„Kosakenschubsen” ist der Renner in der Spielhölle

Von: V.M.
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In der „Historischen Spielhölle” spielten Jung und Alt wie einst im alten Ägypten, im alten Rom oder im Mittelalter. Foto: V. Monterey

Monschau. „Wir wollen Kinder stark machen”, so Ralf Pauli, Jugendpfleger des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion Aachen. Zum Familienspieletag, der am Sonntag in der Elwin-Christoffel-Realschule in Monschau zum 11. Mal stattfand, als „Gegenpol zu den neuen Medien”, wie Internet, Chatten und Videospielen, kamen im Laufe des Tages weit über 300 Teilnehmer.

Groß und Klein, kamen in der großen Aula und in den hierfür hergerichteten Klassenzimmern zusammen, um gemeinsam zu spielen, zu lernen, zu kommunizieren und vor allem: Um Spaß zu haben.

Die Schulsozialarbeiterin mit ihren fleißigen Schülerinnen und Schülern, Bernadette Tambornino, Mitarbeiter des Vereins „Jugendaktiv” aus Simmerath, Streetworker Gerold Gröbel, ebenfalls Mitarbeiter des Jugendamtes der Städteregion, hatten alle Hände voll zu tun.

Mehr als 300 Gesellschaftsspiele waren dank der Sponsoren der Raiffeisenbank Simmerath und des Spielherstellers Amigo im Angebot, vom klassischen „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht” bis zu den neu erschienenen Spielen der Spiele-Messe, vom „Spiel des Jahres” bis zur Wii-Konsole.

Auch war es möglich, Spiele mitzubringen, deren Regeln man bisher nicht so recht verstanden hatte, um sie sich endlich von einem der Spielleiter erklären zu lassen. Darüber hinaus konnte man sich schminken lassen oder sich für die nächste Runde stärken, mit Kaffee, Saft, Kuchen und belegten Brötchen.

Besonders spannend aber war die vom Verein „Pusteblume” hergerichtete „Historische Spielhölle”. Der Jugendclub des Vereins für Heimatgeschichte Imgenbroich demonstrierte, wie man einst im alten Ägypten, zu den Zeiten der alten Römer oder im Mittelalter spielen konnte. Dabei ging es mehr um Geschicklichkeit und Strategie.

Rund 20 zum Teil selbstgefertigte Spiele, meist aus Holz, waren hier aufgebaut, darunter viele Vorläufer bekannter Spiele, so zum Beispiel „Alquerque”, ein Vorläufer des Dame-Spiels, dessen Ursprung im 10. Jahrhundert im nahen Osten zu finden ist. Es gab viele Mühle-Varianten, oder auch „Tablat”, eine Art Schachspiel.

Das „Kosakenschubsen” war „der Renner in der Spielhölle”, so die Spielhelferinnen Aggi Dornseiffer und Vera Mannertz vom Geschichtsverein, „da muss man sich gegenseitig vom Brett schubsen - das macht Laune!”

Beim 11. Spielfest ging es nicht nur um eine Freizeitmaßnahme oder darum, einmal zu schauen, welches Spiel eventuell auf den Wunschzettel zu Weihnachten geschrieben wird, hier ging es darum Impulse zu setzen, über die Grenzen einer Freizeitmaßnahme hinweg und das generationsübergreifend. „Regeln lernen, Fairness, und lernen auch einmal verlieren zu können”, sei das Ziel, so Pauli. „Das muss der Papa vielleicht auch mal lernen.” Und natürlich ist es toll, Mama oder Papa mal im Spiel zu schlagen.

„Dann ist Familie wieder Familie”, meinte Monika Erkens, Mutter zweier Söhne aus Konzen, Das gemeinsame Spielen komme „in der heutigen, stressigen Zeit viel zu kurz”.
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