Schmidt - Kreuzweg des Friedens: Erinnerungen an den Krieg

Kreuzweg des Friedens: Erinnerungen an den Krieg

Von: ale
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Trafen den richtigen Ton und untermalten die Feierstunde musikalisch: Daniel Wiegand und Sylvia Noel. Foto: Lauscher

Schmidt. „Wozu sind Kriege da?“ In der Pfarrkirche St. Hubertus in Schmidt ertönte am Mittwoch dieses Lied, das Udo Lindenberg vor über dreißig Jahren geschrieben hat, gesungen von Pascal Kravetz. Der Text ist offensichtlich immer noch aktuell, jedenfalls passt er zur Einweihung des „Kreuzwegs des Friedens“, die man an diesem Tag feierte. Sicher ist es kein Zufall, dass die Organisatoren aus der Kirchengemeinde den 8. Mai als Termin wählten: Denn genau 68 Jahre zuvor endete der Zweite Weltkrieg in Europa.

Nun ist nach langer Vorbereitung der „Kreuzweg des Friedens“ fertig: In der Wanderkarte Nr. 2 Rureifel“ des Eifelvereins trägt er die Nummer 80 und führt elf Kilometer durch geschichtsträchtiges Gebiet zwischen Schmidt und Vossenack. Die Pfarrer Hans Doncks und Volker Böhm gestalteten bei der Eröffnungsveranstaltung einen ökumenischen Wortgottesdienst.

„Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden“, mahnte Volker Böhm. Dieser Kreuzweg sei eine von vielen guten Ideen, Zeichen zu setzen für Verständigung und Frieden. Gemeinsam wurde das Lied „Shalom chaverim“ gesungen. Pfarrer Doncks stellte fest, das Wort „Shalom“ drücke mehr aus als Frieden, sondern auch „das, was der Mensch braucht, um mit sich und den Mitmenschen im Reinen zu sein.“

Musikalisch wurde die Feierstunde untermalt von Daniel Wiegand und Sylvia Noel. Zur einfühlsam gespielten Gitarre gesellten sich harmonische Stimmen und die meisterlich gespielte Querflöte.

Adalbert van Londen führte für den Kirchenvorstand aus, dass der Kreuzweg durch die Initiative des Rendanten Konrad Schöller des Friedens verwirklicht wurde, bedankte sich aber auch bei allen, die die Arbeit unterstützt haben. Petra Tutlies, die das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Nideggen, leitet, verwies darauf, dass das unermessliche Leid des Kriegswinters 1944/45 noch immer im Bewusstsein der Menschen in der Region sei: „Bunker und Höckerlinie gehören zu unserem kulturellen Erbe.“ Sie wünschte dem Projekt „die Beachtung, die es verdient“. Lucia Breuer vom Schul- und Kulturamt des Kreises Düren bedankte sich ganz herzlich für das hohe persönliche Engagement, das der Verwirklichung dieses Planes zugrunde lag. So auch Edith Esser, die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Nideggen, die hinzufügte: „Unser Erinnern erfordert Zeichen und Orte.“

Der Ortsvorsteher von Schmidt berichtete, er habe die Menschen gefragt, wie sie den 8. Mai 1945 erlebt haben. Die Antwort lautete: „Wir wussten nicht, dass Frieden war.“ Denn es gab in dem zerstörten Ort kein Radio, aber als sie es dann erfuhren, war es „wie ein neues Leben“.

Der Dokumentation von Konrad Schöller folgten die Menschen in der Kirche zum Teil erschüttert. Er machte darauf aufmerksam, dass auch im Jahre 2013 „so genannte Herrenmenschen lautstark Propaganda für antisemitische und menschenverachtende Thesen“ machen. Schöller forderte: „Hören und schauen wir ihnen dabei nicht tatenlos zu.“

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