Krankenhaus Simmerath: Kommt das endgültige Aus nach 100 Jahren?

Von: ap
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Simmerath. Das Jubiläumsjahr kann zum Schicksalsjahr werden: Was wird aus dem Krankenhaus Simmerath? Wie sieht die Zukunft ab 2009 aus? Simmeraths Bürgermeister Hubert Breuer, auch Vorsitzender des Fördervereins Krankenhaus, ist besorgt.

Wie er jetzt im Strukturausschuss sagte: Er sei „skeptisch, ob das Krankenhaus, so wie es heute ist, erhalten werden kann.” Im nächsten Jahr kann das Krankenhaus ein rundes Jubiläum feiern: 100 Jahre St. Brigida in Simmerath. Eingeweiht wurde das Haus am 1. Oktober 1909. Den Grundstein dazu legte der damalige Landrat Dr. von Kesseler schon im Jahr 1908, also vor nunmehr 100 Jahren: Als er im weit ausgedehnten Eifel-Kreis Monschau die Wohlfahrtspflege einrichtete, entschied er sich für einzelne Stützpunkte.

So entstand 1909 im alten Pfarrhaus von Simmerath ein provisorisches Krankenhaus. Vier Ordensschwestern der Zellitinnen traten für den zehn Gemeinden zählenden Bezirk ihren Dienst an; sie leisteten ambulante Krankenpflege, Tuberkulosen- und Säuglingspflege, unterhielten eine Haushalts- und Kinderbewahrschule und eine Suppenküche für auswärtige Schulkinder.

Die Räume waren bald zu eng, und im Winter 1913 stand das neu errichtete St. Brigida-Krankenhaus mit 40 Betten, der Grundstein dazu war am 15. Juni 1913 gelegt worden. Zunächst als Belegkrankenhaus geführt, stellte die Gemeinde das Haus ab Beginn des ersten Weltkrieges für verwundete Soldaten zur Verfügung. 1927 ging St. Brigida in den Besitz der Zellitinnen über.

Das ständige wachsende Vertrauen in die Medizin und die dadurch ansteigende Patientenzahl führten mit Unterstützung der Bezirksregierung zum Ausbau des Krankenhauses. Nachdem in den 50er Jahren der erste Seitenflügel, die Kapelle, ein Operationstrakt und die Aufstockung des Altbaus fertig gestellt wurden, folgten 1959/60 der Ausbau der 50 Betten zählenden Abteilung für Innere Medizin und der Neubau eines Schwesternwohnheimes. 1977 war die Bettenzahl, begleitet von entsprechenden Um- und Erweiterungsbauten, auf 224 Betten gestiegen.

Durch die Rahmen- und Strukturveränderungen im Gesundheitswesen verfügt das Krankenhaus seit dem 1. Januar 2003 über 135 Planbetten. Trotz starker Reglementierung im Gesundheitswesen sind stets weitere Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt worden, wie z.B. der Neubau einer interdisziplinären Intensivstation oder die Komplettsanierung der Wahlleistungsstation.

Nach über 80-jähriger Trägerschaft übergaben die Zellitinnen angesichts rückläufiger Schwesternzahlen das Krankenhaus im Januar 1997 an die Malteser. Zu den besonderen Stärken des Krankenhauses gehört heute vor allem auch die Interdisziplinäre Notfallambulanz (Zentralambulanz), die rund um die Uhr für die Bürger der Region geöffnet ist.

Dort gab im Jahr 2007 mehr als 12.000 Patientenkontakte. Im Jahr 2007 wurden 5134 Patienten stationär behandelt, die Zahl der Operationen: 1172. Mit rund 300 Beschäftigten (darunter etwa 35 Ärzte) gehört das Malteser-Krankenhaus St. Brigida samt dem Malteserstift Seliger Gerhard zu den größten Arbeitgebern in der Region Nordeifel.

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