Kommen 186 Meter hohe Windräder nach Wahlerscheid?

Von: Klaus Pesch
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Hellenthal. Nicht nur in Roetgen und Höfen ist die Windenergie Thema. Im Hellenthaler Bauausschuss warb Oliver Seidel von der Firma „juwi” dafür, im Gemeindegebiet mehrere Anlagen errichten zu dürfen. Im Auftrag der Gemeinde hatte das Unternehmen aus Wörrstadt zwei Zonen ermittelt, in denen sich neue Windräder lohnen dürften.

Geeignet wären laut Seidel das Gebiet Wiesenhardt bei Wahlerscheid sowie das Ski- und Freizeitgebiet „Weißer Stein” bei Udenbreth.

Der Windpark Wiesenhardt könnte eine Verbindung mit den in Schöneseiffen installierten Anlagen eingehen. Acht Windkraftanlagen der Drei-Megawatt-Klasse hält „juwi” dort im Wald für möglich. Die Windräder hätten eine Nabenhöhe von bis zu 135 Metern, einen Rotordurchmesser von bis zu 114 Metern und eine Gesamthöhe von 186 Metern. 60.000 MWh Energie könnten erzeugt werden, was einer Stromversorgung von 16.800 Haushalten entsprechen würde. Im Windpark Hellenthal-Udenbreth wären fünf Windräder der 3-Megawatt-Klasse möglich, die dann 40.000 MWh Energie pro Jahr erzeugen und 11.000 Haushalte pro Jahr mit Energie versorgen könnten.

„Geringes Konfliktpotenzial”

Es gebe einige Vorteile, so Seidel, wenn man Windräder im Wald installiere: In Höhenlagen seien gute Windverhältnisse zu erwarten, fernab von Siedlungsbereichen gebe es nur geringes Konfliktpotenzial, Forstwege könnten in die Infrastruktur integriert werden. In Rheinland-Pfalz seien solche Anlagen nach einem entsprechenden Erlass bereits seit 2006 gebaut worden, in NRW seien diese nach dem Entwurf eines neuen Windenergie-Erlasses demnächst möglich.

So wolle das Land den Anteil der Windkraft an der Energieerzeugung von derzeit drei auf 15 Prozent bis zum Jahr 2020 steigern. In NRW falle künftig die Höhenbegrenzung der Windräder weg, gleichzeitig gebe es keine Mindestabstände zu Siedlungen mehr, standortbezogene Regelungen unter Einbeziehung des Emissionsschutzes seien möglich. Seidel präsentierte mehrere Fotomontagen, die darstellten, wie sich die Windkraftanlagen in der Landschaft aus verschiedenen Blickrichtungen darstellen.

Vieles davon wirkte durchaus erträglich. Allerdings war der „juwi”-Projektleiter nicht bereit, diese Aufnahmen der Presse zur Verfügung zu stellen - mit dem Argument, das könne ja auch als Negativ-Reklame gewertet werden. Dafür erklärte Seidel, Probleme mit Eisbildung an den Rotorblättern seien Kinderkrankheiten gewesen und würden nicht mehr auftreten. Hinzu komme, dass der Wald auch Schall-Emissionen absorbiere.

Im Ausschuss wurden auch kritische Stimmen laut, die die Besorgnis der Bevölkerung widerspiegeln: So wurde befürchtet, dass es im südlichen Bereich, also bei Udenbreth, zu nervendem Schattenwurf kommen könne. Seidel versprach, so etwas werde genauestens überprüft. Falls es im Frühjahr oder Herbst entsprechende Probleme geben sollte, könnte der Rotor abgestellt werden.

Auch auf die Frage, wer irgendwann für die Kosten eines Rückbaus der Anlagen aufkommen müsse, wusste Seidel eine Antwort: Dafür gebe es Rückbau-Bürgschaften, die bei der Genehmigungsbehörde zu hinterlegen seien. Seidel verwies darauf, dass die Kommune einen Imagegewinn durch die Windkraftanlagen erzielen könne. Hinzu komme, dass es Pachteinnahmen, ein Plus bei den Gewerbesteuern und die finanzielle Inanspruchnahme der örtlichen Banken und Sparkassen geben werde. Auch ein genossenschaftliches Modells sei möglich.

Die Gemeinde hat in der Vergangenheit bereits einige Erfahrungen mit Windkraftanlagen, darunter nicht nur positive, machen können. Auch in der Gemeinde Kall sorgt seit Jahren die Windkraftanlage in Golbach für Unruhe. Es steht daher zu erwarten, dass Windkraft-Verträge kritisch auf Herz und Nieren abgeklopft werden, bevor man sich langfristig an ein Unternehmen bindet.
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