KuK: New York, Tokio und jetzt Monschau

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Zeigten sich sehr erfreut über den großen Andrang bei der Ausstellungseröffnung (v.l.): Lutz Bernhardt, Galeristin Anita Beckers, Dr. Nina Mika-Helfmeier, Jürgen Klauke und Bettina Herlitzius, Bundestagsabgeordnete der Grünen. Foto: van Londen

Monschau. Mit der ersten Ausstellung im neuen Jahr unterstreicht das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion Aachen seinen Anspruch, hochwertige internationale Kunst nach Monschau zu holen.

„Egal welches Kunstbuch sie aufschlagen oder welche Internetseite sie aufrufen: In ihren Texten und Veröffentlichungen sind sich die ernstzunehmenden Kunstexperten und Kunstinteressierten alle einig: Jürgen Klauke gehört zu den wichtigsten Performance-, Foto- und Medienkünstlern in Deutschland. Er ist ein Ausnahmekünstler, der in der Kunst etwas Wegweisendes geschaffen und Maßstäbe gesetzt hat”, sagte die Leiterin des Kuk, Dr. Nina Mika-Helfmeier, bei der Vernissage. Obschon die Ausstellungsräumlichkeiten fast überlaufen schienen, war die Atmosphäre ausgesprochen aufgeräumt und kommunikativ.

Mitreißende Eröffnungsrede

Dies war schlussendlich auch der mitreißenden Eröffnungsrede von Lutz Bernhardt, Chefredakteur des Klenkes geschuldet, der es verstand, Klaukes Kunst und dessen Persönlichkeit dem Publikum verständlich, humorvoll und intelligent näher zu bringen.

„Schon vierzig Jahre hält er das Niveau. Mit seiner Kunst stört er die Gesellschaft in ihrer unverschämten Selbstzufriedenheit”, sagte Bernhardt in seiner Rede.

Der in Cochem geborene Jürgen Klauke, arbeitet mit Mitteln der Clownerie, der Maskierung, mit Schminke, Gesten und Geschlechtsattrappen. Und, obwohl auch im KuK ausschließlich Fotoarbeiten zu sehen sind, verblüfft er mit seiner ihm eigenen Art, wenn er sagt, er sei kein Fotograf. Typisch Klauke. Er will erschüttern, wachrütteln, provozieren, um die Dinge in einem neuen Kontext begreifen zu können.

Ein Blick auf seine Werke kann verstören: ein großes Tableau aus 13 Fotografien beispielsweise, zeigt Rocker und Musiker die eine überdiemensional große Vagina umgeschnallt haben oder an der verkehrten Stelle einen Phallus zeigen. „Bei Klauke besitzt die Identität keine Spielregeln. Rollencodes - so sehr wir sie zum Wohlfühlen brauchen - sind verschoben. Aufgelöst. Das ist nicht konsumierbar. Eine Self-Performance. Aus der Erscheinung wird hier ein Sein. Das Selbst wird hier zum Ergebnis der Inszenierung - und das macht es genial”, erläuterte Bernhardt.

Jürgen Klauke, 1943 in Kliding bei Cochem an der Mosel geboren, hat die Kunst der letzten 30 Jahre maßgeblich beeinflusst. Er ist ein Pionier multimedialer und interdisziplinärer künstlerischer Exploration. Sein Werk löst zugleich Faszination und Irritation aus. Theatralisch und dem Medium Foto entsprechend statisch sowie bewusst provokant inszeniert Klauke seine Kunst, die er stets bis ins kleinste Detail durchdacht arrangiert. Sein Werk genießt weltweite Aufmerksamkeit.

In Tokio und New York

Seine Arbeiten wurden unter anderen in der Hamburger Kunsthalle gezeigt sowie in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn, im Guggenheim-Museum in New York und im Museum Of Contemporary Art in Tokio. Erst kürzlich hat das Centre Pompidou in Paris einige von Klaukes Bildern erworben. Die Werke, die in diesen Häusern gezeigt werden, sind fast ausschließlich Fotoarbeiten.

Die Ausstellung „Jürgen Klauke” im KuK in Monschau, Austraße 9, ist noch bis Sonntag, 29. April, zu sehen.
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