Kommandowechsel im Militärlager Elsenborn

Von: hs
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Der scheidende Kommandeur, Oberstleutnant Erik De Muynck (links), schreitet in Begleitung von General-Major Marc Compernol ein letztes Mal die Truppen im Militärlager Elsenborn ab.

Elsenborn. Der Kommandowechsel in einer Kaserne ist für die Beteiligten meist ein ergreifender Moment: Dies traf ganz besonders am Dienstagnachmittag in Elsenborn zu.

„Ich habe mein Herz in Elsenborn verloren”: Schöner hätte der scheidende Kommandeur Erik De Muynck seine Liebeserklärung an den ostbelgischen Truppenübungsplatz, an die rund 200 Soldaten des hier stationierten 20. Artilleriebataillons und an die Bevölkerung im Umfeld des Militärlagers nicht ausdrücken können.

Die textliche Abwandlung eines bekannten deutschen Volksliedes bot sich dem Junggesellen aus diesem Anlass förmlich auf. Denn der 52-jährige joviale Flame, für den sich der Weggang aus unserer Gegend nicht ohne Wehmut vollzieht - wie sollte es auch anders sein -, lenkt seine Schritte in diesen Tagen zum NATO-Kommando der Landstreitkräfte (ALCC) nach Heidelberg.

Aber er wird sich mit Sicherheit auch in Zukunft mal in Elsenborn und Umgebung sehen lassen: „Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt.”

Einen sprichwörtlich guten Geschmack bewies in diesem Zusammenhang auch Bütgenbachs Bürgermeister Emil Dannemark, der seinem Freund Erik, wie er ihn liebevoll nannte, zum Abschied einen Gutschein für ein Gourmet-Wochenende überreichte. Derweil bedachte sein Büllinger Kollege Friedhelm Wirtz die Mutter des Oberstleutnants mit einem Blumenstrauß.

Heiße Akten

Emil Dannemark bescheinigte De Muynck, während seiner fünfjährigen Amtszeit in Elsenborn sehr gute Arbeit geleistet zu haben: „Die Zusammenarbeit zwischen den Militärbehörden und den Zivilverantwortlichen lag Dir besonders am Herzen. Du warst stets ein fairer und korrekter Ansprechpartner, und das war angesichts der zeitweise heißen Akten enorm wichtig.”

Insbesondere die Einhaltung der Charta für gutnachbarliche Beziehungen sei dem Elsenborner Kommandanten ein Herzensanliegen gewesen, sagte der Bürgermeister, wohlwissend, dass es nicht immer leicht sei, die darin enthaltenen Richtlinien einzuhalten, wenn auswärtige Truppen zu Übungen und Manövern in die Region kommen.

Und dann wäre noch die Umwelt. „Der Truppenübungsplatz sieht wahrlich nicht wie ein Schlachtfeld aus, ganz im Gegenteil”, stellte Emil Dannemark erfreut fest: „Dank einer intensiven Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung ist das Militärgelände eine Augenweide, wo man eine Pflanzen- und Tierwelt beobachten kann, wie sie es sonst in Belgien nicht mehr gibt.”

In die gleiche Kerbe hatte übrigens schon bei einem Empfang vor der Feier zum Kommandowechsel Friedhelm Wirtz geschlagen, als er das Wirken von Erik De Muynck mit zwei klassischen Zitaten aus Spanien und Frankreich treffend skizzierte: „Lebenskunst besteht darin, die eigene Natur mit der eigenen Arbeit in Einklang zu bringen” und „Autorität ist das Vermögen, die Zustimmung anderer zu gewinnen”.

Der Büllinger Bürgermeister hob in seiner Laudatio u.a. die offene, sympathische und vertrauenserweckende, aber zuweilen ebenfalls direkte Umgangsart des Oberstleutnants hervor, sein Engagement sowie seinen Sinn für Pragmatismus, Kollegialität und Miteinander, aber auch einen Schuss Schlitzohrigkeit.

Ansonsten erlebten die zahlreichen geladenen Gäste der Armee, der Behörden, der Vereine und nicht zuletzt der Politik, angeführt durch den Ministerpräsidenten und den Parlamentspräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Karl-Heinz Lambertz und Louis Siquet, bei herrlichem Spätsommerwetter eine von General-Major Marc Compernol, dem Befehlshaber der belgischen Landstreitkräfte, geleitete und in den drei Landessprachen gehaltene Zeremonie, die das Herz eines jeden Militärs höher schlagen ließ:

Paraden, schmissige Musik des Kgl. Militärorchesters Les Guides, Ehrungen und als Höhepunkt die feierliche Stabsübergabe. Der Neue, Oberst Hagen Vandenbulcke, wurde in Elsenborn ebenso herzlich willkommen geheißen wie der Alte, Oberst Erik De Muynck, verabschiedet wurde.
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