Kontroverse Diskussion: Wie viel Bauland braucht Simmerath?

Von: rpa
Letzte Aktualisierung:
ha-baulandbild
50 neue Baugrundstücke sollen auf dem Gelände der heutigen Josef-Jansen-Sportstätte - Sportplatz, Schwimmbad und Turnhalle - in Simmerath entstehen, doch die UWG hat Zweifel, ob die Gemeinde angesichts des demografischen Wandels so viel Bauland vermarkten kann. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns dagegen erwartet einen Ansturm auf die „Filetstücke” im Herzen des Zentralortes. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Die Nachfrage nach Bauland im Zentralort Simmerath ist recht groß. Davon ist Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns überzeugt, er sprach jetzt im Haupt- und Finanzausschuss sogar von einem „Run auf die Baugrundstücke”.

Der Bürgermeister stellte die Vorzüge von Simmerath für junge Familien und Senioren als Wohnort heraus: Simmerath habe viel zu bieten und alle Einrichtungen wie Geschäfte, Schulen, Arztpraxen seien gut zu Fuß zu erreichen, auch für Leute mit Rollator.

2,4 Millionen Euro Einnahme

Karl-Heinz Hermanns reagierte damit auf die Kritik von Claus Brust (UWG), im Bereich des Sportplatzes ein neues Baugebiet auszuweisen und zu erschließen.

Die Gemeinde hat entschieden, den alten Sportplatz zwischen Sportplatzstraße und der Lohmühlenstraße aufzugeben und die Fläche ebenso wie den Bereich der jetzigen Schwimm- und Turnhalle als Bauland zu nutzen. Dort ist Platz für rund 50 neue Häuser.

Claus Brust wies auf den „demographischen Wandel” hin und fragte skeptisch: Wer soll die Baustellen kaufen? Er bewunderte den „Optimismus” des Bürgermeisters, durch den Verkauf der Grundstücke Einnahmen von fast 2,4 Millionen Euro zu erzielen.

Bürgermeister Hermanns betonte: Die Gemeinde müsse erörtern, wie sie dem prognostizierten Bevölkerungsschwund entgegenwirken könne. Wenn es nicht gelinge, die „Filetstücke im Zentralort” zu verkaufen, wo könnten dann überhaupt noch Baugrundstücke in der Gemeinde verkauft werden? Und einige Einwohner mehr in Simmerath würden der Gemeinde gut tun, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die Schlüsselzuweisungen. In den nächsten Wochen werden die Verkaufsbedingungen für die Grundstücke im „Baugebiet Sportplatz” ausgearbeitet.

Eine weitere wichtige Entscheidung in diesem Zusammenhang wird in den „nächsten Wochen” fallen, ist Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sicher: Wie geht es mit der Hauptschule weiter? Es werde sich dann zeigen, so der Bürgermeister, ob die Kommunen Monschau, Simmerath und Roetgen zusammen eine Gemeinschaftsschule einrichten wollen und werden, ein Standort dabei soll das Gebäude der derzeitigen Hauptschule in Simmerath sein.

Die Hauptschule in Simmerath wird für insgesamt 6,7 Millionen Euro energetisch und baulich saniert. „Damit schaffen wir die Voraussetzung, dass das jetzige Hauptschulgebäude in Zukunft optimale äußere Bedingungen für die dort unterrichteten Schülerinnen und Schüler bietet”, hatte der Bürgermeister in seiner Haushaltsrede Mitte Dezember betont.

Angesichts der hohen Kosten und der schwierigen Finanzlage der Gemeinde sei das Projekt Hauptschule „eigentlich für die Gemeinde eine Nummer zu groß”, sagte SPD-Sprecher Gregor Harzheim jetzt in seinen Anmerkungen zum Haushalt 2011. Als „eigentlich eine Nummer zu groß” bezeichnete er auch die Projekte Schwimmhalle und „Neue Mitte” Woffelsbach. Doch die SPD-Fraktion trage die Projekte mit, „weil sie für die Entwicklung der Gemeinde äußerst wichtig sind”.

Die Hauptschule wird für rund 2,6 Millionen Euro energetisch saniert, was sich unbedingt auf die Heizkosten auswirken muss. Daher waren sich alle Fraktionen gemeinsam mit der Verwaltung einig: Die Heizkosten müssen deutlich gesenkt werden. Daher, so die Forderung der SPD, sollen die im Haushalt veranschlagten Kosten von 40.000 Euro möglichst halbiert werden.

Claus Brust (UWG) stellte die Frage, ob die beiden Grundschulen Simmerath und Kesternich nicht zusammen im Gebäude der jetzigen Hauptschule untergebracht werden können. Was letztlich aus der Hauptschule werde, sei ja noch nicht entschieden, meinte Brust. Bürgermeister Hermanns machte deutlich: Die Grundschule Kesternich stehe nicht zur Debatte, da gebe es „derzeit keinen Handlungsbedarf”.

Die Grundschule in Simmerath soll um eine Aula erweitert werden, weil die Schule keinen größeren Versammlungsraum hat. Für die „Konzeptionsplanung Einrichtung Schulforum” sind im Haushaltsentwurf 3000 Euro veranschlagt. Bürgermeister Hermanns: Sollte es „wider Erwarten zu keiner Gemeinschaftsschule kommen”, dann werde es auch keine Planung für eine Aula an der Grundschule geben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert