Künstliche Insel im Rursee soll ein Eldorado für Fische werden

Von: Ernst Schneiders
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Rursee. Noch ist das Vorhaben nicht in trockenen Tüchern, es gibt noch keine Detailpläne, viele technischen Fragen stehen noch unbeantwortet im Raum, die Höhe der Kosten ist noch nicht ermittelt und die zuständigen Behörden wissen noch nichts von ihrem Glück. Aber Walter Sollbach, Vorsitzender des Rheinischen Fischereiverbandes von 1880, ist optimistisch.

Er ist zuversichtlich, in naher Zukunft eine oder mehrere künstliche Inseln in Buchten des Rursees platzieren zu können, um den Fischreichtum des mehr als 200 Millionen Kubikmeter fassenden Gewässers zu mehren und „von den hohen Besatzkosten herunterzukommen”.

Wie berichtet, ist eine vom Fischereiverband in Auftrag gegebene Studie zu dem Ergebnis gekommen, ein Teich dieser Größe würde erheblich mehr Fiche vertragen. Dass es vergleichsweise wenige sind, liegt an der hohen Wasserqualität, was für ein Trinkwasserreservoir prima, für Fische allerdings weniger prima ist, weil es in derart reinen Gewässern zu wenig Schwebstoffe und damit zu wenig Nahrung gibt.

Den Rest besorgen dann die Raubfische, und die Kormorane müssen auch von irgendetwas leben. Kurzum: Der nach dem Hegeplan der Landes vorgeschriebene Neubesatz wird zu einer unendlichen und teuren Geschichte, und von der angestrebten natürlicher Vermehrung kann nicht wirklich die Rede sein. Das soll sich mit den künstlichen Inseln ändern.

Wie Walter Sollbach erläuterte, handelt es sich bei den künstlichen Inseln um Pontons, auf denen Spezialmatten befestigt werden. Auf diesen Matten wachsen Gräser, Kräuter, Schilf, Rohrkolben und auch Bäume. Die Natur kann sich dort ausbreiten. Wasservögel können dort brüten. Für hinreichend Feuchtigkeit wird von unten gesorgt. An den Rändern der Pontons werden Netze angebracht, die die Jungfische durchlassen und mit dem Wurzelgeflecht schützen, große Raubfische hingegen fernhalten.

Sichere Kinderstube

Gemeinsam mit den Laichbürsten, die noch in diesem Jahr unterhalb der Wasserlinie an den Bootsstegen befestigt werden sollen, versprechen sich Walter Sollbach und seine Mitstreiter von der Insel oder den Inseln große und sichere Kinderstuben für viele Fischarten im See, wo es dann durch das Wurzelwerk der Pflanzen auch genügend Schwebstoffe gibt.

Gedacht ist laut Sollbach an eine künstliche Insel „von einigen hundert Quadratmetern” oder an mehrere kleine. Diese Entscheidung hängt von vielen technischen Fragen ab, die zur Zeit von Experten geklärt werden.

Dazu gehört unter anderem auch das Thema Fallwinde auf dem Rursee oder die Frage, ob die Pontons im Winter 50 Zentimeter Neuschnee aushalten, oder ob die Insel dann im Wasser versinkt. Überdies müssen noch geeignete Standorte gefunden werden, an denen die Inseln befestigt werden können.

Sollbach: „Man kann eine solche Insel wegen des Wassersports nicht mitten auf dem See platzieren. Also muss man eine Bucht finden, die dann natürlich für den Wassersport völlig gesperrt werden muss.”

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) sitzt zwar mit im Boot, hält sich aber vorerst bedeckt, weil es noch keine konkreten Pläne gibt, wie es in der Dürener Zentrale hieß.

Wasserbehörde gefragt

Kostenschätzung und Zeitplan sind ebenfalls noch im Bereich der Ungefähren. „Bis zu 100.000 Euro” schätzt Walter Sollbach grob die Kosten. Als Zeitrahmen gibt er an, „so schnell wie möglich”.

Doch vor den Erfolg hat der liebe Gott die Untere Wasserbehörde gesetzt. Ob die aus dem Kreis Aachen, Düren oder Euskirchen hängt letztlich davon ab, wo die Insel „vor Anker geht”.
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