Kraremannstag: Ein schönes Fest auch ohne offene Läden

Von: hes
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Mächtig was los war am Sonntag bei der 15. Auflage des Kraremannstages im Herzen von Simmerath. Manche Geschäfte informierten auf der Ladentür die Besucher, warum der Sonntagseinkauf diesmal ausfiel. Foto: Heiner Schepp
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Ein Anziehungspunkt war auch diesmal die gemeinsame Schauübung von Feuerwehr, THW und MHD auf dem Rathausplatz. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Es war eigentlich so wie immer in den letzten 14 Jahren: Scharen von Menschen schlenderten durch das Ortszentrum von Simmerath, wo sonst eher Autos das Bild beherrschen.

Die Leute steuerten die vielen Stände links und rechts der Hauptstraße und auf dem Rathausplatz an, genossen die Mischung aus Unterhaltung, Information und und Versorgung, kurzum: erlebten einen kurzweiligen Sonntag in Simmerath.

Nur eines fehlt der 15. Auflage des Kraremannstages: Die Ladentüren jener Geschäfte, die das beliebte und gewachsene Fest tragen, blieben an diesem Tag zu. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte erfolgreich gegen eine Sonntagsöffnung der Läden geklagt und das Verwaltungsgericht hatte die Gewerbetreibenden angehalten, an diesem Tag die Türen geschlossen zu halten.

80 Stände und Attraktionen

„Ich glaube, die tolle Resonanz heute ist der beste Beweis, dass der Kraremannstag auch ohne Ladenöffnung funktioniert und die Menschen auch wegen des Festcharakters nach Simmerath kommen“, freute sich der Vorsitzende des Gewerbevereins Simmerath, Michael Haas, dass der Streit um die Ladenöffnung im Vorfeld des Events dem Besuch ganz offensichtlich keinen Abbruch getan hatte.

Auch wenn der Sonne ebenfalls die Sonntagsarbeit gerichtlich untersagt worden war, zog es massig Menschen von Mittag an bis zum ersten Tröpfeln am späten Nachmittag nach Simmerath. 80 Stände, Aktionen und Attraktionen warteten auf die Besucher und offenbar konzentrierte sich das Besucheraufkommen diesmal noch besser im Ortszentrum, weil die Gäste schnell herausfanden, dass auch die Geschäfte im Gewerbegebiet geschlossen waren. Dichter als sonst waren auch die Stände angeordnet, da sich in den Lücken der Genuß- und Kunsthandwerkermarkt und die sogenannten Food-Trucks niedergelassen hatten und ihre Köstlichkeiten, Spezialitäten und ihre Kunst feilboten.

Auch der Mailauf der Simmerather Hansa (Bericht folgt) und die sich prima präsentierenden Vereine und Institutionen fütterten den 15. Kraremannstag mit Publikum. „Leider sind nur viele Menschen vor verschlossene Türen gelaufen, weil sie den Besuch des Kraremannstages als Familienausflug mitsamt einem Bummel durch die Geschäfte geplant und das Öffnungsverbot nicht wahrgenommen hatten“, bedauerte Michael Haas. Der Gewerbevereinsvorsitzende erneuerte den Vorwurf an die Adresse der Gewerkschaft, mit der Klage „Menschen schützen zu wollen, die durch Verdi überhaupt nicht geschützt und auch nicht vertreten sein möchten“.

Viel mehr treffe man mit dieser Maßnahme das Gewerbe, das mit einem Zuschuss die Bedingungen für den Kraremannstag schaffe, nun dafür aber keine Gegenleistung in Form eines Sonntagsverkaufs erhalte. „Ich kann den Kollegen, die diesen Tag vorab finanzieren und ihre Zahlung nun trotz des Verkaufsverbots nicht zurückgenommen haben, nur höchsten Respekt zollen“, lobte Haas und sprach von einem „fünfstelligen Betrag“, den man für Technik, Deko, Logistik etc. habe aufbringen müssen.

Michael Haas blickte bei allem Ärger nach vorne: „Wir haben hier heute alle Bedingungen für eine Sonntagsöffnung erfüllt und gezeigt. Und deshalb gehe ich fest davon aus, dass beim 16. Kraremannstag 2018 die Geschäfte wieder offen sein werden.“

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