Jesus als Hipster-Beispiel

Es ging um Trends, Hipster, aktuelles Fernsehgeschehen und den ganz normalen Alltagswahnsinn. Hipster, so erklärte die Band, erkenne man vor allem an den zauseligen Bärten und dem langen Haar. Der Fingerzeig auf eine Jesus-Statue sorgte für einen langen Lacher beim Publikum. Auch ein für die meisten Menschen bekanntes Problem wurde angesprochen: Telefonate mit Mobilfunkanbietern. Aus Adeles Superhit „Hello, Can You Hear Me?“ wurde ein „Hallo, hören Sie mich?“

Das Fernsehformat „Sing meinen Song“ wurde von den studierten Musikern Jan Melzer und Frank Valet parodiert: Udo Jürgens sang die größten Hits von Udo Lindenberg und umgekehrt. Im Anschluss betrat ein TV-Astrologe die Bühne und forderte die Leute auf, sich „gemeinsam in Lammersdorf spirituell einzuschwingen“. Als dies geschehen war, sangen „LaLeLu“ die Horoskope für die kommenden Tage und rieten den Widdern im Raum: „Halten Sie sich nachmittags von Illusionen fern.“

Nach der Pause folgte die siebenminütige Oper „Der Minnesänger“, die deutlich machte, dass Comedy und Operngesang durchaus zusammen funktionieren können. Tobias Hanf parodierte noch deutsche Politik- und Fernsehgrößen

Das Publikum dankte nach zwei Stunden dem Quartett stehend mit langem Applaus. Zwei Zugaben folgten; in der ersten stellte Sanna Nyman ihr Gesangstalent in ihrer Muttersprache Finnisch unter Beweis, und ein gemeinsamer Bauchtanz rundete den Abend ab.

Die Kulturbeauftragte der Städteregion und künstlerische Leiterin, Nina Mika-Helfmeier, zeigte sich glücklich: „Es ist sehr wichtig, dass auch im ländlichen Teil Kultur stattfindet.“ Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Klaus Thönissen sagte: „Unsere Kirche ist eine der schönsten in der Nordeifel, da kann man hier doch was machen.“

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