„Komasaufen” nimmt unter jungen Leuten wieder zu

Von: ernst Schneiders
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Viele junge Leute haben an Kar
Viele junge Leute haben an Karneval zu viel Alkohol in sich hineingeschüttet. Foto: imago/biky

Nordeifel. Karneval und Alkohol sind für die meisten Narren und alle, die sich dafür halten, untrennbar miteinander verbunden. In diesem Jahr, berichtet Dr. Guido Schneiders, Leitender Arzt der Notfallmedizin in der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath, hat die Zahl der „Schnapsleichen” im Vergleich zu den Vorjahren „sehr stark zugenommen”.

Was den Mediziner beunruhigt: Viele Jugendliche hatten sich „die Kante gegeben”, wie man umgangssprachlich sagt. Bei den meisten reichte es, sie ausschlafen zu lassen. Etliche mussten aber auch „unter Beobachtung ausschlafen”, das heißt, auf der Intensivstation ihr „Komasaufen” verarbeiten. Allein am Fettdonnerstag hatte er fünf solcher Kandidaten an Bord, erinnert sich Dr. Schneiders.

Während die einen mit dickem Kopf nach Hause kamen, hatten die anderen eine blutige Nase. Viel zu tun hatte der Notarzt der Eifelklinik, so die Bilanz in der Notaufnahme. Es war eine ganze Anzahl von Wirtshauskeilereien nach verstärkter Aufnahme von alkoholischen Getränken zu verarzten. Die Blessuren seien allesamt leichterer Natur gewesen.

Nicht bestätigen konnte Dr. Guido Schneiders, dass es zu Blackouts durch die so genannten K.o.-Tropfen gekommen ist. Berichtet wurde von Fällen in Roetgen und Imgenbroich. Im Simmerather Krankenhaus sind diese Patienten jedenfalls nicht behandelt worden. In einigen Fällen, so Dr. Schneiders, in denen man sich nicht sicher war, wurde der Urin der Patienten eingefroren, damit die Substanzen, die in den Tropfen sind, erhalten bleiben. Sie bauen sich nämlich sehr schnell ab. Genau das ist das Problem, ihren Einsatz nachzuweisen.

Entwarnung nach Gesprächen

Nachdem die Patienten wieder bei Sinnen waren, hätten Gespräche in allen Fällen zu dem Ergebnis geführt, dass es ein Vollrausch war, der auf natürlichem Wege entstanden ist. „Es gab keine Hinweise auf K.o.-Tropfen. Deshalb haben wir die Proben auch nicht geöffnet. Wären uns irgendwelche Zweifel gekommen, hätten wir sie untersuchen lassen.”

Der Mediziner geht davon, dass es das Problem K.o.-Tropfen auch weiterhin geben wird. Nicht ohne Grund habe das Krankenhaus im Vorfeld von Karneval auf die Gefahren und die Wirkung der Tropfen hingewiesen. Nur die wenigsten Betroffenen fallen nach dem Konsum gleich in Ohnmacht. Das wäre auch nicht so dramatisch. Sie kämen ins Krankenhaus uns nicht würde ihnen widerfahren.

Die meisten Betroffenen jedoch werden teilnahms- und willenlos, können sich an das Geschehen nachher nicht mehr erinnern, sind aber noch in der Lage, mit Hilfe anderer Personen den Ort zu verlassen. Dr. Schneiders: „Diese Menschen kann man buchstäblich abschleppen.” Wegen der Willen- und Hilflosigkeit sei die Gefahr groß, dass es zu sexuellen Übergriffen komme. Doch, das sagt der Mediziner zur Beruhigung: „Einen solchen Fall hatten wir an den Karnevalstagen nicht!”
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