Konzert zur Passionszeit: Perlen für das Musikleben

Von: js
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Das vierköpfige Kammermusikensemble „Concertino Nuovo“ mit (von links) Eva Heydasch, Guido Tumbrink, Carola Enke-Gregull und Brigitte Gerling-Halbach. Foto: Josef Schreier

Roetgen. Pfarrer Wolfgang Köhne war begeistert von den musikalischen Aktivitäten der Kirchengemeinde Monschauer Land – und das mit vollem Recht. Das musikalische Programm der Gemeinde weist nun schon über Jahre hin allerhand Perlen auf, durch die das Musikleben der Nordeifel im Ganzen belebt und geprägt wird.

Darunter sind auch immer wieder äußerlich wenig spektakuläre, aber spirituell anspruchsvolle Veranstaltungen – wie das Konzert des „Concertino Nuovo“ vergangenen Sonntag. Es handelt sich dabei um ein vierköpfiges Kammermusikensemble aus Remscheid, das sich vor allem mit Musik aus dem Barock beschäftigt. Der Flötistin Carola Enke-Gregull und den Gambistinnen Brigitte Gerling-Halbach und Eva Heydasch gesellt sich seit kurzem der neue (und junge) Cembalist Guido Tumbrink.

Die Musik des Barock ist, auch dann, wenn es sich um rein instrumentale Werke handelt, vielfach von geistlichen und religiösen Themen geprägt; nicht umsonst wird sie bevorzugt bei spirituellen Anlässen jeder Art herangezogen. Da kann ein kirchlicher Veranstalter sozusagen „nichts falsch machen“. Das war auch bei dem Konzert in Roetgen der Fall, so dass es zudem einen guten Sinn hatte, dass Pfarrer Köhne das Konzert mit der Rezitation einiger mit den musikalischen Stücken zusammenhängenden Psalmen begleitete. Das musikalische Programm wurde durch hilfreiche Anmerkungen von Brigitte Gerling-Halbach erläutert.

Suche nach unbekannten Stücken

Das Ensemble ist immer auf der Suche nach unbekannten Stücken. Einer der Komponisten, Johann Schop, war den Künstlern bis vor kurzem selber nicht bekannt. In der Tat kann man immer wieder feststellen, dass die Barockzeit eine Fülle hochwertiger Musik hervorgebracht hat, die noch lange nicht aufbereitet ist.

So konnten die Zuhörer in Roetgen sicherlich mit einigen Namen Bekanntschaft schließen, die ihnen bis dahin wohl nicht geläufig waren, so etwa, neben Schop, auch Johann Rosenmüller und Jacob van Eyck. Berühmter sind da schon Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi, obwohl das dem Letzteren zugeschriebene Werk, das zu hören war, wohl gerade nicht von ihm stammt.

Die Darbietung der Stücke durch die Remscheider Musiker ließ aber all diese historischen Fragen und Ungewissheiten vergessen. Es war eine reine Freude, einem eingespielten, klanglich absolut homogenen Ensemble zuzuhören, wobei naturgemäß die teilweise solistisch auftretende Flötistin Carola Enke-Gregull ein wenig mehr der Aufmerksamkeit auf sich zog. Cembalist Guido Tumbrink meisterte seinen Part souverän, aber ein wenig unauffällig. Er durfte dafür, gleichsam zum Ausgleich, auf der Orgel ein gewichtiges Stück des jung verstorbenen Barockmeisters Nicolaus Bruhns vortragen, nämlich dessen Präludium in e-moll.

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