Komitee „Rettet das Krankenhaus!” hat Ziel erreicht

Von: P. St.
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Das Komitee „Rettet das Simme
Das Komitee „Rettet das Simmerather Krankenhaus!” machte jetzt reinen Tisch: Überschüssige Spendengelder in Höhe von 750 Euro wurden an Dr. Ulrich Maurerer (re.), den Geschäftsführer der Eifelklinik St. Brigida Simmerath, für die Anschaffung eines neuen Herzmonitors übergeben. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Das Komitee hat seine Schuldigkeit getan, es könnte nun gehen: Das Aktionsbündnis aus Bürgern, das sich Anfang 2008 zusammenfand und unter dem Aufruf ”Rettet das Simmerather Krankenhaus!” Alarm schlug, hat sein Ziel erreicht.

Auflösen will sich das Komitee aber dennoch nicht, sondern „auf Sparflamme” weiter bestehen bleiben und die weitere Entwicklung des Simmerather Krankenhauses im Auge behalten. So formulierte es Komiteesprecher Hajo Dautzenberg, der mit einigen Mitstreitern jetzt dem Krankenhaus einen Besuch abstattete, um reinen Tisch zu machen. Auf dem Konto des Komitees lagen nämlich noch überschüssige Spendengelder, die jetzt an die Eifelkinik St. Brigida weitergegeben wurden.

Als im Jahr 2008 von den Maltesern als damaligem Krankenhausträger die Schließung der Geburtshilfestation in Erwägung gezogen wurde, ging das Volk auf die Straße. Rund 3000 Bürger folgtem Aufruf des Komitees und schlossen sich einem Demonstrationszug durch Simmerath an, der selbstverständlich mit Kosten verbunden war, aber dank zahlreicher Spenden sicher finanziert werden konnte.

Die erübrigten 750 Euro nahm jetzt Dr. Ulrich Mauerer, Geschäftsführer der Eifelklinik, entgegen. Das Simmerather Krankenhaus gehört seit dem 1. September 2010 zum Artemed-Klinikverbund. Der neue Träger hat im ersten Jahr seines Wirkens das Haus wieder in die Spur gebracht und neue Schwerpunkte gesetzt. So soll die Spende des Komitees für die Anschaffung eines Herzmonitors verwendet werden, bildet doch gerade die Kardiologie einen neuen medizinischen Schwerpunkt in der Eifelkinik unter der Leitung von Dr. Reiner Gobbels, der im Juni als neuer internistischer Chefarzt angestellt wurde.

Bei der Spendenübergabe betonte Hajo Dautzenberg, dass das Komitee nun sein Ziel erreicht habe, nachdem durch den Trägerwechsel die mögliche Schließung der Geburtshilfe oder sogar des gesamten Krankenhauses abgewendet worden sei. Für den neuen Träger zeigte sich das Komitee voll des Lobes: „Die Eifelklinik steht bei der Bevölkerung hoch im Kurs.”

Dautzenberg verband diese positive Entwicklung auch mit einem Dank an den ehemaligen Landrat Carl Meulenbergh, der über einen Zeitraum von drei Jahren gemeinsamen mit den Kommunen einen Rettungsschirm aufgespannt habe, um die Finanzierungslücke der Geburtshilfestation zu schließen.

Mit dem neuen Träger befindet sich das Komitee in einem konstruktiven Dialog. Dies unterstreicht auch die Tatsache, dass Komitee-Mitglied Erich Kogel aus Simmerath in den neu gegründeten Krankenhaus-Beirat gewählt wurde, der erstmals im März 2011 tagte.

Ulrich Mauerer registrierte ebenfalls mit Freude die positive Entwicklung des Simmerather Krankenhauses. Das neue medizinische Konzept für die Eifel trage bereits Früchte, und auch die Geburtshilfe habe sich wieder stabilisiert. In diesem Jahr sei die Zahl der Geburten wieder angestiegen, und auch in den Abteilungen Chirurgie und Innere verzeichne man deutliche Zuwächse. Mauerer: „Es freut uns, dass das Haus so gut von der Bevölkerung angenommen wird.”

Neue Akzente werden derzeit in der Geburtshilfestation mit einer verbesserten und freundlicheren Ausstattung und neuen Kreißsälen gesetzt. Am 8. Dezember bereits soll die umgestaltete Station in Betrieb genommen werden.

Noch nicht optimal gelöst ist die Versorgung der Lungenpatienten als Folge der neuen medezinischen Konzeption des Krankenhauses. Ulrich Maurerer versicherte aber, dass alle Patienten weiter hin behandelt werden könnten und niemand abgewiesen werde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch in diesem Bereich durch einen externen Arzt künftig die Situation verbessert werde.

Beiratsmitglied Erich Kogel sah mit Freude, dass wieder ein Vertrauensverhältnis zu den niedergelassenen Ärzten in der Region habe hergestellt werden können und „Kommunikationsbarrieren” abgebaut worden seien. Die noch unter der Leitung der Malteser zum Teil gefrusteten Mitarbeiter des Krankenhauses seien nun froh, „das sie hier geblieben sind.”

Die insgesamt positive Entwicklung dokumentiert sich auch in der Zahl der Mitarbeiter: Derzeit sind es 250, vor drei Jahren war mit rund 200 Beschäftigten der Tiefpunkt erreicht. Für die sechs Schülerinnen in der Krankenpflege bietet sich zudem die Option der Übernahme in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis.
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