Konzener Mutterkirche soll schrumpfen

Von: rpa
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Pfarrer Karl-Heinz Stoffels (l
Pfarrer Karl-Heinz Stoffels (links) erläutert einem interessierten Besucher den (ersten) Vorschlag von Architekt Elmar Paul Sommer für den Um- und Rückbau der Pfarrkirche in Konzen. Foto: R. Palm

Konzen. Die Kirche in Konzen, die Mutterkirche des Monschauer Landes: Wird sie demnächst umgebaut? Denkbar ist ein Rückbau auf das Maß der alten Dorfkirche. Denkbar ist, dass der jetzige große Altarraum, nach Norden ausgerichtet, künftig als (vollverglastes) Pfarrheim umgestaltet wird.

Möglich ist, dass (innen) neben dem Turm eine Sakramentskapelle errichtet wird. Möglich ist auch, dass das hohe Dach auf dem Anbau der 50er Jahre abgerissen und durch eine niedrigeres Flachdach ersetzt wird, dass der Anbau aus den 50er Jahren dann wie ein separates Gebäude neben der Kirche steht.

Alte Heizung droht auszufallen

Die Konzener haben derzeit ein Thema, das eifrig, engagiert, emotional und auch kontrovers diskutiert wird. „Unvermeidbare Tatsache” aber ist, dass die Kirche eine neue Heizung braucht, „da die über 40 Jahre alte defekt ist und heute oder morgen ausfallen kann”. Für Pfarrer Karl-Heinz Stoffels war das Pfarrfest am Sonntag Anlass, zum „möglichen Umbau unserer Kirche ein paar Worte zu sagen”.

Stoffels erläuterte die Hintergründe des möglichen Umbaus, er listete die Gründe auf, er äußerte Verständnis für mögliche Skepsis und Kritik, er versicherte, es sei noch nichts entschieden, dennoch: „Die Notwendigkeit zu handeln ist da”. Pfarrer Stoffels, darin waren so manche Gottesdienst- und Pfarrfestbesucher sich einig, schaffte es durch seine Ansprache, die Emotionen, die sich vor dem Pfarrfest in der Dorfbevölkerung aufgebaut hatten, ein Stück weit zu entschärfen. Er appellierte an die Konzener, sich in den nächsten Tagen und Wochen mit dem Projekt zu befassen, sie sollten „sich ruhig trauen, Bedenken und auch positive Meinungen zu äußern und mitzuteilen”. Dazu lag ein Buch aus, dazu soll demnächst auch ein Forum im Internet aufgebaut werden.

Dass die Konzener Kirche dringend eine neue Heizung braucht, darin sieht der Kirchenvorstand „konkreten Handlungsbedarf”. „Niemand hat Verständnis dafür, wenn er im Winter in einer kalten Kirche sitzen muss”, meinte Pfarrer Stoffels, der Verständnis für die Initiative des Kirchenvorstandes zeigte, dem niemand Vorwürfe machen könne, „nicht frühzeitig agiert zu haben”.

Die Größenordnung der Investition (es gibt noch keine konkreten Pläne und daher auch noch keine Zahlen über Kosten) erfordere „Überlegungen im Voraus, welche Leistungen zu erbringen” sind, betonte Pfarrer Karl-Heinz Stoffels, der dann deutlich machte: 85 Prozent der Gelder, die die Pfarre Konzen derzeit vom Bistum Aachen aus Mitteln der Kirchensteuer bekomme (zur Zeit 18.000 Euro) werden für die Bewirtschaftung der Kirche, des Pfarrhauses und des Pfarrheims ausgegeben, der Grund dafür seien die „extrem hohen Energiekosten, vor allem für die Kirche”.

So bleiben der Pfarre „nur noch 3000 Euro übrig, um alle weiteren Ausgaben im Laufe des Jahres zu tätigen”. Pfarrer Stoffels: „In Zukunft ist davon auszugehen, dass sich die Gelder aus Kirchensteuermitteln in den nächsten Jahren eher noch reduzieren werden”. Hinzu komme, dass das Bistum derzeit „in allen Gemeinden prüft, welche Gebäude in welcher Weise genutzt werden”.

Die kleiner werdende Zahl aktiver Gemeindemitglieder erfordere natürlich „eine Anpassung in irgendeiner Form”. Nach dem Krieg sind viele Kirchen vergrößert worden, weil die Dörfer gewachsen und die Zahl der Gläubigen, die zum Gottesdienst gingen, gestiegen sind. Das war auch ein Grund dafür, dass im Jahr 1952 an der Pfarrkirche in Konzen die Aufbauarbeiten unterbrochen und die bereits errichtete Nordwand wieder abgerissen wurde.

So dann wurde die Kirche nach neuen Plänen um ein nach Norden hin gerichtetes Schiff erweitert. Damals zählt Konzen etwa 1200 Seelen, heute sind es um die 2000 Katholiken. Die Zahl der Kirchenbesucher ist drastisch zurückgegangen, Pfarrer Stoffels: „So muss man sich heute den Herausforderungen der umgekehrten Entwicklung stellen - so weh das auch tut. Diese Tatsachen erfordern Handlungsbedarf.”

Gemeinde wird beteiligt

Der Kirchenvorstand hat den Architekten Elmar Paul Sommer aus Widdau beauftragt, einen unverbindlichen Vorschlag zu machen, wie eventuell das zu beheizende Volumen der Kirche reduziert werden kann. Pfarrer Karl-Heinz Stoffels wörtlich an die Gläubigen, die am Sonntag zur Familienmesse gekommen waren: „Mir ist es ein Anliegen, dass die ganze Gemeinde in diese Überlegungen mit eingeschlossen wird. Es soll nichts über Ihre Köpfe hinweg entschieden werden.”

Er wisse, dass viele Menschen nach dem Krieg, auch wenn sie „selbst nicht viel hatten, alles gegeben haben, um den Neubau der Kirche zu finanzieren”. Dies könne man nicht einfach übergehen und „das mühsam Aufgebaute abreißen”. Architekt Sommer habe nun einen Vorschlag gemacht, wie der Gottesdienstraum „auf den ursprüngliche, alten Teil der Kirche” reduziert. Dies bedeutet, der Anbau (aus den 50er Jahren) würde „in anderer Weise erhalten - mit Ausnahme des hohen Daches, das sowohl dämm- als auch brandschutztechnisch ein großes Problem darstellt.”

Skizzen, wie denn die um- und rückgebaute Kirche in Konzen künftig aussehen könnte, waren auf Schautafeln in der Taufkapelle ausgehängt. Pfarrer Karl-Heinz Stoffels, Bernd Mainz und Manfred Niebes vom Kirchenvorstand erläuterten die Skizzen und Vorstellungen des Architekten, die überschrieben waren mit dem Titel: Erste Überlegungen zum Rückbau und der Neuordnung der Kirche (Skizze und weiterer Bericht im Innenteil).
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