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Kraftwerk am Rursee: Bürgerinitiative sieht sich durch Studie bestätigt

Von: olk/sis
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Kein Ende in Sicht: Über das Pumpspeicherkraftwerk, das die Firma Trianel am Rursee plant, wird weiterhin heftig diskutiert. Foto: Archiv/A.Gabbert

Nordeifel. Die Bürgerinitiative „Rettet den Rursee“ sieht sich in ihrem Engagement gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk am Rursee durch eine Studie des Fraunhofer-Instituts vom November 2012 bestätigt. Die Freiburger Wissenschaftler haben untersucht, unter welchen Voraussetzungen eine 100-prozentige Nutzung erneuerbarer Energien bei Strom und Wärme bis zum Jahr 2050 möglich wäre.

Als Grundlage für seine Berechnungen ging das Institut von dem Pumpspeichervolumen aus, das zurzeit vorhanden oder bereits im Bau ist. Die Wissenschaftler kamen so zu dem Schluss, dass auch ohne weitere Neubauten in diesem Bereich eine CO2-neutrale Energieversorgung möglich wäre. Wie eine Sprecherin von Trianel mitteilte, interpretiert das Unternehmen, das den Neubau in der Eifel plant, die Studie hingegen vollkommen anders. Daraus gehe nicht hervor, dass Stromspeicherkraftwerke überflüssig seien.

Triangel plant alternativ zum Eifelstandort in Thüringen und NRW zwei Kraftwerksneubauten. Die Bezirksregierung in Detmold hat Ende des Jahres das Raumordnungsverfahren zur Stromanbindung des Wasserspeicherkraftwerks Nethe positiv abgeschlossen. Dies teilt die Stadtwerke-Kooperation auf ihrer Internetseite mit. Trianel-Projektleiter Dr. Markus Hakes sprach von einem „Meilenstein“ für das Projekt im Kreis Höxter, weil neben dem Regionalplanänderungsverfahren auch das Raumordnungsverfahren erfolgreich beendet werden konnte. Zu verdanken sei dies der „überaus konstruktiven Zusammenarbeit mit den Standortkommunen, den Bürgern und der hervorragenden Verfahrensführung der Bezirksregierung.“

Ebendiese Bezirksregierung wird von der Eifeler Bürgerinitiative kritisiert: „Das ist ein Schritt in die falsche Richtung“, heißt es in einer Erklärung der Initiative, der sich mittlerweile mehr als 2200 Bürger angeschlossen haben.

Die Befürworter des Mammutprojektes machen hingegen deutlich, dass Pumpspeicherkraftwerke einen wesentlichen Anteil an der Energiewende hätten. Regenerative Stromerzeuger unterlägen zumeist starken zeitlichen Schwankungen und benötigten deshalb effektive Speichermöglichkeiten. Nicht mehr nur der Verbrauch, sondern auch die Erzeugung werde variabler. Hier könnten die Pumpspeicherkraftwerke einspringen, da sie innerhalb von nur 90 Sekunden von Stillstand auf Volllast hochfahren können.

Das sieht die Bürgerinitiative in der Stellungnahme anders: „Die Pumpspeicher hatten früher ihre Berechtigung, weitere Neubauten machen nach der Energiewende keinen Sinn mehr.“ Das Geld sei viel sinnvoller im Netzausbau angelegt.

Die Initiative plädiert dafür, das Überangebot an Wind- und Solarenergie zur Wasserstoffgewinnung zu nutzen. Wasserstoff, als CO2-freier Energieträger, könne an vielen Stellen zum Einsatz kommen, und vervollständige so die Energiewende. Diese Verfahren sind allerdings noch nicht ausgereift und so bleiben weiterhin viele Fragen offen.

Der Koalitionsvertrag der rot-günen Landesregierung ist in diesem Streitpunkt hingegen sehr klar: „Die Landesregierung unterstützt den Ausbau der Pumpspeicherkapazitäten in Nordrhein-Westfalen wie zum Beispiel die Projekte in der Eifel und im Weserbergland.“

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