Kuckuck macht sich in der Eifel weiter rar

Von: Günter Krings
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Nordeifel. In der vergangenen Brutsaison dürften gut 90 verschiedene Vogelarten im Raum Monschau und Simmerath gebrütet haben.

Bei Wachtel, Wendehals und Kolkrabe ist unklar, ob sie hier Nachwuchs großgezogen haben: Sie wurden zwar während der Brutzeit hier gehört oder beobachtet, aber ein direkter Brutnachweis dieser seltenen Vogelarten konnte bisher noch nicht erbracht werden.

Orpheusspötter und Blässhühner

Ein ursprünglich südwesteuropäischer Singvogel, nämlich der Orpheusspötter, ist seit einigen Jahren in unserer Heimat Brutvogel. Im Bereich Kranzbruch bei Simmerath dürften in diesem Jahr mindestens drei Brutpaare dieser kleinen, blassgelben Vögel versucht haben, Junge großzuziehen.

Singende Individuen dieser Art wurden auch gehört im Bereich des Forsthauses Hochau bei Simmerath und im Roten Venn bei Mützenich. Diese Vogelart erweitert seit den 1960er Jahren sein Areal immer weiter nach Norden und erreichte im Jahre 1980 Südwestdeutschland. Der erste Brutnachweis gelang 1984 im Saarland, wo auch heute noch die größten Bestände zu verzeichnen sind.

Auf kleinen Inseln im Obersee bei Pleushütte brüteten in diesem Jahr drei Paare Blässhühner, von denen mindestens zwei Paare erfolgreich waren und Junge auf dem See führten. Zwei Paare der mittlerweile sehr seltenen Braunkehlchen brüteten an der oberen Kall bei Simmerath, wobei bei einem Paar zwei Jungvögel beobachtet wurden.

Singende Feldschwirle, die auch sehr selten bei uns sind, wurden gehört im Roten Venn bei Mützenich, an der Wetterstation am Stehling, und am alten Modellflugplatz an der Kall. Im Juni wurden bei Brutvogelkartierungen im Bereich der oberen Kall und ihren Nebenbächen insgesamt 29 singende Sumpfrohrsänger gefunden - eine bisher nie erreichte Anzahl für unsere Region.

Schwarzkehlchen wurden während der Brutperiode gefunden im Kranzbruch, an den Kallquellen bei Konzen, am alten Modellflugplatz, im NSG Lenzbach bei Paustenbach und Auf den Kempen bei Simmerath. Auch für die Neuntöter war die Brutperiode erfolgreich. Es wurden 37 Reviere dieses Singvogels gefunden, in denen mindestens 30 Paare erfolgreich brüteten.

Wie schon seit Jahren hat sich der Kuckuck selten gemacht. In den Monate April, Mai und Juni wurden an verschiedenen Stellen im Bereich der Kall bei Simmerath rufende Männchen gehört, wobei unbekannt ist, ob das immer der gleiche Vogel ist oder ob da mehrere ihre Reviere durch ihre Rufe markieren. Die Balzrufe des bei uns seltenen Mittelspechtes wurden mehrmals im April in der Menzerheck vernommen. Nilgänse dagegen sind mittlerweile keine Rarität mehr, sondern sind zu allen Jahreszeiten an den Talsperren und einigen Angelseen zu finden.

Graureiherpaar bei Mützenich

Eine Graugans hat in der Nähe eines Palsens bei Mützenich gebrütet. In der Nähe von Mützenich hatte auch ein Graureiherpaar einen Horst in einem hohen Baum gebaut und vier Junge großgezogen. Eine Schleiereule hat in einem Haus im Zentrum Simmeraths erfolgreich gebrütet.

Weiterhin fehlen einige einstige Brutvögel unserer Region: Birkhuhn, Rebhuhn und Grauspecht. Abnehmende Tendenzen zeigen Feldlerchen, Rauch- und Mehlschwalben, Mauersegler, Bluthänfling, Fitis im Rurtal, Wasseramsel.
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