„Kontrast-Konzert“ des Musikvereins

Von: js
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Zweiter Teil des Konzertes: Imgenbroicher „Klosterbrüder“ treten in die Fußstapfen der berühmten böhmischen Volksmusikanten.

Imgenbroich. In die Reihe der Frühjahrskonzerte am vergangenen Wochenende im Monschauer Land fügte sich die „Harmonie“ Imgenbroich nahtlos ein. Und dennoch war es ein Kontrast-Programm, wie es auch schon der Titel des Konzertabends ausdrückte.

Überhaupt geht das traditionsreiche Orchester seit einiger Zeit neue Wege und stößt damit auch Diskussionen an, auf die Ortsvorsteher Bernd Neuß in seinem Grußwort anspielte. Aber gerade seine Anwesenheit bei dem Abend im Imgenbroicher Bürgercasino dokumentierte, dass „die Musik“ nach wie vor zum festen Bestandteil des Imgenbroicher Ortslebens gehört. Bernd Neuß hob zurecht hervor, dass gerade der Musikverein eine große Anziehungskraft auf die Jugend ausübt; im großen Hauptorchester ist ein Großteil der Ausführenden derzeit unter 20 Jahre alt. Der Vorsitzende des Vereins, Reinhard Bertling, hatte die Zuhörer und Gäste zuvor herzlich begrüßt, bevor dann der Dirigent Harald Küpper den Taktstock hob.

„Sinfonische Blasmusik“

„Sinfonische Blasmusik“ hat sich das Orchester unter Küppers Leitung auf die Fahnen geschrieben. Sie stand denn auch im Zentrum des ersten Teils des Konzertabends und bildete den einen Pol des „Kontrasts“, den der Titel versprach. Das Gegenstück war dann der zweite Teil, in dem die „Klosterbrüder“, ein sechsköpfiges Blechblasensemble aus den Reihen des Orchesters, populäre „Böhmische Blasmusik“ zum Besten gaben. Harald Küpper hat durchaus einen hoch gespannten pädagogisch-musikalischen Ehrgeiz. Er konfrontiert seine teils sehr jungen Musiker mit anspruchsvollen sinfonischen Stücken, selbst mit dem Risiko, wie er einleitend bekannte, dass diese Werke das Vermögen der Musiker bis zum äußersten fordern.

So ließ das Orchester gleich beim Einleitungsstück, „Norway Impressions“ von Alfred Bösendorfer durch Präzision und Klangschönheit aufhorchen. Bei den ausgewählten sinfonischen Stücken handelt es sich um speziell für Blasorchester geschriebene Originalwerke ausgewiesener Komponisten, die entsprechende Sorgfalt bei der Ausführung erfordern. Auch wenn die Mühe der jungen Musiker bei einigen Stellen noch durchklang, so war doch auch jederzeit das Engagement und die musikalische Freude spürbar, die auch auf das Publikum übersprang.

Das galt auch für eine weitere Komposition von Alfred Bösendorfer mit dem Titel „Scandinavia“. Dieser niederländische Komponist hat sich in den beiden aufgeführten Werken mit der Klangwelt der nordischen Länder beschäftigt, und man hörte sowohl die Melodik des Nordens wie auch das Temperament der skandinavischen Volkstänze heraus. Ähnlich brillant bot das Orchester zwei weitere sinfonische Stücke dar, den „Song For A Celebration“ von Franz Watz und die Heimatland-Ouvertüre des tschechischen Komponisten Jindrich Pravecek.

Nach einer Pause, in der der Musikverein seine Gäste bewirtete, ging es dann – im erwähnten „Kontrast“ zum vorigen – weiter mit dem „böhmischen“ Teil. Sechs bewährte Mitglieder der „Harmonie“ haben sich als „Klosterbrüder“ zu einem speziellen Ensemble zusammengeschlossen, das in Zukunft auch festliche Anlässe im Ort begleiten wird.

Der etwas aparte Name der Gruppe leitet sich, wie Harald Küpper erläuterte, von dem Komponisten und Dirigenten Michael Klostermann ab, der seinerseits in die Fußstapfen der berühmten böhmischen Volksmusikanten unter Ernst Mosch („Egerländer“) trat. Und genau diese Musikrichtung präsentierten denn auch die Imgenbroicher „Klosterbrüder“ im zweiten Teil des Konzerts auf überzeugende und mitreißende Weise. Wobei noch besonders die launige Moderation von Harald Küpper hervorzuheben ist.

Insgesamt also eine sympathische und anregende Veranstaltung, die Freude machte und durchaus einen stärkeren Besuch verdient hätte. Man kann nur hoffen und wünschen, dass sich die „neuen Wege“ der Imgenbroicher Harmonie durchsetzen werden.

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