KonjunkturpaketII: Finanzspritze zeigt erst jetzt volle Wirkung

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Da hatte Achim Großmann als damaliger Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium Anfang 2009 dann doch ein wenig zu konservativ geschätzt.

Rund 100 Millionen Euro, so meinte der SPD-Politiker aus Würselen, würden auf dem bundesweit zehn Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket II in die Aachener Region fließen. Abrufbar sind indes mehr als 130 Millionen Euro für die Investitionen in den Bereichen Bildung und Infrastruktur, wobei rund 66,5 Millionen auf die Städteregion und die zehn regionsangehörigen Kommunen entfallen.

Was mit dem Geld alles gebaut worden ist, darüber hat sich der Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt in den vergangenen Wochen ein Bild gemacht. Und nicht nur beim gestrigen Besuch der Erich-Kästner-Förderschule in Eschweiler, wo die Städteregionsverwaltung mit 1,3 Millionen Euro aus dem Konjunkturtopf die alten Pavillons abgerissen und durch einen Neubau ersetzt hat, war der Alsdorfer CDU-Politiker mit dem zufrieden, was er sah.

Ob die energetische Sanierung der Grengrachtschule in Baesweiler, die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Stolberg-Donnerberg oder der Bau des Hauses für Musik und Kultur in Monschau-Konzen: „Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird.” Und: „Auch wenn nicht jede Kommune so gut auf das Konjunkturprogramm vorbereitet war, hoffe ich, dass auch alle Gelder abgerufen werden.”

Denn das ist bei weitem noch nicht so. Während die Städteregionsverwaltung laut Baudezernent Uwe Zink bereits 87 Prozent der Gelder ausgegeben hat, hängen einige Kommunen hinterher. Das bestätigt die Bezirksregierung, die bislang erst 14,5 der insgesamt 66,5 Millionen Euro ausbezahlt halt, wobei nur beendete Maßnahmen berücksichtigt werden. „Viele Maßnahmen laufen ja bereits oder demnächst an”, meint dann auch Brandt: „Andersherum wäre es ein Armutszeugnis, wenn Gelder nicht abgerufen werden sollten.”

Städteregionsrat Helmut Etschenberg lobte jedenfalls das Programm: „Ohne diesen Anschub wären manche Projekte nicht so schnell umgesetzt worden.” Dass mehr als 80 Prozent der Aufträge an Firmen aus der Region gingen, lobt nicht nur Brandt. Auch Ludwig Voß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, zieht eine positive Zwischenbilanz: „Das Paket war ein gutes Mittel, um unsere Betriebe zu stützen.” Auch IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting lobt die Kommunen: „Viele haben die Vergabe so gestaltet, dass die örtlichen Unternehmen teilnehmen konnten.” Indes moniert er: „Die Investitionsprogramme, die während des Konjunktureinbruchs schnell helfen sollten, kommen erst jetzt in den Städten und Gemeinden an. Dabei erholt sich die Wirtschaft längst schon wieder.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert