Krimi-Lesung mit Christiane Wünsche in der Gemeindebücherei

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Simmerath. Campingplatz „Eifelwind“: hört sich an nach Urlaub, Erholung, Naturerlebnis. Was diese Idylle trüben könnte, wären Bauarbeiten, polizeiliche Ermittlungen und jede Menge Stress. Leider gibt’s davon ausgerechnet vor Pfingsten mehr als genug; nicht zuletzt nach dem Fund einer Kinderleiche.

Jule Maiwald, Betreiberin des Campingplatzes, ist zum Glück mit einer guten Spürnase ausgestattet, so dass ihre eigenen Nachforschungen, die bis in die Zeit der letzten Kriegsjahre reichen, die Lösung des Kriminalfalls schneller herbeiführen, als die der Polizei. Bis es allerdings dazu kommt, fließt noch einiges Blut und der Leser bangt ein ums andere Mal um Leib und Leben der Protagonisten.

Jedenfalls ist der Plot zu Christiane Wünsches gleichnamigem Krimi alles andere als „kinderleicht“. Geschickt verknüpft die Autorin aus Kaarst in ihrem zweiten Krimi um Jule Maiwald verschiedene Erzählstränge miteinander, blickt in die Psyche der Täter, von denen es gleich mehrere gibt, und erzeugt knisternde Spannung. Dies gelingt ihr auch bei ihren Lesungen, wie zuletzt im Literaturcafé der Gemeindebücherei Simmerath. Die szenische Umsetzung gelingt nicht nur durch ihren lebhaften Vortrag, sondern ebenso durch eine Kulisse mit Wohnwagenabbildung im Hinter- und Totenschädel im Vordergrund sowie durch eine besondere musikalische Untermalung.

Harry Meschke ist diesbezüglich ihr Partner. Er stimmte die Lesung sehr eindrucksvoll auf dem „Hang“ ein, einem Schweizer Instrument, das auf den ersten Blick aussieht wie ein großes Luftkissen aus Metall. Es wird mit Fingern, Händen, Nägeln, oder der Faust gespielt. Noch außergewöhnlichere Klänge, die jeweils die einzelnen Lesungsabschnitte markierten, erzeugte der Musiker auf seinem Aquaphon. Sie erinnerten an Rufe von Walen und reichten beispielsweise im Zusammenhang mit dem Buch-Prolog, in dem der Leser von einem Kind erfährt, das offenbar in einer Art Verlies vor sich hinvegetiert, bis an die Schmerzgrenze des Zuhörens.

Das Publikum war dennoch davon sehr angetan und wollte am Schluss unbedingt mehr über dieses Instrument wissen, das mit Hilfe von Metall und Wasser sehr obertonreiche Klänge erzeugt.

Viel Applaus gab es schließlich für zwei routinierte Künstler, die Literatur und Musik zu einem nachhaltigen Erlebnis machten.

Das nächste Literaturcafé findet am Sonntag, 16. August, statt, und zwar mit Ruth Richter aus Rott. Sie wird von ihrem Sommer auf der Alm erzählen und ihr Buch „Wo die Riesen schlafen gehen“ vorstellen.

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