Krankenhaus St. Brigida wechselt für einen Euro den Träger

Von: Peter Stollenwerk
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St. Brigida in Simmerath.

Simmerath/Aachen. „Das ist ein guter Tag für Simmerath”, atmete Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns auf, nachdem die Übernahme des Malteser-Krankenhauses Simmerath nun in trockenen Tüchern ist. An der noch notwendigen Zustimmung der Städteregions-Gremien am 28. Januar besteht wohl kein Zweifel.

Am Freitag gaben im Aachener Kreishaus Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Karl Prinz zu Löwenstein als Geschäftsführer der Malteser St. Elisabeth GmbH den Trägerwechsel vom Malteserorden an die Städteregion Aachen offiziell bekannt.

Die Übernahme erfolgt zum 1. Juni 2010, die wirtschaftliche Verantwortung möchte der neue Träger aber bereits zum 1. April übernehmen.

Zum symbolischen Preis von einem Euro übernimmt die Städteregion nach 12-jähriger Verantwortung der Malteser das Haus mit seinen 137 Betten.

Der bisherige Träger stand mit Blick auf das kommende Jahr vor einem unüberwindbaren Defizit von einer Million Euro. Die Städteregion startet allerdings bei Null, und möchte mit einem ausdehnten Kooperationsmodell Verluste ausbremsen.

Nachdem deutlich geworden war, dass das Land den geforderten Sicherstellungszuschlag in Höhe von 1,7 Millionen Euro nicht zur Verfügung stellen würde (weil es damit einen Präzedenzfall geschaffen hätte), war für die Malteser der Ausstieg in Simmerath beschlossene Sache.

Da aber Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann den Standort Simmerath im Krankenhaus-Bedarfsplan als notwendig für die medizinische Grundversorgung des ländlichen Raumes festgelegt hatte, war die Städteregion automatisch als Träger der örtlichen Gesundheitsfürsorge gefordert.

Als Gründe für das Scheitern in Simmerath nannte Prinz Karl zu Löwenstein die stark zurückgehenden Belegungszahlen des Krankenhauses und strukturelle Veränderungen im Zuge der Gesundheitsreform. Wegen dieser Veränderungen musste man sich auch bereits von 60 Mitarbeitern trennen, um die Vorhaltekosten zu reduzieren.

Nachdem sich aber für 2010 erneut ein riesiges Finanzloch abgezeichnet habe, sei man nun froh über die erfolgte Verständigung mit der Städteregion.

Auf Nachfrage räumte zu Löwenstein auch ein, dass die Unterstützung des Krankenhauses Simmerath durch die niedergelassenen Ärzte „sehr unterschiedlich” gewesen sei.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, den vor einigen Wochen die Kunde von der finanziellen Schieflage der Malteser erreichte, sah im Trägerwechsel nun „eine sehr gute Perspektive für den dauerhaften Erhalt des Krankenhauses.”

Hermanns würdigte auch das finanzielle Engagement der fünf Eifelkommunen Simmerath, Monschau, Roetgen, Hürtgenwald und Nideggen zur finanziellen Unterstützung der Geburtshilfestation. Hermanns bezeichnete das Simmerather Krankenhaus als die „wichtigste Einrichtung in der Region.” Das Haus sei unverzichtbar für die medizinische Grundversorgung in einem Einzugsgebiet von rund 50.000 Menschen.

Mit Zuversicht sah auch Landtagsabgeordneter Axel Wirtz, der stets in engem Kontakt zur Landesregierung stand, die „regionale Lösung.” Die Aufgabe der Städteregion sei es nun, ein Gesamtkonzept für Simmerath aufzustellen, das es ermögliche, auch eine Geburtshilfestation mit rund 300 Geburten im Jahr langfristig zu erhalten.

Nicht zuletzt gibt es auch ein positives Signal von den Cellitinnen bzw. dem Erzbistum Köln, wo der Orden beheimatet ist. Für den Orden, der Krankenhaus Simmerath bis 1997 in seiner Trägerschaft hatte, war es damals Bestandteil der Übernahme, dass ein kirchlicher Träger folgt.
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