Koordination und Abstimmung laufen prima, das Wasser nicht

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Vollalarm bei der Gemeindeübung: Die Fluchtwege sind abgeschnitten, die Dachdecker müssen mit der Drehleiter gerettet werden.

Simmerath. „Wenn ein Einsatz im Ernstfall so ruhig und organisiert ablaufen würde, wäre das wirklich klasse.” Wehrführer Jürgen Förster ist zufrieden. Zufrieden mit dem Ablauf der Gemeindeübung der freiwilligen Feuerwehren. Das Szenario: Im Holzhandel Scherf brennt die Lagerhalle 1 hinter dem Verwaltungsgebäude.

Holz und Verpackungsmaterialien haben Feuer gefangen. Mehrere Mitarbeiter sind von dem Feuer eingeschlossen, die Fluchtwege sind abgeschnitten. Außerdem sind die Dachdecker in Gefahr, die gerade auf dem Dach arbeiten. Brandursache: Ein Defekt in einem mit Gas betriebenen Gabelstapler.

Per Brandmeldeanlage und durch einen Anruf des Firmeninhabers wird die Feuerwehr alarmiert. Zunächst rücken die freiwilligen Feuerwehren aus Simmerath und Kesternich samt Drehleiter an. Schnell wird den Wehrleuten der Ernst der Lage klar. Wehrleiter Jürgen Förster löst Vollalarm aus.

Rettungsdienst, Notarzt und Polizei treffen ein und die Löschzüge aus der Gemeinde rücken an. 15 Fahrzeuge, 90 Feuerwehrleute, acht Sanitäter, zwei Polizisten. Nur Erkensruhr, Dedenborn und Hammer fehlen. „Es müssen immer Wehrleute für andere Fälle bereitstehen. Es könnte ja passieren, dass während eines solchen Großeinsatzes auch noch an einer anderen Stelle ein Feuer ausbricht”, erklärt Brandinspektor Sander Lutterbach.

„Wenn es wirklich brennen würde, würden wir die Löschgruppen auch hierher holen und im Bereitstellungsraum positionieren”, fügt Wehrleiter Förster hinzu. Dort, im Bereitstellungsraum, treffen sich alle Löschzüge. Per Funk wird der Einsatz koordiniert. Die Löschgruppenführer instruieren ihre Männer. Los geht´s! Es gilt ein Ausbreiten der Flammen auf Nebengebäude zu verhindern. Außerdem müssen Personen gerettet werden.

300 freiwillige Feuerwehrleute gibt es in der Gemeinde Simmerath. 90 sind bei der Gemeindeübung vor Ort. „Wir schätzen, dass etwa 70 Feuerwehrleute vor Ort sein könnten, wenn so etwas an einem Mittwochmittag passieren würde”, erklärt Sander Lutterbach.

Im Holzlager wird es hektisch. Die Schläuche werden ausgerollt. Mit feuerfester Kleidung und Sauerstoffflaschen auf dem Rücken machen sich die Feuerwehrleute auf die Suche nach den Vermissten. „Wir müssen noch wissen, wie viele es sind”, fällt einem Wehrmann noch rechtzeitig ein. Zurück zur Einsatzleitung und dann mit Spitzhacke und Taschenlampe weiter voran. Die Drehleiter ist ausgefahren. Zwei Wehrleute klettern hinauf. Die Dachdecker warten auf Rettung.

Mittlerweile hat sich das Feuer ausgedehnt. Auch die zweite Lagerhalle brennt. Die Löschzüge positionieren sich rund um das Gelände. Die Schläuche sind gelegt, die Strahlrohre bereit.

Nur mit der Wasserversorgung ist Wehrleiter Förster nicht zufrieden. Doch auch dieses Problem lässt sich lösen. Mehr als 5000 Liter werden pro Minute verbraucht, der Druck muss stimmen. Jürgen Förster zieht eine positive Bilanz: „Die Koordination klappt gut, die Abstimmung ist prima.”
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