Konzert in Roetgener Pfarrkirche St. Hubertus

Von: js
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Dirigent Friedhelm Schütz führte gemeinsam mit den Solisten und Chören durch einen ansprechenden Konzertnachmittag. Foto: Josef Schreier

Roetgen. Die Kirchenchöre Roetgen/Rott haben gemeinsam mit dem Kammermusikkreis Simmerath ein geistliches Konzert in der Pfarrkirche St. Hubertus in Roetgen gestaltet. Der Dirigent des Nachmittags, Friedhelm Schütz, konnte eine große Zuhörerschar begrüßen, die - wie er hervorhob - selbst in der Hochsaison des Karnevals und trotz klirrender Kälte den Weg in die Roetgener Kirche gefunden hatten.

Die Kälte hätte auch das Konzert selbst beinahe noch beeinträchtigt, da die Sparmaßnahmen des Bistums eine ausreichende Raumtemperatur für die Instrumentalisten und Sänger fast verhindert hätten.

Hohe Virtuosität

All diesen Widrigkeiten zum Trotz konnten sich die Zuhörer aber letztlich an einem ausgesprochen gelungenen Konzert erfreuen, was sie auch dankbar zum Ausdruck brachten.

Den ersten Teil des Nachmittags bildete das Cellokonzert in D-Dur von Joseph Haydn. Solist war Wilfredo Alvarez aus Venezuela, der im Sommer 2011 mit großem Erfolg an der Aachener Musikhochschule sein Konzertexamen abgelegt hatte. Der Kammermusikkreis konnte ihn mittlerweile als Cellolehrer gewinnen.

War die trotz allem kühle Raumtemperatur für einzelne Einsätze des Orchesters und des Solisten manchmal nicht ganz zuträglich, so wusste doch Wilfredo Alvarez durch eine hohe Virtuosität zu überzeugen, die sich vor allem in den Solopassagen der Kadenzen in den einzelnen Sätzen ausprägte. Auch das Orchester selbst fand zu einem erfreulich freien und sowohl rhythmisch wie dynamisch mitreißenden Spiel.

Höhepunkt - auch im Sinne eines geistlichen Konzerts - war das berühmte „Gloria” von Antonio Vivaldi, eine Kantate für Chor, Solisten und Orchester. Hier traten neben den vereinigten Kirchenchören von Roetgen und Rott als Gesangssolisten die Sopranistinnen Nathalie Stercken und Annette Plathner sowie Jozef Cremers mit einem Oboensolo hervor.

Diesem bekannten und auch tatsächlich attraktiven Werk wurde in einer bemerkenswerten Darbietung etliche neue Seiten abgewonnen. Nach dem frischen und zupackenden Eingangsstück stimmte der Chor im Andante des zweiten Satzes, dem „Et in terra pax”, außerordentlich nachdenkliche Töne an und zeigte dabei eine Klangschönheit und geistliche Tiefe, die eine gewisse Undifferenziertheit der verschiedenen Chorstimmen in den Hintergrund treten ließen. Die Solopassagen wurden von den beiden Sängerinnen souverän gemeistert, einzeln oder auch im Duett. Besonders fiel der Zwiegesang zwischen Nathalie Stercken und der Oboe von Jozef Cremers auf, die das „Domine Deus, rex caelestis” zu einem Höhepunkt im Höhepunkt werden ließen.

Ein Text zum Mitlesen

Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn die Zuhörer den Text hätten mitlesen können, da vermutlich nicht jeder den lateinischen Text des Gloria noch präsent gehabt haben wird.

Der Chronist jedenfalls konnte keinen Programmzettel entdecken, dem etwa auch Näheres zu Orchester, Chor und Solisten zu entnehmen gewesen wäre. Doch ist dies eine geringfügige Kritik angesichts der beeindruckenden Leistung der Mitwirkenden und nicht zuletzt des Dirigenten Friedhelm Schütz, der auch in seiner neuen musikalischen Heimat weiterhin viel bewegt.
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