Roetgen - Komödie der Missverständnisse bei den Theaterfreunden Roetgen

Komödie der Missverständnisse bei den Theaterfreunden Roetgen

Von: us
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Szene aus „Theater macht Freude“ im Roetgener Bürgersaal: Die Hövelwirtin (Daniela Werthes) kann kein Staubkorn ertragen, was sie auch dem Profiregisseur (Florian Nickel) klarmacht.

Roetgen. Für die Zuschauer im voll besetzten Roetgener Bürgersaal, hatten die Theaterfreunde Roetgen ein zum Teil selbst geschriebenes Stück einstudiert, in dem sie eine Innenansicht der Arbeit bei den Theaterfreunden geben. Die jungen Schauspieler haben „vor allem aber selbst geprobt und alles selbst auf die Beine gestellt“, wie die Vorsitzende Monika Bahr stolz betont.

Die einaktige Komödie „Theater macht Freude“ soll eine Probe der Theaterfreunde Roetgen in ihrem ehemaligen Proberaum im Hövel-Saal zeigen, die allerlei Schwierigkeiten mit sich bringt. Die erste Schauspielergruppe tritt vor das gespannte Publikum und probt ihren Krimi. Dabei bricht ein bewaffneter Verbrecher, gespielt von Melissa Orth, in das Haus einer Frau (Lina Uellendahl) ein und versucht sie dazu zu bringen, ihm mit ihrem Auto zur Flucht zu verhelfen.

Die auf sie gerichtete Pistole stört die Frau nur wenig, viel eher klagt sie darüber, dass sie nicht in diesen Kleidern und dann auch noch ungeschminkt aus dem Haus gehen könne. Plötzlich stürmt die Polizei (Anne Wickborn) herein und kann den Verbrecher entwaffnen. Die Theaterprobe muss dann aber abgebrochen werden, denn die Schauspielerin des Verbrechers meint, dass doch auch mal der Verbrecher gewinnen sollte und improvisiert kurzerhand, was den anderen Schauspielern natürlich gegen den Strich geht. Sie beschließen, das Ende der Probe auf die nächste Woche zu verschieben und verlassen den Probenraum.

Immer so chaotisch

Da taucht auch schon die Hövelwirtin (Daniela Werthes) auf, die einen ausgeprägten Putzfimmel aufweist und sich schon im Vorhinein über die folgende Theatergruppe beschwert: Sie seien immer so chaotisch!

Einer nach dem anderen trudeln besagte Schauspieler ein. Susi (Jenny Gath) verbreitet schon große Aufregung, denn sie hat für diese Probe einen ganz besonderen Gast engagiert: einen Profiregisseur! Von diesem erhofft sie sich einen Fortschritt in der Karriere der Theaterfreunde Roetgen. Ihre Schauspielkollegen lassen sich von der gespannten Erwartung nur wenig anstecken.

Während Ulrich (Hannes Benner) sich die Zeit mit Stricken vertreibt, Anna (Hannah Nickel) und Markus (Laurin Melms) Zeitschriften durchblättern, lästern sie über den Profiregisseur, der sich ziemlich verspätet. Als der Profiregisseur (Florian Nickel) dann endlich auftaucht, fällt er aus allen Wolken. Als er nämlich erfährt, dass der Probenraum auch für die Aufführung geplant ist und als er das Bühnenbild erblickt: Statt der Kulisse von Verona, sieht er nämlich eine grüne Alm mit Schafen. Auch die Kostüme sind ganz gegen seine Vorstellung.

Er beschließt, erst einmal darüber hinwegzusehen und beginnt mit der berühmten Balkonszene, von der die Schauspieler stolz behaupten, dass sie den Text schon fehlerfrei beherrschen – zumindest so gut wie! Aber als die Schauspielgruppe dann loslegt, muss der Regisseur verzweifelt nach nur wenigen Zeilen abbrechen. Er zitiert pathetisch aus dem Drehbuch und wird immer hysterischer. Noch dazu weigert sich Schauspieler Ulrich strikt, mit der Rolle des Romeos angesprochen zu werden, er würde doch den „Roman“ spielen. Dass die putzende Hövelwirtin immer wieder hereinplatzt, trägt ebenfalls dazu bei, dass die Nerven blank liegen.

Als der Regisseur dann notgedrungen zur nächsten Szene, der Sterbeszene übergeht, ist er einem Herzinfarkt nicht mehr fern. Romeo/Roman greift plötzlich nach Schauspielerin Anna, die als Souffleuse eingesprungen ist. Daraufhin holt Schauspieler Markus, der den Sepp spielt, eine Pistole statt eines Degens hervor, während sich die von Susi gespielte Julia mit einer Mistgabel bewaffnet, und erschießt den Romeo/Roman. Der Regisseur kann es nicht fassen, aber auch die Schauspielergruppe, die mit ihrer Sterbeszene vollends zufrieden ist, wird jetzt ärgerlich: Sie würden schon immer lustige Tode spielen und könnten auch nicht verstehen, was der Regisseur immer für einen albernen Text zitiere.

Allen geht ein Licht auf

Als der Regisseur beleidigt ruft, dass dies Shakespeare und keine Almtragödie sei, geht allen langsam ein Licht auf. „Aber wir spielen doch ‚Die Julia und der Sepp auf der Gämsenalm‘!“, erklärt Susi verwirrt. Es stellt sich heraus, dass der Regisseur, eigentlich vom Theaterverein Kaltherherberg für das Stück „Romeo und Julia“ engagiert worden war und sich im Dorf und der Theatergruppe geirrt hat.

Das bringt ihm nicht nur das Gelächter der Schauspielgruppe, sondern auch des ganzen Publikums ein. Endlich ist das Missverständnis aufgelöst und das Publikum klatscht begeistert und lachend Beifall. Nach dieser tollen Aufführung darf man sich aufs nächste Jahr freuen, wenn die Theaterfreunde Roetgen 90 Jahre alt werden.

 

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