Simmerath - Krankenhaus Simmerath: Maltesern gelingt Überraschungscoup

Krankenhaus Simmerath: Maltesern gelingt Überraschungscoup

Von: Ernst Schneiders
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Wie aus heiterem Himmel: Während das St. Brigida Krankenhaus (links) diese Woche überraschend den Besitzer wechselte, bleibt das Seniorenstift Seliger Gerhard (rechts) unter dem Dach der Malteser. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Die Überraschung ist den Maltesern gelungen. Niemand in der Region wusste etwas von den Verhandlungen mit der Artemed-Gruppe, auch diejenigen nicht, die ansonsten das Gras wachsen hören. Unter die Freunde, dass es für Mitarbeiter und Patienten an St. Brigida weitergeht, mischen sich Skepsis und teilweise erhebliche Verärgerung.

Skepsis, ob das Engagement von Artemed in der Eifel von Dauer ist „und wir nicht nach zwei Jahren wieder dort stehen, wo wir bislang gestanden haben”, wie Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter sagte. Verärgerung über die Verhandlungsführung von Karl Prinz zu Löwenstein und dessen Truppe, die längst Artemed ins Boot geholt habe, als sie immer noch vertraulich und vertrauensvoll mit der Kommisson der Städteregion Aachen verhandelte.

Roetgens Bürgermeister Manfred Eis machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Mein Stil ist das nicht. So geht man nicht mit Verhandlungspartnern um, mit denen man über Monate hinweg oft und intensiv verhandelt hat. Wenn für Prinz zu Löwenstein solches Verhalten normal ist, dann empfehle ich ihm einen Blick ins Programm der Volkshochschule. Da kann man lernen, wie man es richtig macht.”

Nachdem der Roetgener Verwaltungschef den Dampf abgelassen hatte, freute er sich dann, wie Amtsbruder und -schwester aus Simmerath und Monschau, dass der Erhalt des Krankenhaus nunmehr in trockenen Tüchern sei: „Ich hoffe, das Haus wird im Sinne der Eifeler Bevölkerung weitergeführt, mit allen Standards und Leistungen.”

Während Margareta Ritter sich eine Bewertung der Vorgehensweise der Malteser ersparte und die Städteregion bat, auch künftig ein Auge auf St. Brigida zu haben, „damit wir nicht völlig abhängig von einem privaten Träger sind”, warnte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns davor, wegen des Vorgehens der Malteser „jetzt die beleidigte Leberwurst zu spielen”.

Auch er sei von dieser Vorgehensweise „enttäuscht, um es vorsichtig ausdrücken”, aber „Nachtreten bringt jetzt ohnehin nichts mehr”. Andererseits sei er auch froh, dass der Standort Simmerath gesichert sei, und dass nicht die Städteregion das Rennen gemacht habe, schmälere die Verdienste von Städteregionsrat Helmut Etschenberg und seiner Dezernenten keineswegs.

Den Grund für ihre Vorgehensweise beschreiben die Malteser in einer Presserklärung. Am 2. Juli seien die Verhandlungen zur Übernahme des Krankenhauses von der Städteregion für gescheitert erklärt worden. Nach diesem Scheitern hätten die Malteser und die Artemed Kliniken GmbH Gespräche aufgenommen. Um den Verhandlungserfolg nicht zu gefährden, habe man Vertraulichkeit vereinbart. Auch bei den in der Zwischenzeit wieder geführten Verhandlungen mit der Städteregion habe man keine abschließende Einigung erzielen können.

Claus Brust vom Komitee „Rettet das Krankenhaus”, ist froh über den Trägerwechsel, sieht die Städteregion allerdings durch das Prozedere „über den Tisch gezogen” und spricht von einem „abgekarteten Spiel”. Der UWG-Vertreter in Gemeinderat und Städteregionstag kann sich nicht vorstellen, dass Artemed „einfach so” ein Krankenhaus übernimmt, das jährlich eine Million Miese einspiele. Brust: „Bei der Sache geht es um viel Geld.” Das Komitee werde bestehen bleiben und die Entwicklung kritisch begleiten.
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