Kontrolldruck macht sich bezahlt

Von: Udo Kals und Claudia Schweda
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Fahrscheine lösen, bevor es in den Bus geht: Nach Hochrechnungen der Aseag reißen Schwarzfahrer ein Minus von 600 000 Euro in die Kasse des Verkehrsunternehmens. Foto: Sven Klein

Aachen. Der erhöhte Kontrolldruck der Aseag scheint sich in Sachen Schwarzfahrer auszuzahlen: Rechnete das Verkehrsunternehmen im Jahr 2006 beispielsweise noch mit rund 2,1 Millionen Fahrgästen, die ohne Fahrschein die rote Flotte nutzten und so einen Schaden von rund 800.000 Euro verursachten, waren es nach aktuellen Berechnungen im vergangenen Jahr „nur” noch 1,7 Millionen, die für ein Minus von circa 600.000 Euro sorgten, sagt Aseag-Sprecherin Anne Linden.

Sie führt diese Entwicklung nicht nur auf den 2006 eingeführten „kontrollierten Einstieg” zurück, bei dem die Fahrgäste nur noch die vordere Bustüre benutzen sollen. Vielmehr sei 2011 die Zahl der Kontrolleure „leicht erhöht” worden. Zudem sei es beispielsweise Busfahrern auch in ihrer Freizeit möglich, etwaige Schwarzfahrer zu kontrollieren.

Insgesamt ist die Zahl der kon-trollierten Fahrgäste im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2010 deutlich gestiegen: von 416.000 auf 577.000 Personen, bei inzwischen rund 65 Millionen Fahrgästen pro Jahr. Dabei seien im Vorjahr 15.000 Schwarz- und Graufahrer erwischt worden. Zur letzteren Gruppe zählen Personen, die zwar eine Monatskarte besitzen, diese aber bei der Kontrolle nicht vorlegen können. Geschieht dies im Nachhinein, wird lediglich eine Bearbeitungsgebühr fällig. Schwarzfahrer ohne Fahrschein müssen 40 Euro zahlen. Von diesen sind 2011 rund 6000 erwischt worden, 2010 waren es knapp 6700.

Dies schreibt Linden auch dem Umstand zu, dass es mit Schülern, Studenten und Senioren immer mehr Abo-Kunden gebe. Auch das preiswerte City-XL-Ticket, mit dem man für einen Euro durch die Aachener City fahren könne, sei ein Grund für den Rückgang. Linden: „Wir merken einen Unterschied.” Dabei begrüßt die Aseag die Initiative des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), die Strafen für Schwarzfahrer drastisch zu erhöhen, sagt die Unternehmenssprecherin. Wie berichtet, schlägt der VDV vor, die Höchstgrenze für die Strafe von derzeit maximal 40 auf 60 Euro und bei Wiederholungstätern auf 120 Euro festzusetzen.

Außerhalb der Städteregion ist Schwarzfahren im Vergleich zu den Fahrgastzahlen ein fast nicht mehr wahrnehmbares Problem. Bei der Dürener Kreisbahn liegt nach Angaben des Geschäftsführers Bernd Böhnke die Zahl seit Jahren gleichbleibend im vierstelligen Bereich - bei zehn Millionen Fahrgästen im Jahr. Diese Fahrgastzahl befördert auch die West Energie & Verkehr im Kreis Heinsberg. Dort wurden nach Angaben von Udo Winkens, Bereichsleiter Verkehr, im vorigen Jahr 291 Schwarzfahrer erwischt. Das sei ein „relativ hoher Wert” im Vergleich zu den Vorjahren. Die RVE-Überlandlinien haben im vorigen Jahr nach Angaben eines DB-Sprechers bei 15 Millionen Fahrgästen im Jahr gut 50 Schwarzfahrer erwischt.

Von einer hohen Dunkelziffer geht keiner dieser Verkehrsbetriebe außerhalb der Städteregion aus, da in allen Betrieben die Fahrgäste vorne beim Busfahrer einsteigen und ihre Tickets vorzeigen müssen. Böhnke: „Durch den kontrollierten Einstieg ist die natürliche Hemmschwelle, ohne Fahrschein zu fahren, sehr hoch.”
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