Krankenhaus-Komitee „weint den Maltesern keine Träne nach”

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Simmerath. Das Komitee „Rettet das Simmerather Krankenhaus” bezeichnet es als „erfreulich, das die Mitarbeiter dieses Mal als Erste” vom Trägerwechsel zum 1. September erfahren haben, nicht über Dritte, sondern direkt von den Entscheidern selbst.

Das stelle eine neue Qualität der Kommunikation dar, denn „gutes Informationsverhalten war bislang im Simmerather Krankenhaus seitens der Geschäftsführung nicht üblich”.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg habe von der scheinbar so reibungslosen Transaktion mit der Artemed Kliniken GmbH aus Tutzing jedenfalls nichts gewusst, obwohl er bis vor wenigen Tagen eigentlich noch in laufenden Verhandlungen mit Malteser-Geschäftsführer Karl Prinz zu Löwenstein stand, „der endlich begreifen muss, dass die Zeit des Feudalherrentums in Deutschland schon lange vorbei ist und ein gebildeter Mensch so nicht mit Verhandlungspartnern umgeht. Im Gegenteil: Adel verpflichtet”.

„Für dumm verkauft”

Letzten Endes, so das Komitee weiter, füge sich dieser wenig rühmliche Vorgehensweise nahtlos in die Geschehnisse der letzten zwei Jahre ein: „Die Politik, die Mitarbeiter und die Bürger wurden schlicht und ergreifend für dumm verkauft und an der Nase herumgeführt. Deshalb werden wir hier in der Region den Maltesern keine Träne nachweinen.”

Komitee lässt Arbeit ruhen

Das Komitee sieht das Ziel seiner Arbeit, nämlich die Rettung des Simmerather Krankenhauses, erreicht. Aus diesem Grund wird das Komitee ab sofort bis auf Weiteres seine Arbeit ruhen lassen und die Entwicklung wohlwollend beobachten.

Zitat: „Dem neuen Träger wünschen wir alles Gute und eine glückliche Hand bei der Führung des Hauses. Artemed kann dabei auf die Unterstützung der Bevölkerung zählen. Der zukünftige Geschäftsführer Dr. Ulrich Mauerer hat bereits angekündigt, sich zu einem Gespräch mit den Mitgliedern des Komitees treffen zu wollen. Dies begrüßen wir ausdrücklich und freuen uns auf einen konstruktiven Dialog.”

Das Komitee „Rettet das Simmerather Krankenhaus” wurde im März 2008 gegründet, als die Malteser verkündeten, die Geburtshilfestation des Krankenhauses schließen zu wollen. Nach nur zwei Wochen Vorbereitungszeit wurde eine Großdemonstration veranstaltet, an der mehr als 3000 Menschen aus der Region teilnahmen.

In den darauf folgenden Wochen wurden etwa 3500 Unterschriften gesammelt und dem damaligen NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann übergeben. Die Geburtenstation wurde daraufhin weiterbetrieben.
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